Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung
02.11.2026 13:28:23
Im Zentrum der Differenzen mit Swissport Station Zürich standen insbesondere die Lohnentwicklung, zusätzliche Anforderungen an die Flexibilität sowie der Schutz zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das derzeitige Angebot des Unternehmens trug diesen Punkten aus Sicht des Kaufmännischen Verbands Schweiz, des VPOD Luftverkehr und der Gewerkschaft des Bodenpersonals der Luftfahrt (SEV-GATA) nicht ausreichend Rechnung, wie diese am Montag mitteilten.
Ende Jahr läuft der Gesamtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal Swissport am Flughafen Zürich aus. Er wurde zuletzt 2022 erneuert. "Bereits damals mussten die Arbeitnehmenden nach der Corona-Pandemie schmerzhafte Zugeständnisse machen", schrieb SEV-GATA.
Die Arbeitnehmerverbände forderten deshalb deutliche Lohnerhöhungen von insgesamt sieben Prozent über vier Jahre. Dies sei angesichts von Einstiegslöhnen von knapp über 4000 Franken dringend notwendig, da diese teilweise unter dem städtischen Mindestlohn von Zürich lägen.
Swissport Zürich weigerte sich gemäss der Arbeitnehmerseite jedoch, auf diese Forderungen einzugehen. Für drei Viertel der Mitarbeitenden sollten die Löhne innerhalb von vier Jahren lediglich um 2,8 Prozent steigen. Für das verbleibende Viertel waren zwar stärkere Erhöhungen vorgesehen, diese gingen jedoch zulasten von Lohnsenkungen in anderen Funktionen.
___ Swissport bot Lohnerhöhungen an
Swissport teilte am Montag ihrerseits auf Anfrage mit, dass es ein Gesamtpaket mit Lohnerhöhungen von rund vier Prozent über die Laufzeit des GAV angeboten habe. Dieses Paket umfasse eine generelle Lohnerhöhung von 2,8 Prozent für alle Mitarbeitenden sowie zusätzliche, gezielte Anpassungen von bis zu sechs Prozent für bestimmte Funktionen.
Das Unternehmen betonte, diese Anpassungen erfolgten nicht zulasten anderer Mitarbeitender und niemand müsse eine Lohnsenkung hinnehmen. Die Darstellung der Gewerkschaften sei daher falsch.
Der tiefste Grundlohn bei Swissport am Flughafen Zürich betrage derzeit 4305 Franken pro Monat, ergänzt durch diverse Zulagen. Neben der generellen Lohnerhöhung habe Swissport angeboten, die Löhne in den drei tiefsten Lohnfunktionen ab dem Jahr 2028 zusätzlich anzuheben.
___ Mehr Flexibilität gefordert
Die Arbeitnehmerseite kritisierte, dass Swissport von den Mitarbeitenden noch mehr Flexibilität verlange. Die Jahresarbeitszeit sollte ausgedehnt und die Anzahl der Schichten mit sogenannten Zimmerstunden, also Arbeitsunterbrüchen von teilweise mehr als zwei Stunden, erhöht werden.
Die Mitarbeitenden in Zürich arbeiteten bereits heute flexibler als an beinahe allen anderen Swissport-Standorten. Schicht- und Wochenendarbeit sowie Ruhezeiten von lediglich acht Stunden gehörten schon jetzt zum Alltag, monierten die Arbeitnehmerverbände.
Die Bodenabfertigung müsse sich an stark schwankende Flugvolumen, saisonale und tägliche Verkehrsspitzen sowie kurzfristige Änderungen im Flugbetrieb anpassen, wehrte sich Swissport in seiner Darstellung. Die vorgeschlagenen Anpassungen bei der Jahresarbeitszeit und den Schichten mit Arbeitsunterbrüchen sollten sicherstellen, dass Swissport auch künftig einen zuverlässigen Betrieb am Flughafen Zürich gewährleisten und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben könne.
___ Mit Streik gedroht
Die Arbeitnehmerverbände erklärten in der Mitteilung die GAV-Verhandlungen geschlossen für gescheitert. Man bliebe jedoch gesprächsbereit, sofern Swissport ein faires und angemessenes Angebot unterbreite.
Sollte ein entsprechendes Angebot ausbleiben, planen die Arbeitnehmerverbände Arbeitskampfmassnahmen bis hin zum Streik. Können sich die Sozialpartner nicht einigen, herrscht ab Januar 2027 ein vertragsloser Zustand, womit auch die Friedenspflicht endet.
Swissport bedauerte, dass die Gewerkschaften die Verhandlungen nach acht "konstruktiven Runden" einseitig für gescheitert erklärt hätten. Aus Sicht des Unternehmens seien die Verhandlungen keineswegs gescheitert, sondern befänden sich weiterhin innerhalb des gemeinsam vereinbarten Verhandlungszeitplans.
Swissport bleibe jederzeit gesprächs- und verhandlungsbereit. Das aktuelle Angebot stelle bereits eine substantielle Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen dar und liege an der Grenze der wirtschaftlichen Möglichkeiten. Als einziger Bodenabfertigungsdienstleister am Flughafen Zürich mit einem GAV stehe Swissport im Wettbewerb mit einem Anbieter, der keinem vergleichbaren GAV unterstehe und ein deutlich tieferes Lohnniveau aufweise. Das Unternehmen setze weiterhin auf Dialog und eine konstruktive Lösung am Verhandlungstisch.
