Swatch startet mit viel Schwung ins Jahr 2026
Biel (awp) - Der Uhrenkonzern Swatch blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück: Von der Nachfrageschwäche in China belastet fiel der Umsatz weiter zurück. Und da kaum an der Kostenschraube gedreht wurde, verblieb unter dem Strich noch ein Minigewinn. Mut macht die um den Jahreswechsel beobachtete Markterholung.
"Der globale Markt hat zum Jahresende in allen Preissegmenten deutlich an Dynamik gewonnen. Und mit derselben Dynamik sind wir ins Jahr 2026 gestartet", sagte Konzernchef Nick Hayek am Freitag im Gespräch mit AWP. Er rechne für 2026 mit einer positiven Umsatz- und Volumenentwicklung und einer klar verbesserten Profitabilität.
Optimistisch stimmt Hayek die in der wichtigen Absatzregion China, Hongkong und Macau beobachtete Markterholung in der zweiten Jahreshälfte. Dort war das Geschäft in der Vergangenheit geschrumpft. Im Schlussquartal 2025 sei China zumindest in Lokalwährung wieder zu Wachstum zurückgekehrt, sagte Hayek.
Der Wachstumsmotor war aber - trotz Zöllen - die Region Nordamerika. Über das gesamte Jahr gesehen kletterten die Umsätze dort währungsbereinigt um beinahe 20 Prozent in die Höhe. Märkte wie Indien, der Mittlere Osten und Polen wuchsen ebenfalls zweistellig.
Starker Franken belastet
Insgesamt schrumpfte der Gruppenumsatz jedoch um 6 Prozent auf noch 6,3 Milliarden Franken, nachdem 2024 bereits ein Umsatzschwund von knapp 15 Prozent verbucht werden musste. Den höchsten Umsatz in seiner Geschichte hatte der Konzern 2014 mit 8,7 Milliarden Franken erzielt.
Eine gewichtige Belastung war 2025 einmal mehr der starke Schweizer Franken: Negative Währungseffekte schmälerten die Verkäufe um 308 Millionen Franken. In Lokalwährungen gerechnet hätte das Umsatzminus nur 1,3 Prozent betragen.
Gut hat sich das Geschäft des Konzerns mit Marken wie Tissot, Longines, Omega oder Blancpain in der zweiten Jahreshälfte entwickelt. Da wuchs der Umsatz in Lokalwährungen mit 4,7 Prozent. Eine markante Beschleunigung sei im vierten Quartal (+7,2 Prozent) gelungen, und zwar weltweit in allen Preissegmenten, hiess es.
Das sehr positive Momentum des zweiten Halbjahres und die Beschleunigung im letzten Quartal trug Swatch mit in das neue Jahr. Und das ist umso bemerkenswerter, als das für die Branche wichtige Chinesische Neujahr in diesem Jahr erst im Februar stattfindet, anstatt wie in 2024 im Januar.
Nur noch 25 Millionen Gewinn
Schwach fielen derweil die Ergebnisse aus: Der Betriebsgewinn EBIT brach auf 135 Millionen Franken ein von 304 Millionen im Vorjahr. Die operative betrug nur noch 2,1 Prozent nach 4,5 Prozent und unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von lediglich 25 Millionen (-89%).
Das hat auch damit zu tun, dass die Swatch Group in der Produktion wie schon in der Vergangenheit bewusst auf Entlassungen und die Einführung von Kurzarbeit verzichtet hat. So will der Konzern für den erwarteten Aufschwung gewappnet sein. Und in produktionsärmeren Zeiten würden die Angestellten auch gezielt für die Forschung und Entwicklung von Produkten eingesetzt.
Kurssprung an der Börse
Nicht nur für die Mitarbeitenden hielt der Konzern gute Nachrichten bereit, sondern auch für die Aktionärinnen und Aktionäre. Trotz des Gewinnschwunds hält Swatch an einer zum Vorjahr unveränderten Dividende von 4,50 Franken je Inhaberaktie fest.
An der Börse ist Swatch ein Befreiungsschlag gelungen: Die Papiere rückten am Freitag um 13,4 Prozent auf 183 Franken vor. Zur Erinnerung: Im vergangenen Sommer war der Kurs nach mehreren Monaten des Wertzerfalls bis auf 130 Franken abgerutscht.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| The Swatch Grp I | 183.00 |
+21.65
+13.42%
|
188.40 | 159.80 | 145'190.00 |
| The Swatch Grp N | 36.70 |
+4.16
+12.78%
|
38.10 | 32.32 | 38'674.00 |