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Neue Produkte und Dienstleistungen   01.07.2026 10:18:10

Galderma-Aktien nach Zulassungsrückschlag in USA auf Verkaufszetteln

Zürich (awp) - Die Aktien von Galderma stehen am Mittwoch im frühen Handel stark unter Druck. Der Hautpflegekonzern muss beim Zulassungsantrag für das Faltenmittel Relfydess in den USA zum zweiten Mal nachbessern. Diesmal geht es um Beanstandungen am Produktionsstandort.

Galderma verlieren gegen 9.55 Uhr 4,5 Prozent auf 175,65 Franken, während der SPI mit minus 0,03 Prozent kaum verändert notiert. Bis zum Vorabend standen Galderma seit Anfang Jahr 13 Prozent im Plus. Das am Vortag markierte jüngste Intraday-Allzeithoch liegt bei 188,25 Franken. Am Tagesschluss gab der Titel 1 Prozent ab.

"Die heutige Nachricht ist nicht erfreulich, da sie eine weitere Verzögerung für die Markteinführung von Relfydess in den USA bedeutet", kommentiert Vontobel. Analyst Stefan Schneider erwarte diese nun nicht mehr im laufenden Jahr. Nach dem starken Lauf der Aktie kommt es nach diesen News auch zu weiteren Gewinnmitnahmen. Der Rückschlag habe eine potentielle Kaufgelegenheit für Anleger geschaffen, sagt ein Marktbeobachter.

Analysten verweisen indes darauf, dass bei der Zulassung von Neuromodulatoren der so genannte Complete Response Letter (CRL) immer mehr zum Standard wird. Bei Neuromodulatoren wird die Empfindlichkeit der Nervenzellen verändert.

Die zweite Verzögerung bei der Zulassung von Relfydess in den USA sei "enttäuschend", schreibt etwa die UBS. Analyst Matthew Weston weist gleichzeitig darauf hin, dass die US-Gesundheitsbehörde bei der Zulassung von Neuromodulatoren historisch gesehen sehr streng in Bezug auf die Chargenanalyse sei. Bei der Chargenfreigabe wird sichergestellt, dass jede produzierte Einheit sicher und von gleichbleibender Qualität ist, bevor sie in den Verkauf gelangt.

___ FDA sehr strikt bei Zulassungen

Auch Barclays haut in dieselbe Kerbe: "Wir stellen fest, dass CRLs mittlerweile zum Standardverfahren geworden sind, wenn es darum geht, neue Neuromodulatoren von der FDA zuzulassen", heisst es. Die News seien etwas enttäuschend, aber weitgehend erwartet gewesen und kein Grund, die Anlagethese aufzugeben. Die Nachrichten änderten auch nichts an der Prognose für 2026, an der mittelfristigen Prognose oder am sehr starken langfristigen Ausblick der Gruppe, so Barclays.

Auch RBC sieht "kein grundlegendes Problem". Allerdings sei der Zeitrahmen bis zur Klärung ungewiss. Dieser sei von der Art der erforderlichen Korrekturmassnahmen abhängig sowie von etwaigen anschliessenden Nachinspektionen. Relfydess ist nach Ansicht von RBC ein wichtiger Treiber für die mittelfristige Margenausweitung. Im Vergleich zu Dysport sei es wirtschaftlich vorteilhafter. Eine weitere Verzögerung der Zulassung verschiebe den Zeitpunkt, ab dem diese Vorteile in den USA zum Tragen kommen.

ZKB rechnet nun nicht mehr mit einem breiten US-Produkt-Roll-out von Relfydess vor dem dritten Quartal 2026. Aufgrund der klaren Produktvorteile von Relfydess versus klassischen Botox-Anwendungen (keine Rekonstitution mit Kochsalzlösung, Wirkungseintritt, Wirkungsdauer etc.) rechnet Analyst Gian Marco Werro jedoch in den USA mit substanziellen Marktanteilsgewinnen. Hauptwettbewerber für Relfydess dürfte lediglich Ipsens neues Neurotoxin Corabotase (noch in der klinischen Entwicklung) sein, sodass das Wettbewerbsumfeld vorerst relativ überschaubar bleibe.


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