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Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst   23.07.2026 12:22:16

Kühne+Nagel doppelt von KI beflügelt

Schindellegi (awp) - Der KI-Boom hilft dem Logistiker Kühne+Nagel, weil er Infrastruktur für Rechenzentren um die halbe Welt transportieren kann. Dies sorgte im zweiten Quartal für einen Umsatzsprung im Luftfrachtgeschäft. Nun will Kühne+Nagel die KI aber auch selber nutzen, um produktiver zu werden.

Im Luftfrachtgeschäft ging es zwischen April und Juni steil nach oben. Der Umsatz stieg um ein Fünftel, beim EBIT gelang sogar ein Sprung um gut ein Drittel. Bereinigt um Währungseffekte sehen die Resultate mit +25 Prozent und +42 Prozent noch eindrucksvoller aus. Das Luftfrachtgeschäft überholte damit konzernintern die Seefrachtsparte, die üblicherweise die gewichtigste Konzerntochter ist.

"Der Haupttreiber für dieses Wachstum war das Technologiegeschäft", sagte Kühne+Nagel-CEO Stefan Paul am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Es habe rund 90 Prozent zum Plus beigesteuert.

___ Google als Kunde

Die hochkomplexen Elemente für Rechenzentren müssen häufig von Asien nach Nordamerika geflogen werden. Konkret erwähnt wurde etwa ein Auftrag von Google für die Cloudinfrastruktur des Internetgiganten.

Die Folgen des Krieges im Iran seien hingegen sekundär, sagte der CEO. "Das ist nicht wirklich relevant." Allerdings sei es im Nahen Osten wegen des Krieges zu Verlagerungen von Schiffs- zu Lastwagentransporten gekommen.

___ Ziele angehoben

Alles in allem stieg der Nettoumsatz im zweiten Quartal um 8 Prozent auf 6,62 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm in der Folge um 11 Prozent auf 381 Millionen Franken zu und der Reingewinn um 10 Prozent auf 276 Millionen. Mit den Zahlen hat Kühne+Nagel die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Im Ausblick wird das Unternehmen nun optimistischer. Im laufenden Geschäftsjahr strebt der Konzern neu einen EBIT von 1,35 bis 1,55 Milliarden Franken an, bisher hatte eine Bandbreite von 1,25 bis 1,40 Milliarden gegolten. "Wir haben deutlich Fahrt aufgenommen und erwarten, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen wird", sagte CFO Markus Blanka-Graff dazu.

___ KI soll Wachstum antreiben

Nun will Kühne+Nagel die KI auch selber nutzen, um das profitable Wachstum voranzutreiben. Das Unternehmen nannte dabei erstmals ein Ziel. Es will die Produktivität dank KI bis Ende 2027 um 100 bis 150 Millionen Franken steigern.

"Unser Bestreben ist es, dank KI mit dem gleichen Personalbestand höhere Volumina abzuwickeln", führte CEO Paul aus. Er sehe somit KI nicht primär als Instrument, um die Kosten zu senken. Allerdings betonte der CEO auch: "Schafft es ein Geschäftsbereich mit KI nicht, die Volumina zu steigern, dann muss man natürlich über die Kosten nachdenken."

Die "Gretchenfrage" ist laut dem CEO bei all dem, wo die Produktivitätsfortschritte letztlich ankommen. Manche Analysten befürchten, dass sie lediglich zu Preissenkungen führen, nicht aber zu Margenverbesserungen.

CEO Paul hofft auf das Gegenteil. "Als profitorientiertes Unternehmen sind wir natürlich bestrebt, einen Teil der Verbesserungen als Marge bei uns zu behalten." Der Kunde werde aber auch dann profitieren, betonte er - zum Beispiel in Form einer höheren Servicequalität oder schnelleren Reaktionszeiten.

An der Börse blieben die Begeisterungsstürme aus: Am Donnerstagmittag notiert die Aktie minimal im Minus. Der Titel hatte allerdings bislang im Jahresverlauf mehr als ein Fünftel zugelegt.


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