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Unternehmensergebnis   23.07.2026 13:19:15

Givaudan wächst wieder schneller - Anleger bleiben dennoch vorsichtig

Vernier (awp) - Givaudan ist im zweiten Quartal 2026 organisch wieder etwas schneller gewachsen als zu Jahresbeginn. Der neue Konzernchef Christian Stammkoetter blickt nun trotz geopolitischer Risiken zuversichtlich nach vorne. An der Börse blieb der Applaus bisher dennoch aus.

Negative Wechselkurseffekte drückten den Umsatz des Genfer Aromen- und Duftstoffherstellers in Franken allerdings ins Minus. So sank dieser im ersten Halbjahr 2026 um 1,7 Prozent auf 3,80 Milliarden Franken.

___ Organisches Wachstum gewinnt wieder Fahrt

Organisch, also bereinigt um Währungs- und Übernahmeeffekte, wuchs Givaudan dagegen um 3,6 Prozent. Damit beschleunigte sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 4,3 Prozent, nach 2,8 Prozent im ersten Jahresviertel.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 24,3 Prozent nach 25,2 Prozent im Vorjahr. Der Reingewinn ging wegen hoher Sonderkosten für Rechtsfälle gar um 20 Prozent auf 475 Millionen Franken zurück.

Beim organischen Wachstum übertraf Givaudan die Erwartungen der Analysten im AWP-Konsens. Die Profitabilität (bereinigte EBITDA-Marge) lag derweil im Rahmen der Erwartungen. Der Reingewinn verfehlte indes die Prognosen klar.

___ Aromensparte zeigt erste Erholung

Während das Geschäft mit Duftstoffen erneut kräftig zulegte, zeigte sich in der zuletzt schwächeren Aromensparte eine erste Erholung. Diese Entwicklung soll sich nach Einschätzung des Managements im zweiten Halbjahr fortsetzen.

Der seit diesem Frühjahr amtierende CEO sieht gleich mehrere Wachstumstreiber. Chancen verspricht er sich vom Boom der Abnehmmedikamente vom Typ GLP-1. Weil Lebensmittelhersteller ihre Produkte stärker auf kalorienärmere Ernährung ausrichten, steigt nach seiner Einschätzung die Nachfrage nach Technologien zur Zucker-, Salz- und Fettreduktion.

Auch funktionelle Getränke, etwa proteinangereicherte oder mit Vitaminen und anderen Zusatzstoffen versehene Getränke, gehören laut Stammkoetter zu den am schnellsten wachsenden Bereichen. Dort könne Givaudan seine Stärken bei Geschmackslösungen und der Maskierung unerwünschter Geschmacksnoten ausspielen.

___ CEO sieht kein Ende des Booms bei Luxusparfüms

Zuversichtlich bleibt der CEO auch für die Luxusparfümerie. Zwar hat sich das Wachstum nach den Boomjahren etwas normalisiert. Dank einer breiten Kundenbasis und hoher Innovationskraft sieht Stammkoetter keine Anzeichen für ein Ende des Trends zu hochwertigen Düften.

Etwas Sorgen bereitet ihm allerdings der Krieg im Nahen Osten. Kurzfristig rechnet der Firmenchef zwar lediglich mit leicht steigenden Rohstoffkosten. Längerfristig könnten fehlende Düngemittel aus der Region die Ernten belasten und damit die Versorgung mit natürlichen Rohstoffen erschweren.

___ Analysten sehen Licht und Schatten

Bei Analysten kamen die Beschleunigung des organischen Wachstums im zweiten Quartal und die Erholung der Aromensparte gut an. Kritischer beurteilt wurden dagegen der rückläufige Reingewinn und der deutlich negative freie Cashflow.

Die Givaudan-Aktien notierten am Donnerstag um 13.10 Uhr 5,9 Prozent tiefer bei 3185 Franken. Nach der kräftigen Kursrally seit März dürften dabei auch Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben.


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