Bund erwartet nun tiefere Kapitalanforderungen für die UBS
Bern (awp) - Der Bundesrat erwartet aus seinen nun abgeschwächten "Too-Big-To-Fail"-Massnahmen klar tiefere Kapitalanforderungen für die UBS als noch in der Vernehmlassung. So beziffert er die zusätzlichen Anforderungen im Stammhaus noch auf 20 Milliarden Dollar, nachdem er zuvor von 26 Milliarden ausgegangen war.
Die Gründe für den Rückgang liegen laut den Experten des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) nur zum kleineren Teil an den nun abgemilderten Massnahmen bezüglich Anrechnung von Software und Steuerguthaben ans Eigenkapital. Massgeblich dazu beigetragen hat, dass die UBS in der Zwischenzeit Kapital ihrer Auslandstöchter in die Schweiz zurückgebracht habe, wie der Botschaft des Bundesrates zu entnehmen ist.
Der Löwenanteil des zusätzlichen Kapitalanforderungen im Stammhaus ist auf die vollständige Unterlegung der Auslandstöchter mit Eigenkapital zurückzuführen. Die beschlossenen Massnahmen aus der Eigenmittelverordnung bezüglich der schwierig zu bewertenden Aktiven wie der Software machen noch rund 2 Milliarden Dollar aus.
Kapitallücke von 9 Milliarden
Die effektive Kapitallücke für die UBS sehen die EFD-Experten vor allem dank der derzeitigen Kapitalsituation der Grossbank noch einmal klar tiefer. Stand heute müsste die Grossbank demnach effektiv noch 9 Milliarden Dollar an zusätzlichem harten Kernkapital aufbauen. Damit könnte sie ihre eigenen Kapitalziele - nämlich eine CET1-Quote im Stammhaus von 12,5 Prozent - bereits wieder erfüllen.
Heute liegt die CET1-Quote im Stammhaus mit 14,2 Prozent dagegen klar über diesem Wert und auch sehr deutlich über den regulatorischen Anforderungen: Dieser Kapitalpuffer könnte also zur Finanzierung der zusätzlichen Anforderungen beigezogen werden, folgern die Experten des Bundes.
Kapitalquote steigt auf 15,5 Prozent
Im internationalen Vergleich wäre die Kernkapitalquote der UBS laut den Berechnungen des EFD auch nach Erfüllung der zusätzlichen Anforderungen mit anderen Grossbanken weltweit vergleichbar. Die CET1-Quote der UBS würde gemäss pro forma-Zahlen auf 15,5 Prozent steigen gegenüber heute 14,4 Prozent.
Weitere vergleichbare Grossbanken aus den USA, Grossbritannien und Deutschland weisen heute Kernkapitalquoten zwischen 14,1 und 16,2 Prozent auf. Reine Vermögensverwaltungsbanken in der Schweiz sind derweil mit einer durchschnittlichen Kernkapitalquote von 17,6 Prozent noch klar besser kapitalisiert.
Jährliche Zusatzkosten
Zur Frage, welche Zusatzkosten die UBS aus den verschärften Anforderungen stemmen muss, verweisen die Experten des EFD auf die bereits vor Jahresfrist erstellten zwei Gutachten. Laut dem ersten Gutachten würden die jährlichen Gesamtfinanzierungskosten der Grossbank um rund 640 Millionen Dollar steigen.
Das zweite Gutachten schätzt die jährlichen Gesamtfinanzierungskosten für die Eigenmittelunterlegung dagegen mit 800 Millionen bis 1,3 Milliarden Dollar höher ein. Die tatsächlichen Kosten dürften aber ohnehin stark von Entscheidungen des Bankmanagements abhängen, betont man beim EFD. Die UBS hatte beide Gutachten allerdings heftig kritisiert.
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| POLITIK, REGIERUNG, PARLAMENT, BUNDESVERWALTUNG | 22.04.2026 18:23:12 | Höhere Eigenkapitalanforderungen für die UBS liegen beim Parlament |
Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| UBS Group N | 33.54 |
+0.05
+0.15%
|
38.00 | 28.25 | 4'361'493.00 |
| UBS Group 2L N | 33.61 |
+0.09
+0.27%
|
549'000.00 | ||
| UBS Sp CDR-Reg S | 26.69 |
+1.81
+7.27%
|
27.36 | 23.00 | 1.00 |