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Personalien, Management, Verwaltungsrat   04.05.2026 10:44:16

Orior holt Ex-Mibelle-Chef Müller an die Spitze

Zürich (awp) - Der Nahrungsmittelkonzern Orior hat Ex-Mibelle-CEO Peter Müller zum neuen Konzernchef ab September ernannt. Damit soll eine Übergangsphase enden: Verwaltungsratspräsidentin und Konzernchefin Monika Friedli-Walser gibt ihre Doppelrolle ab, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Der 54-jährige Müller übernimmt die operative Führung des auf Convenience-Food, Fleischveredelung und Bio-Säfte spezialisierten Unternehmens per 1. September 2026. Er kommt von der früheren Migros-Tochter Mibelle. Er verliess das Kosmetik- und Hygieneunternehmen Ende März und zählt zu mehreren Schlüsselpersonen, die nach der Mibelle-Übernahme im vergangenen Jahr durch das spanische Familienunternehmen Persán den Hut nahmen.

Ein Restrukturierungsspezialist

Müller wurde bei Mibelle 2021 CEO. Zuvor hatte er beim Unternehmen, das für die Migros-Eigenmarken "Handy" und "I am" bekannt ist, die Bereiche Operations und Supply Chain geleitet. Er trieb unter anderem die Transformation zur Multikanal-Organisation voran und begleitete den Verkauf an die Persán-Gruppe.

Der promovierte Chemieingenieur der Technischen Universität Darmstadt startete seine Karriere bei der Cham Paper Group. In seinen insgesamt rund 13 Jahren dort sammelte er Führungserfahrung bis zum Geschäftsführer.

Müller gilt laut den Angaben als Transformations- und Restrukturierungsspezialist. Orior reagiert mit der Ernennung auf die anhaltenden Herausforderungen. Der Konzern mit Töchtern wie Rapelli, Biotta und Albert Spiess versucht seit längerem den operativen Turnaround und muss in diesem Zusammenhang Wachstum in Nischenmärkten sichern und gleichzeitig seine Profitabilität stärken. Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Verschuldung.

Aktie legt zu

Analysten beurteilten die Personalie vorsichtig positiv. Die ZKB sieht in Müller einen geeigneten Kandidaten, verweist aber auf die anspruchsvolle Ausgangslage mit hohem Schuldenniveau. Auch die UBS bewertet den Schritt als nachvollziehbar: Müllers Erfahrung im Konsumgütergeschäft und seine Nähe zur Migros als wichtigem Orior-Kunden könnten die operative Umsetzung stärken, auch wenn sein Hintergrund stärker im Bereich Personal- und Haushaltsprodukte liege.

An der Börse kam die Neuigkeit gut an. Die Aktie legte im Verlauf des Morgens um gut 2 Prozent zu.

Mit dem neuen CEO erhält Orior wieder eine klare Trennung von Verwaltungsrat und operativer Führung. Verwaltungsratspräsidentin Friedli-Walser hatte die Funktion seit Frühling 2025 zusätzlich ausgeübt, nachdem ihr Vorgänger Daniel Lutz ausgeschieden war.

Grosse Herausforderungen

Der Abgang des langjährigen CEO Lutz Ende 2024 hatte das Unternehmen in eine Übergangssituation gebracht. Zunächst übernahm Interims-CEO Filip De Spiegeleire die Führung. Daraufhin wechselte er in den Verwaltungsrat und Monika Friedli-Walser übernahm im Frühling 2025 als Delegierte des Verwaltungsrats die operative Führung. Friedli-Walser hatte zu Beginn betont, dass sie die grossen Restrukturierungsschritte selbst umsetzen wolle, bevor ein Nachfolger antrete.

Jüngst hat Orior operativ erste Fortschritte erzielt. 2025 kehrte das Unternehmen trotz leicht rückläufigem Umsatz in die Gewinnzone zurück. Treiber waren vor allem Kosteneinsparungen und Sondereffekte, während das bereinigte operative Ergebnis nur leicht zulegte. Im Schweizer Kerngeschäft sorgen Preisdruck und Abhängigkeiten von Grosskunden wie Migros für Belastung, während im Ausland insbesondere die belgische Fertigmenütochter Culinor mit rückläufigen Umsätzen kämpft.


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