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Unternehmensergebnis   29.01.2026 13:49:11

Givaudan wächst 2025 weiter - Schlussquartal enttäuscht

Vernier (awp) - Givaudan ist 2025 organisch gewachsen, verlor aber zum Jahresende an Dynamik. Zudem belasteten Wechselkurse sowie höhere Kosten und Zölle das Ergebnis. Beim organischen Wachstum im vierten Quartal und bei der Profitabilität verfehlte der Aromen- und Duftstoffhersteller damit die Erwartungen, was die Aktie unter Druck setzt.

In Franken stieg der Umsatz um 0,8 Prozent auf 7,47 Milliarden Franken. Organisch resultierte ein Wachstum von 5,1 Prozent, nach 12,3 Prozent im Vorjahr. Der operative Gewinn (EBITDA) lag bei 1,75 Milliarden (-0,8%), was einer um 0,4 Prozentpunkte tieferen Marge von 23,4 Prozent entspricht. Es blieb ein um 1,7 Prozent tieferer Reingewinn von 1,07 Milliarden Franken. Die Dividende soll dennoch um 2 Franken auf 72 Franken je Aktie steigen.

Die beiden Sparten entwickelten sich unterschiedlich. In der Duftstoffdivision wuchsen die Umsätze organisch um 7,9 Prozent, getragen vor allem von der weiterhin rekordstarken Luxusparfümerie. Die Aromensparte legte dagegen nur um 2,4 Prozent zu.

Währungen, Kosten und Zölle drücken auf Marge - Ziele bestätigt

Der im Vergleich zu fast allen für das Unternehmen relevanten Währungen gestiegene Franken drückte auf die Profitabilität. Dazu kamen gestiegene Inputkosten sowie die Zölle der Trump-Regierung. Finanzchef Stewart Harris betonte, dass der EBITDA in Lokalwährungen gestiegen wäre.

Für 2026 gibt Givaudan wie üblich keine konkrete Jahresprognose ab. Das Mittelfristziel für die Jahre 2026 bis 2030 eines durchschnittlichen organischen Wachstums von 4 bis 6 Prozent wurde jedoch bestätigt. Im abgelaufenen Strategiezyklus (2021-2025) lag das organische Wachstum im Schnitt bei 6,8 Prozent.

Der neue Zyklus fällt zudem in eine Phase des Führungswechsels: CEO Gilles Andrier übergibt nach seiner 21. Jahreszahlenpräsentation im Frühjahr an Christian Stammkoetter. Andrier übernimmt dafür den Vorsitz des Verwaltungsrats - ein Schritt, der bei Investoren auch Governance-Fragen aufwirft.

Q4 unter Erwartungen - CEO betont langfristige Sicht

Für Enttäuschung sorgte besonders das organische Wachstum im Schlussquartal, das mit 3,2 Prozent unter der Konsenserwartung (4,1%) lag. Auch die EBITDA-Marge verfehlte die Prognosen. Einige Analysten erachten die seit längerem andauernde Kursschwäche aber für übertrieben und sehen im aktuellen Kurs das langfristige Potenzial zu wenig reflektiert.

CEO Andrier betonte im Call zu den Zahlen denn auch, dass einzelne Quartale nicht überbewertet werden sollten. Entscheidend sei die Betrachtung über mehrere Jahre, insbesondere anhand des durchschnittlichen organischen Wachstums.

Die Börse reagierte dennoch stark negativ: Die Givaudan-Aktie notiert am Donnerstag um 13.35 Uhr 6,4 Prozent tiefer bei 2936 Franken und damit klar am Ende vom SMI. Sie fiel damit erstmals seit Ende Oktober 2023 wieder unter die 3000-Franken-Marke; noch im Sommer 2025 hatte sie bei über 4200 Franken notiert.


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