Gewerkschaften erklären Verhandlungen mit Swissport für gescheitert
Zürich (awp/sda) - Die Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal von Swissport am Flughafen Zürich sind laut den Gewerkschaften gescheitert. Diese drohen mit Arbeitskampfmassnahmen bis hin zum Streik. Swissport hingegen erklärte die Verhandlungen nicht für gescheitert und zeigt sich weiterhin gesprächsbereit.Im Zentrum der Differenzen mit Swissport Station Zürich standen insbesondere die Lohnentwicklung, zusätzliche Anforderungen an die Flexibilität sowie der Schutz zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das derzeitige Angebot des Unternehmens trug diesen Punkten aus Sicht des Kaufmännischen Verbands Schweiz, des VPOD Luftverkehr und der Gewerkschaft des Bodenpersonals der Luftfahrt (SEV-GATA) nicht ausreichend Rechnung, wie diese am Montag mitteilten.
Ende Jahr läuft der Gesamtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal Swissport am Flughafen Zürich aus. Er wurde zuletzt 2022 erneuert. "Bereits damals mussten die Arbeitnehmenden nach der Corona-Pandemie schmerzhafte Zugeständnisse machen", schrieb SEV-GATA.
Die Arbeitnehmerverbände forderten deshalb deutliche Lohnerhöhungen von insgesamt sieben Prozent über vier Jahre. Dies sei angesichts von Einstiegslöhnen von knapp über 4000 Franken dringend notwendig, da diese teilweise unter dem städtischen Mindestlohn von Zürich lägen.
Swissport Zürich weigerte sich gemäss der Arbeitnehmerseite jedoch, auf diese Forderungen einzugehen. Für drei Viertel der Mitarbeitenden sollten die Löhne innerhalb von vier Jahren lediglich um 2,8 Prozent steigen. Für das verbleibende Viertel waren zwar stärkere Erhöhungen vorgesehen, diese gingen jedoch zulasten von Lohnsenkungen in anderen Funktionen.
___ Swissport bot Lohnerhöhungen an
Swissport teilte am Montag ihrerseits auf Anfrage mit, dass es ein Gesamtpaket mit Lohnerhöhungen von rund vier Prozent über die Laufzeit des GAV angeboten habe. Dieses Paket umfasse eine generelle Lohnerhöhung von 2,8 Prozent für alle Mitarbeitenden sowie zusätzliche, gezielte Anpassungen von bis zu sechs Prozent für bestimmte Funktionen.
Das Unternehmen betonte, diese Anpassungen erfolgten nicht zulasten anderer Mitarbeitender und niemand müsse eine Lohnsenkung hinnehmen. Die Darstellung der Gewerkschaften sei daher falsch.
Der tiefste Grundlohn bei Swissport am Flughafen Zürich betrage derzeit 4305 Franken pro Monat, ergänzt durch diverse Zulagen. Neben der generellen Lohnerhöhung habe Swissport angeboten, die Löhne in den drei tiefsten Lohnfunktionen ab dem Jahr 2028 zusätzlich anzuheben.
___ Mehr Flexibilität gefordert
Die Arbeitnehmerseite kritisierte, dass Swissport von den Mitarbeitenden noch mehr Flexibilität verlange. Die Jahresarbeitszeit sollte ausgedehnt und die Anzahl der Schichten mit sogenannten Zimmerstunden, also Arbeitsunterbrüchen von teilweise mehr als zwei Stunden, erhöht werden.
Die Mitarbeitenden in Zürich arbeiteten bereits heute flexibler als an beinahe allen anderen Swissport-Standorten. Schicht- und Wochenendarbeit sowie Ruhezeiten von lediglich acht Stunden gehörten schon jetzt zum Alltag, monierten die Arbeitnehmerverbände.
Die Bodenabfertigung müsse sich an stark schwankende Flugvolumen, saisonale und tägliche Verkehrsspitzen sowie kurzfristige Änderungen im Flugbetrieb anpassen, wehrte sich Swissport in seiner Darstellung. Die vorgeschlagenen Anpassungen bei der Jahresarbeitszeit und den Schichten mit Arbeitsunterbrüchen sollten sicherstellen, dass Swissport auch künftig einen zuverlässigen Betrieb am Flughafen Zürich gewährleisten und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben könne.
___ Mit Streik gedroht
Die Arbeitnehmerverbände erklärten in der Mitteilung die GAV-Verhandlungen geschlossen für gescheitert. Man bliebe jedoch gesprächsbereit, sofern Swissport ein faires und angemessenes Angebot unterbreite.
Sollte ein entsprechendes Angebot ausbleiben, planen die Arbeitnehmerverbände Arbeitskampfmassnahmen bis hin zum Streik. Können sich die Sozialpartner nicht einigen, herrscht ab Januar 2027 ein vertragsloser Zustand, womit auch die Friedenspflicht endet.
Swissport bedauerte, dass die Gewerkschaften die Verhandlungen nach acht "konstruktiven Runden" einseitig für gescheitert erklärt hätten. Aus Sicht des Unternehmens seien die Verhandlungen keineswegs gescheitert, sondern befänden sich weiterhin innerhalb des gemeinsam vereinbarten Verhandlungszeitplans.
Swissport bleibe jederzeit gesprächs- und verhandlungsbereit. Das aktuelle Angebot stelle bereits eine substantielle Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen dar und liege an der Grenze der wirtschaftlichen Möglichkeiten. Als einziger Bodenabfertigungsdienstleister am Flughafen Zürich mit einem GAV stehe Swissport im Wettbewerb mit einem Anbieter, der keinem vergleichbaren GAV unterstehe und ein deutlich tieferes Lohnniveau aufweise. Das Unternehmen setze weiterhin auf Dialog und eine konstruktive Lösung am Verhandlungstisch.
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