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Übernahmen, Akquisitionen, Fusionen, MBOs   13.03.2026 09:16:12

Presse: Glencore hofft auf neuen Anlauf für Rio-Tinto-Deal

Melbourne (awp) - Der Rohstoffkonzern Glencore sieht nach dem jüngsten Anstieg der Kohlepreise neue Chancen, die Übernahmegespräche mit Rio Tinto wieder aufzunehmen. Konzernchef Gary Nagel hat sich bei einem Treffen mit australischen Investoren diese Woche entsprechend optimistisch geäussert, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf drei Teilnehmer der Gespräche berichtete.

Seit Beginn der Gespräche hat sich das Bewertungsumfeld zugunsten von Glencore verschoben, wie Reuters schreibt. Während Glencore-Aktien um rund 26 Prozent stiegen, haben die Titel von Rio Tinto um etwa 9 Prozent zugelegt. Dies eröffne dem in der Schweiz ansässigen Rohstoffhändler die Möglichkeit, einen grösseren Anteil an einem fusionierten Unternehmen zu fordern.

Nach Ansicht von Glencore sei ein Knackpunkt bei den geplatzten Übernahmegesprächen gewesen, dass die Bewertung durch Rio an den Spotpreis wichtiger Rohstoffe wie Kohle am 7. Januar, dem Tag vor Bekanntwerden der Gespräche, gebunden war. Für eine ausgewogenere Einschätzung hätten aber auch die prognostizierten Preise berücksichtigt werden müssen, sagte CEO Nagle gemäss dem Bericht.

Nagle geht laut den Investoren zudem davon aus, dass ein Überschuss am Eisenerzmarkt das Kerngeschäft von Rio Tinto belasten könnte, was das Kräfteverhältnis zwischen den Unternehmen weiter verschieben könnte.

Australische Investoren haben Bedenken

Einige australische Investoren stehen laut Reuters einer möglichen Fusion weiterhin kritisch gegenüber. Neben Bewertungsfragen wurden auch Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung sowie die Rolle von Kohle im Portfolio genannt, nachdem Rio Tinto Kohleaktivitäten zuletzt verkauft hatte, um seine Nachhaltigkeitsstrategie zu stärken.

Glencore habe den australischen Block unterschätzt, werden die Investoren zitiert. Mehr als die Hälfte der Gewinne von Rio Tinto stammte aus seinen australischen Vermögenswerten. Eine Fusion könnte laut den Investoren daher erhebliche Auswirkungen auf das Land haben, sodass für einen Deal die Zustimmung der Regierung erforderlich wäre.

Die beiden Bergbaukonzerne hatten Anfang des Jahres über einen Zusammenschluss verhandelt, der einen rund 240 Millionen Dollar schweren Rohstoffgiganten geschaffen hätte. Die Gespräche scheiterten im Februar jedoch an unterschiedlichen Vorstellungen über die Bewertung der Unternehmen. Nach britischen Vorschriften können die Gespräche erst in sechs Monaten wieder aufgenommen werden.

Details zu den Gesprächen mit australischen Investoren wurden bisher nicht bekannt gegeben. Glencore und Rio Tinto verzichteten laut Reuters auf eine Stellungnahme.


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