News story
Hauptversammlung/Generalversammlung   16.04.2026 18:44:13

SIG-Aktionäre lehnen Vergütungsbericht an GV ab

Neuhausen am Rheinfall (awp) - Die SIG-Spitze hat eine Ohrfeige erhalten. Die Aktionäre des Verpackungsspezialisten haben an der Generalversammlung am Donnerstag in Neuhausen den Vergütungsbericht 2025 abgelehnt, wie das Unternehmen nach der GV in einem Communiqué mitteilte.

Der Verwaltungsrat hatte angesichts der Restrukturierungen im Konzern und der Wechsel an der Führungsspitze "einen einmaligen Plan zur Sicherung der Führungskontinuität auf den Weg gebracht. Ziel dieser aktienbasierten Vergütung ist es, die Stabilität innerhalb des Kern-Führungsteams zu stärken", hiess es im Geschäftsbericht.

Dieser Plan ist nun durchgefallen. Die Aktionäre an der GV lehnten mit 65 Prozent Nein-Stimmen den Vergütungsbericht 2025 ab, wie ein Konzernsprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine Konsultativabstimmung.

Verwaltungsratspräsident Olla Rollén erklärte in der Mitteilung, dass man das Ergebnis der Konsultativabstimmung über den Vergütungsbericht sehr ernst nehme: "2025 war ein besonderes Jahr, das besondere Lösungen erforderte, um den Unternehmenswert zu schützen. Der Verwaltungsrat betrachtet dies als einmalige Situation in einem sehr anspruchsvollen Umfeld und hält weiterhin an einer klar leistungsorientierten Vergütungspolitik fest."

Die übrigen Anträge des Verwaltungsrats seien indes angenommen worden, hiess es weiter. Alle bisherigen Verwaltungsratsmitglieder, die sich zur Wiederwahl stellten, wurden bestätigt. Zudem wurde Ola Rollén als Präsident des Verwaltungsrats mit überwältigendem Mehr wiedergewählt.

Wechsel an der Spitze

SIG ist stark durchgeschüttelt worden. Der langjährige CEO Samuel Sigrist musste das Unternehmen im vergangenen August per sofort verlassen, da er seine Ziele mehrfach verfehlt hatte. Sein Nachfolger Mikko Keto ist erst seit Anfang März 2026 im Amt.

Nach dem Rauswurf von Sigrist startete das Unternehmen unter dem neuen Präsidenten Ola Rollén ein Transformationsprogramm, das mit Einmalkosten von 351 Millionen Euro zu Buche schlug, der grösste Teil davon Wertberichtigungen. Unter dem Strich rutschte SIG damit im vergangenen Jahr in die roten Zahlen.

"Die getroffenen Massnahmen sind alle abgeschlossen und werden uns 2026 unterstützen", hatte Finanzchefin Anne Erkens im vergangenen Monat gesagt. Erkens war bis Ende Februar Interimschefin nach dem Abgang von Sigrist.

Konkret wurden bestimmte Teilbereiche zum Verkauf gestellt und wenig rentable Produktlinien eingestellt. Ausserdem werden bis Mitte des Jahres zwischen 100 und 150 Mitarbeitende - über alle Länder hinweg - das Unternehmen verlassen, so Erkens.


Zum gleichen Thema

HAUPTVERSAMMLUNG/GENERALVERSAMMLUNG 16.04.2026 18:50:46 Gurit macht im fortgeführten Geschäft mehr Umsatz im Startquartal

Betroffene Instrumente