Unternehmensergebnis   12.10.2026 07:24:12

Centiel senkt Prognose nach Verzögerung bei US-Lieferungen

Lugano (awp) - Der US-Markteintritt des Tessiner Unternehmens Centiel verzögert sich. Zwar hat das Unternehmen die für Lieferungen in die USA erforderliche UL-Zertifizierung erhalten und einen weiteren Grossauftrag über 51 Millionen US-Dollar erhalten. Die Auslieferungen sind nun aber erst für 2027 geplant. Centiel senkt deshalb die Umsatz- und Margenprognose für 2026.

Centiel hat von seinem US-Partner Neo Critical Power einen unterzeichneten zweiten Auftrag über 51 Millionen Dollar erhalten, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Parteien finalisierten derzeit noch die Bedingungen, bevor Centiel den Auftrag formell annehme. Zusammen mit einem bereits im Juli angekündigten Auftrag über 8,7 Millionen Dollar würde sich der US-Auftragsbestand damit auf 59,7 Millionen Dollar belaufen. Die Produktion und Auslieferung der Aufträge sind für 2027 vorgesehen.

Die nun erteilte UL-Zertifizierung bestätigt laut den Angaben zudem, dass die modularen unterbrechungsfreien Stromversorgungssysteme (USV) von Centiel die geltenden US-Sicherheits- und Leistungsstandards erfüllen. Vor den ersten Lieferungen muss das Unternehmen jedoch noch eine unabhängige Prüfung und Validierung der ersten Produktionssysteme abschliessen. Zudem baut Centiel die Produktionskapazitäten aus und schult Mitarbeitende, um die erwarteten US-Volumen bewältigen zu können.

___ Umsatz- und EBIT-Margenprognose gesenkt

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Centiel neu mit einem Nettoumsatz von rund 55 Millionen Franken. Zuvor hatte das Unternehmen rund 65 Millionen Franken in Aussicht gestellt, einschliesslich eines erwarteten Beitrags aus dem US-Geschäft. Im Vorjahr hatte der Umsatz 45,7 Millionen Franken betragen. In den Kernmärkten hält Centiel an der Erwartung eines organischen Wachstums von rund 20 Prozent fest.

Die um Transaktionskosten bereinigte EBIT-Marge dürfte neu im hohen Zehnerprozentbereich liegen. Bislang hatte Centiel eine Marge von über 20 Prozent erwartet. Als Grund für die Anpassung nennt das Unternehmen vor allem die Kosten für den Produktionshochlauf vor den geplanten US-Lieferungen.

Centiel-Chef Gerardo Lecuona bezeichnete die Zertifizierung als wichtigen Meilenstein. Der neue Auftrag zeige das Vertrauen des US-Partners in die Technologie und stärke die Wachstumsaussichten für 2027. Die Produktion am neuen Standort in Muzzano soll in der ersten Jahreshälfte 2027 anlaufen.

Centiel ist seit der Mitte April abgeschlossenen Fusion mit HT5 an der Schweizer Börse SIX kotiert. HT5 wiederum war der übrig gebliebene Börsenmantel nach dem Konkurs des Milchverarbeiters Hochdorf.


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