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Markt und Börse   23.04.2026 11:52:15

UBS-Aktien wegen Befürchtungen um Regulierung klar unter Druck

Zürich (awp) - Die vom Bundesrat am Mittwoch vorgelegten Beschlüsse und Vorlagen zur UBS-Regulierung werden von den Finanzanalysten trotz Abschwächungen gegenüber der Vernehmlassungsvorlage kritisch beurteilt. Mehrere Analysten befürchten Nachteile für die Grossbank im internationalen Wettbewerb. Die UBS-Aktie steht am Donnerstag deutlich unter Druck.

Der Bundesrat sei der UBS in der Eigenmittelverordnung (ERV) gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag noch entgegengekommen, halten viele Finanzanalysten am Donnerstag in ihren Kommentaren fest. Damit sei zumindest auf Ebene des ERV der "schlimmstmögliche Fall" abgewendet, heisst es etwa bei der US-Investmentbank Goldman Sachs.

In der "deutlich folgenreicheren" Frage der Auslandstöchter beharrte der Bundesrat auf einer vollständigen Unterlegung mit hartem Kernkapital. "Es ist ein Höchstvorsichtsprinzip, welches der Bundesrat nun vorgibt", sagte etwa Vontobel-Analyst Andreas Venditti am Donnerstag in einem Interview mit dem Online-Portal "Cash".

___ Aktie schwächelt

Der UBS-Aktie ist am Donnerstagvormittag mit einem Kursrückgang von 3,3 Prozent auf 32,40 Franken an einer insgesamt positiv tendierenden Schweizer Börse der klar schwächste Wert im Bluechip-Index SMI.

Am Vortag hatten die UBS-Aktien auf die vorgelegten Bundesrats-Vorlagen noch zunächst leicht positiv reagiert. Allerdings waren die Gewinne dann noch abgebröckelt und die Titel der Grossbank gingen wenig verändert aus dem Handel.

___ Langfristiger Kapitalaufbau

Die Auswirkungen der bundesrätlichen Regulierungen auf das Eigenkapital der UBS ist auch für die Analysten schwierig abzuschätzen. In jedem Fall werde allerdings die Kapitalisierung auf Gruppenebene künftig klar höher ausfallen als noch heute, heisst es: Der Bundesrat hatte die künftige Kernkapitalquote auf 15,5 Prozent beziffert, die UBS führte dagegen einen Wert von rund 18 Prozent an.

Für die UBS dürfte dies im internationalen Wettbewerb wohl einen "signifikanten Nachteil" gegenüber den Mitkonkurrenten bedeuten, heisst es etwa bei Goldman Sachs. Allerdings verweisen die Experten der US-Investmentbank darauf, dass der benötigte Kapitalaufbau aufgrund der siebenjährigen Übergangsdauer langfristig erfolgen werde und viele Elemente noch unklar seien.

___ Einfluss auf Aktienrückkäufe

Für die Investoren wichtig ist derweil die Frage der weiteren Aktienrückkäufe durch die UBS, betont man etwa bei Barclays. Auch für Vontobel-Analyst Venditti ist es "absehbar", dass die Massnahmen einen Einfluss auf die künftigen Aktienrückkäufe der Grossbank haben würden. Die Dividende dürfte allerdings nicht tangiert sein, hält er fest.

Weniger Befürchtungen haben diesbezüglich die Experten der ZKB. Auch wenn die UBS künftig mehr Kapital halten müsse, erschienen die Auswirkungen "verkraftbar", schreibt Analyst Ausano Cajrati Crivelli. Die UBS habe auch bereits angekündigt, an den für 2026 geplanten Kapitalrückführungen festzuhalten, erinnert er. "Wir erwarten, dass UBS die neuen Kapitalanforderungen ohne allzu grosse Belastung der Ausschüttungen erfüllen kann."

___ Bundesrätliche Warnung

Die Frage der Auslandstöchter geht nun in den parlamentarischen Prozess, wobei die Aussichten auf eine Abschwächung weiterhin intakt sind: Die Analysten verweisen auf den im Dezember von mehreren Parlamentariern vorgelegten "Kompromissvorschlag", wonach die Unterlegung teilweise mit Kernkapital und teilweise mit "billigerem" AT1-Kapital abgedeckt werden könnte.

Für Verunsicherung sorgt dabei aber die unverhohlene Warnung des Bundesrats. Demnach würde die Regierung ohne eine "genügende" Umsetzung der Vorlage des Parlaments noch einmal auf die Eigenmittelverordnung zurückkommen. Laut Aussagen von Finanzministerin Karin Keller-Sutter könnte insbesondere der Kapitalabzug von latenten Steuerguthaben noch einmal aufs Tapet kommen.

Es sei zwar nicht ganz klar, was der Bundesrat mit einer "genügenden" Umsetzung meine, kommentiert etwa Barclays-Analystin Flora Bocahut. Allerdings sieht sie die Warnung klar negativ für den UBS-Aktienkurs: Denn unter dem Strich limitiere der Bundesrat damit die Auswirkungen eines "positiveren Ausgangs" des Bankengesetzes im Parlament.


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