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Unternehmensergebnis   29.07.2026 08:28:14

UBS übertrifft erneut Erwartungen und kauft weitere Aktien zurück

Zürich (awp) - Die UBS hat im zweiten Quartal 2026 erneut deutlich mehr verdient und damit auch wieder die Schätzungen von Analysten übertroffen. Trotz der Ungewissheit über ihre künftigen Kapitalanforderungen kündigt sie ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Die CS-Integration nähert sich derweil langsam dem Ende.

Die Grossbank erzielte in den Monaten von April bis Juni einen Vorsteuergewinn von 3,59 Milliarden US-Dollar. Das sind rund 64 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode, wie die UBS am Mittwoch mitteilte.

Beim Reingewinn von 2,80 Milliarden war das Plus mit 17 Prozent allerdings deutlich geringer - die Bank hatte im Vorjahreszeitraum noch von einem positiven Steuereffekt profitiert. Mit diesen Zahlen übertraf sie - wie fast immer in den vergangenen Quartalen - die Schätzungen von Analysten klar.

Die UBS profitierte insgesamt vom zumeist guten Umfeld an den Finanzmärkten. In ihrem Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung, konnte sie weitere Kundengelder akquirieren. Der Nettoneugeldzufluss belief sich auf 35,5 Milliarden Dollar, im Asset Management waren es weitere 6 Milliarden. Damit verwaltete sie per Mitte Jahr über alle Bereiche der Gruppe hinweg Vermögen in der Höhe von 7326 Milliarden Dollar nach 6881 Milliarden Ende März.

___ Erstmals weniger als 100'000 Mitarbeitende

Im Fokus des Interesses steht derweil weiterhin die Integration der 2023 übernommenen Credit Suisse. Der Abschluss der Integration zum Jahresende sei "auf gutem Weg", schreibt die Bank dazu. Mehr als 90 Prozent der alten IT-Anwendungen würden nicht mehr genutzt, und rund 70 Prozent seien bereits vollständig ausser Betrieb genommen.

Im zweiten Quartal hat die UBS entsprechend weitere Einsparungen von brutto 1,1 Milliarden Dollar erreicht. Damit lagen die gesamten erzielten Einsparungen per erstem Halbjahr 2026 laut den Angaben bei brutto 12,6 Milliarden Dollar.

Das entspricht bereits mehr als 90 Prozent der angestrebten Kosteneinsparungen. Bis Ende 2026 soll das Niveau der Einsparungen bei 13,5 Milliarden Dollar zu liegen kommen - dies im Vergleich zum kombinierten Kostenniveau von UBS und Credit Suisse im Jahr 2022.

Auf Personalebene ist die fortschreitende Integration ebenfalls klar sichtbar: Erstmals hat die Bank beim internen Personal die Marke von 100'000 unterschritten. Auf Vollzeitbasis waren per Mitte 2026 noch 99'085 Personen bei der UBS beschäftigt, rund 2500 weniger als Ende März. Inklusive der externen Kräfte waren es noch 112'388 Angestellte.

___ Damoklesschwert Eigenkapital

Weiter als Damoklesschwert schwebt derweil die Eigenkapitaldiskussion über der UBS. Der Bund und die Bank liegen sich diesbezüglich bekanntlich seit längerem in den Haaren. Der Bundesrat strebt in seiner Gesetzesvorlage eine vollständige Unterlegung der UBS-Auslandstöchter an, womit sich die Grossbank im internationalen Vergleich stark benachteiligt sehen würde. Derzeit liegt der Gesetzesentwurf beim Parlament. Mitte August soll nun die Wirtschaftskommission des Ständerates wieder darüber beraten.

Trotz der Unsicherheiten setzt die UBS ihre Aktienrückkäufe fort. Nachdem sie das bisherige Rückkaufprogramm im laufenden Monat abgeschlossen hat, hat sie am Mittwoch ein neues Programm über 3 Milliarden US-Dollar bis Mitte 2027 angekündigt.

Im Rahmen dessen will die UBS in den nächsten drei Monaten Aktien im Wert von rund 1 Milliarde US-Dollar zurückkaufen. Eine Rückstellung dafür sei bereits in der Kernkapitalquote (CET1) per Mitte Jahr berücksichtigt, teilte die Bank in diesem Zusammenhang mit.

___ Vorsichtiger Ausblick

Mit Blick in die Zukunft gibt sich die UBS wie gewohnt eher zurückhaltend: "Zu Beginn des dritten Quartals bleibt das Marktumfeld insgesamt konstruktiv, unterstützt durch eine solide Kundenaktivität, eine zunehmend breit abgestützte Marktführerschaft sowie eine historisch hohe Dispersion am Aktienmarkt", heisst es. Gleichzeitig würden die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die volatilen Energiepreise zu Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Inflations- und Zinsentwicklung führen.

Insgesamt sieht sich die Bank derweil auf gutem Weg. "Wir sind gut positioniert, um unser Renditeziel für 2026 auf Exit-Rate-Basis zu übertreffen und das angestrebte Aufwand-Ertrags-Verhältnis zu erreichen", liess sich CEO Sergio Ermotti in der Mitteilung zitieren.


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