Broadcom wächst kräftig - KI-Ausblick enttäuscht aber hohe Erwartung
SAN JOSE (awp international) - Der Chipkonzern Broadcom wächst dank guter Geschäfte mit Chips für Angebote rund um die Künstliche Intelligenz (KI) weiter rasant. Zudem stellt der Halbleiterhersteller eine erneute Beschleunigung des Wachstums in Aussicht. Die Quartalszahlen fielen wie erwartet aus. Die Umsatzprognose für das laufende Quartal liegt über dem von Analysten prognostizierten Durchschnitt. Allerdings enttäuschte die KI-Komponente des Ausblicks bei der Zahlenvorlage am Mittwochabend. Am Donnerstag ging ging es für die Broadcom-Aktien im frühen US-Handel um 15 Prozent nach unten.
Einige Analysten hoben das Kursziel an. Dazu gehört James Schneider von Goldman Sachs, der auch 2027 mit starker Umsatzdynamik durch das KI-Geschäft rechnet. Mit den Zielen für das zweite Halbjahr 2026 sei Broadcom allerdings zunächst an exorbitanten Erwartungen gescheitert. "Es ist eine schwierige Aufgabe, jedes Quartal wieder positiv zu überraschen", sagte Blayne Curtis von der Investmentbank Jefferies. Grundsätzlich sei die KI-Dynamik aber völlig intakt.
Broadcom-Aktien hatten erst am Mittwoch nach 43 Prozent Jahresplus ein Rekordhoch erreicht. Damit stehen sie aber deutlich im Schatten beispielsweise der mehr als verdreifachten Marvell Technology , die Nvidia -Chef Jensen Huang jüngst als "nächstes Billionen-Unternehmen" bezeichnet hatte.
Broadcom gab eine enttäuschende Prognose für den Umsatz mit KI-Chips. Dies deutet darauf hin, dass der Konzern in dieser boomenden Branche langsamer vorankommt als erwartet. Der Umsatz mit KI-Halbleitern werde im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 16 Milliarden Dollar betragen, teilte das Unternehmen mit. Analysten hatten im Schnitt 17,2 Milliarden erwartet.
Insgesamt rechnet Broadcom im dritten Geschäftsquartal mit einem Erlös von rund 29,4 Milliarden US-Dollar (25 Mrd Euro). Das wären 84 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte Broadcom am Mittwoch in San Jose mit. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um knapp die Hälfte auf 22,2 Milliarden Dollar. Der Überschuss legte um 88 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar zu.
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