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Unternehmensergebnis   29.01.2026 15:00:53

Mehr Automatisierung: Chemiekonzern Dow streicht mehr als jede zehnte Stelle

MIDLAND (awp international) - Der US Chemiekonzern Dow Inc will durch den vermehrten Einsatz von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz die Kosten deutlich senken. Dem Schritt werden allerdings rund 4.500 Stellen zum Opfer fallen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das sind mehr als jeder zehnte Angestellte. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 3.400 Mitarbeiter an 13 Standorten.

Neben der zunehmenden Verfügbarkeit von KI-Anwendungen und Automatisierungstechnik dürfte der Konzern damit auch auf das schwierige Branchenumfeld reagieren. Die teilweise träge Weltwirtschaft, zuletzt vor allem in Europa und China, macht der Branche schon länger zu schaffen. Hinzu kommt die rasant wachsende Konkurrenz durch chinesische Chemieunternehmen.

"Das Ziel ist es, hohes Wachstum und Produktivitätssteigerungen zu erzielen, die die Wettbewerbsposition von Dow verbessern", sagte das für das Tagesgeschäft (Chief Operating Office) zuständige Vorstandsmitglied Karen Carteropens laut Mitteilung.

Bis 2028 will Dow durch die Massnahmen das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um rund 2 Milliarden US-Dollar (knapp 1,7 Mrd Euro) steigern. 500 Millionen davon sollen bereits im laufenden Jahr erreicht werden. Zwei Drittel der Gesamtsumme sollen dabei durch Produktivitätssteigerungen geschafft werden.

Die Aufwendungen etwa für Abfindungen und andere Schritte schätzt das Unternehmen auf rund 1,1 bis 1,5 Milliarden Dollar. Der Grossteil davon wird 2026 anfallen.

Dow legte am Donnerstag ebenfalls Geschäftszahlen für 2025 vor. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 39,97 Milliarden Dollar. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 2,44 Milliarden Dollar an, nachdem im Jahr zuvor noch ein Überschuss von 1,2 Milliarden Dollar erzielt worden war. Das Minus geht auf Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen zurück.

Der Dow-Aktienkurs fiel im vorbörslichen US-Handel zuletzt um gut zwei Prozent.


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