Ausblick Galderma: Fokus auf Nemluvio und Relfydess
Herisau (awp) - Galderma wird vor allem erklären müssen, wie der weitere Fahrplan für das Faltenmittel Relfydess nach dem jüngsten Rücksetzer in den USA aussehen soll. Spannend ist, ob das Management die bisherigen Ziele bestätigt, oder gar etwas nach oben schraubt.
Das Dermatologie-Unternehmen präsentiert am Donnerstag, 23. Juli, die Zahlen für das erste Semester 2026. Insgesamt acht Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
,,H1 2026 (in Mio USD) AWP-Konsens H1 2025 Umsatz 3'070 2'448 - Injizierbare Ästhetik 1'426 1'240 - Dermat. Hautpflege 846 719 - Therapeut. Dermatologie 798 489 EBITDA (Core) 770 555 - Marge(%) 25,1 22,7 Reingewinn (Core) 504 329,,
Welches sind die wichtigsten Themen?
Bei Galderma dürfte das Hauptaugenmerk zwei Produkten gelten: Nemluvio und Relfydess. Während bei Nemluvio - ein Medikament zur Behandlung von Neurodermitis und Prurigo nodularis (Knötchenflechte mit starkem Juckreiz) - eher auf die weiteren Absatzerfolge geschaut werden dürfte - immerhin traut das Management dem Mittel meherer Milliarden an Umsätzen zu.
Dagegen hat Galderma mit dem Neuromodualtor Relfydess , einem Wirkstoff gegen Falten, kürzlich in den USA einen Rücksetzer erlitten. Die US-Zulassungsbehörde FDA hatte auf einen Zulassungsantrag des Wirkstoffs einen sogenannten Complete Response Letter zurückgeschrieben. Das bedeutet zwar nicht, dass die Zulassung des Produkts abgelehnt wurde, Galderma muss aber nachbessern. Die FDA beanstandete Beobachtungen aus einer Inspektion der Produktionsstätte sowie die Optimierung analytischer Methoden. Sicherheit und Wirksamkeit des Präparats seien hingegen nicht bemängelt worden. Mit der Vorlage der Zahlen dürfte es spannend sein, ob das Management noch etwas mehr auch zum weiteren Fahrplan zu sagen hat.
Worauf ist noch zu achten?
Gerade im Bereich der injizierbaren Ästhetik, zu der alle Formen von Falten- und Schönheitsbehandlungen gehören, werden Anleger wissen wollen, ob sich die geopolitischen Unsicherheiten auf das Konsumverhalten der Kunden niedergeschlagen hat. Zudem hätten im ersten Quartal noch Lagerauffüllungen sowohl bei Neuromodulatoren als auch bei Füllstoffen/Biostimulatoren diesen Geschäftsbereich gestützt, heisst es etwa bei der UBS. Dieser Effekt dürfte im zweiten Quartal abgeklungen sein.
Welche Ziele hat sich das Management gesetzt?
Analysten zeigen sich etwas uneins, wenn es um die Prognose geht. So zählt der Jefferies-Experte klar zu den Optimisten und hält eine Erhöhung für durchaus vorstellbar. JPMorgan und die Mehrheit der Experten gehen derweil davon aus, dass das Management die bisherigen Ziele bekräftigen wird.
Bislang peilt das Führungsteam von Galderma für 2026 ein Umsatzwachstum zwischen 17 und 20 Prozent an. Die Kern-EBITDA-Marge soll 2026 bei etwa 26 Prozent zu konstanten Währungen zu liegen kommen. Die US-Zölle wertet das Unternehmen als weiterhin überschaubar.
Ist die Aktie weiter im Raketen-Modus?
Nachdem die Papiere im vergangenen Jahr einen Kometenhaften Anstieg gesehen haben, tut sich das Papier in diesem Jahr etwas schwerer damit, weiteren Boden gutzumachen. Auch wenn viele Analysten das Unternehmen mit seinem Fokus nach wie vor loben und mögen: Die bereits recht happige Bewertung grenzt in den Augen vieler Analysten das weitere Potenzial etwas ein.
Die Aktien von Galderma sind seit Anfang Jahr um rund 6 Prozent gestiegen, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI um etwa 11 Prozent zugelegt hat. Im letzten Jahr legten die Titel um gut 61 Prozent zu. Damit ist dem Höhenflieger des Vorjahres ganz scgön der Schnauf ausgegangen. Analysten empfehlen die Papiere zwar überwiegend zu Kauf, haben aber aufgrund der bereits recht üppigen Bewertung Zweifel an dem weietern Aufwärtsptenzial.
Website: www.galderma.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 22.07.2026 18:15:16 | Aktien Schweiz Schluss: SMI dank Nestlé knapp im Plus - Berichtssaison im Fokus |