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Unternehmensergebnis   24.07.2026 11:26:15

Calida steckt weiter in der Krise - Trennung von Cosabella

Zürich (awp) - Der Unterwäsche- und Lingerie-Hersteller Calida steckt nach wie vor in der Krise. Erneut kam es im ersten Halbjahr zu Umsatzrückgängen und unter dem Strich stehen rote Zahlen. Nun zieht der Traditionskonzern beim US-Sorgenkind Cosabella die Reissleine. Zudem wird das geplante Aktienrückkaufprogramm gestoppt.

Insgesamt fiel der Umsatz um 7,9 Prozent auf 93,7 Millionen Franken, wie Calida am Freitag mitteilte. Das bereinigte Betriebsergebnis blieb mit minus 0,3 Millionen Franken negativ, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 1,8 Millionen zu Buche stand. Auch unter dem Strich rutschte Calida mit einem Verlust von 0,6 Millionen Franken nach einem Gewinn von 0,9 Millionen im Vorjahr in die roten Zahlen.

Die ergriffenen Massnahmen zeigten nach Angaben des Managements Wirkung. Daher hält Calida im weiterhin schwierigen Marktumfeld an der Strategie und am Ausblick fest.

___ Trennung von Cosabella

Nach Jahren der Umsatzerosion und einer strategischen Überprüfung trennt sich Calida nun von der US-Lingeriemarke Cosabella. Käufer ist die in New York ansässige Crown Brands Group. Die Transaktion umfasst die Marken- und sonstigen Immaterialgüterrechte sowie die Warenbestände.

Zum Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkaufspreis liege aber in einem Rahmen, sodass nach den nötigen Abwicklungskosten ein positiver Beitrag zum Jahresergebnis bleiben werde, erklärte CEO Thomas Stöcklin am Freitag in einer Telefonkonferenz. Zur genauen Höhe wollte sich Stöcklin nicht äussern.

Analysten sehen unter dem Strich dennoch wahrscheinlich einen deutlichen Verlust auf Calida zukommen. Denn 2022 wurden 80 Millionen US-Dollar bezahlt, damals erzielte Cosabella einen Jahresumsatz von 29 Millionen Dollar. Die Verkäufe sind seither zusammengeschmolzen. Im ersten Halbjahr sackten sie nochmals um fast 37 Prozent ab. "Wir befürchten einen tiefen Verkaufserlös für Cosabella zu einem schlechten Zeitpunkt", lautet denn auch das Urteil der ZKB.

Gleichzeitig will Calida ein eigenständiges börsenkotiertes Unternehmen bleiben und widerspricht aufkeimenden Übernahmegerüchten. "Derzeit gibt es keine Absichten, die Gruppe zu veräussern", erklärte der CEO. Es liege kein prüfenswertes Angebot vor.

___ Auch Kernmarken weiter rückläufig

Auch bei den beiden Kernmarken Calida und Aubade ist noch keine Erholung zu sehen, die Umsätze sind weiter rückläufig. So setzte die Marke Calida 62,7 Millionen Franken um (-5,0 Prozent), Aubade verbuchte Verkäufe von 26,7 Millionen (-7,8 Prozent). Die Marktpositionen im Premiumsegment seien in den ersten sechs Monaten gezielt ausgebaut worden, hiess es vom Unternehmen.

Das Marktumfeld sei im ersten Halbjahr weiterhin anspruchsvoll gewesen und von einer verhaltenen Konsumentenstimmung geprägt, erklärte das Unternehmen. Insbesondere das mittlere Preissegment stehe unter Druck. Die ergriffenen Massnahmen hätten aber die Effizienz erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit der Kernmarken gestärkt.

___ Ausblick bestätigt - Aktie fällt

Beim Ausblick bleibt das Unternehmen eine konkrete Umsatzprognose weiterhin schuldig. Es hielt aber am Jahresziel einer EBIT-Marge von über 6 Prozent für die Gruppe fest. Für die Kernmarken Calida und Aubade werde unverändert eine weitere Steigerung des operativen Gewinnbeitrags erwartet. Wann genau wieder organisches Wachstum erzielt werde, konnte CEO Stöcklin nicht konkret sagen.

Die verhaltene Konsumentenstimmung in den Kernmärkten bleibe voraussichtlich bestehen, hiess es. Zudem würden weitere strukturelle Veränderungen in der Vertriebslandschaft erwartet.

An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an und auch der Verkauf von Cosabella löste keine positive Reaktion aus. Am späten Vormittag verloren die Titel entsprechend 9,3 Prozent.


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