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Unternehmensergebnis   29.07.2026 14:24:21

UBS überzeugt mit Quartalszahlen - Kapitalfrage bleibt Belastung

Zürich (awp) - Die UBS hat im zweiten Quartal erneut deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Die CS-Integration nähert sich derweil dem Ende zu, während die Eigenkapitaldiskussionen noch länger anhalten dürften.

Die Grossbank erzielte in den Monaten von April bis Juni 2026 einen um 64 Prozent höheren Vorsteuergewinn von 3,59 Milliarden US-Dollar. Beim Reingewinn von 2,80 Milliarden fiel das Plus mit 17 Prozent allerdings deutlich geringer aus; die Bank hatte im Vorjahreszeitraum noch von einem positiven Steuereffekt profitiert.

Mit diesen Zahlen übertraf die UBS die Schätzungen von Analysten erneut klar. Dabei profitierte sie vom zumeist guten Umfeld an den Finanzmärkten. So konnte sie in ihrem Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung, weitere 35,5 Milliarden Dollar Netto-Neugelder gewinnen. Damit stiegen die verwalteten Vermögen über alle Bereiche der Gruppe hinweg per Mitte Jahr auf 7326 Milliarden Dollar von 6881 Milliarden Ende März.

Schweiz-Kunden auf einer Plattform

Derweil sieht sich die Bankengruppe auf Kurs, die Integration der vor über drei Jahren übernommenen Credit Suisse wie geplant bis Ende Jahr zu Ende zu bringen. Mehr als 90 Prozent der alten IT-Anwendungen würden nicht mehr genutzt, und rund 70 Prozent seien bereits vollständig ausser Betrieb genommen.

Mit der Ende März abgeschlossenen Migration der früheren CS-Konten auf die UBS-Plattformen war das zweite Quartal nun das erste mit einem integrierten Ansatz für alle Kunden, wovon das Schweiz-Geschäft profitiert haben dürfte.

Im Berichtsquartal wurden ausserdem weitere 1,1 Milliarden Dollar an Kosten eingespart. Damit fehlen bis zum angepeilten Ziel von 13,5 Milliarden nach Ende der Restrukturierung Ende 2026 im Vergleich zur Kostenbasis 2022 lediglich noch knapp 1 Milliarde.

Auch beim Personal zeigt sich die fortschreitende Integration. Auf Gruppenebene unterschritt die Bank beim internen Personal nämlich die Marke von 100'000 Vollzeitstellen. An den bis Ende 2026 erwarteten 3000 Entlassungen hierzulande im Zuge der Integration hält das Management derweil fest.

Damoklesschwert Eigenkapital

Weiterhin schwebt die Eigenkapitaldiskussion wie ein Damoklesschwert über der UBS. Der Bund und die Bank liegen sich diesbezüglich bekanntlich seit längerem in den Haaren. Der Bundesrat strebt in seiner Gesetzesvorlage eine vollständige Unterlegung der UBS-Auslandstöchter an, womit sich die Grossbank im internationalen Vergleich stark benachteiligt sähe. Derzeit liegt der Gesetzesentwurf beim Parlament. Mitte August soll nun die Wirtschaftskommission des Ständerates wieder darüber beraten.

Dennoch setzt die UBS ihre Aktienrückkäufe fort, allerdings zunächst unter Vorbehalt beim Tempo. Nachdem die Bank ein Rückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar jüngst abgeschlossen hat, wurde ein neues Programm über ebenfalls 3 Milliarden Dollar bis Mitte 2027 angekündigt. Im Rahmen dessen will die UBS in den nächsten drei Monaten Aktien im Wert von mindestens 1 Milliarde zurückkaufen.

Wie schnell die restlichen 2 Milliarden hinzukommen, hängt allerdings vom Marktumfeld, den weiteren Finanzergebnissen, der Aufrechterhaltung einer Kapitalquote von rund 14 Prozent sowie den weiteren Entwicklungen in der Schweizer Kapitaldebatte ab. Er rechne damit, dass das Management mit der Publikation der Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober ein Update zum Zeitplan der weiteren Rückkäufe liefern werde, sagte Finanzchef Todd Tuckner am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Aktie steigt weiter nach gutem Lauf

An der Börse gewinnen die Aktien der UBS am Mittwoch gegen 13.30 Uhr 1,9 Prozent auf 43,25 Franken. Nach einem bereits sehr starken Anstieg 2025 sind sie - bis auf einen Taucher im März im Zuge des Beginns des Irankriegs - bis zum 15. Juli auf ein Mehrjahreshoch bei 44,44 Franken gestiegen. So teuer waren die Titel der Bank letztmals vor der grossen Finanzkrise 2008/09.

Analysten zeigten sich besonders vom Geschäftsverlauf im Investment Banking, aber auch von der Entwicklung im Kerngeschäft Vermögensverwaltung angetan. Die Ergebnisse seien insgesamt ermutigend, auch wenn der Fokus weiterhin auf einer möglichen "Verwässerung" der Kapitalvorschläge des Bundesrats im Vorfeld der Parlamentsdebatten liege, kommentierte etwa Andrew Coombs von Citi.


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