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Übernahmen, Akquisitionen, Fusionen, MBOs   03.02.2026 20:20:10

AMS Osram verkauft Teile des Sensor-Geschäft an Infineon

Unterpremstätten (awp) - Der Technologiekonzern AMS Osram verkauft einen Teil des Sensorgeschäfts an Infineon. Damit sinkt die Verschuldung markant.

Konkret erhält AMS Osram für den Geschäftsbereich, der nicht-optische Sensoren für die Automobil-, Industrie- und Medizintechnik anbietet, 570 Millionen Euro in bar, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Das veräusserte Geschäft erzielte 2025 einen Jahresumsatz von rund 220 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 60 Millionen Euro.

Rund 230 Mitarbeitende an vier Standorten wechseln laut den Angaben zu Infineon. Produktionsstätten seien aber nicht Teil der Transaktion. Der Abschluss der Transaktion werde im zweiten Quartal 2026 erwartet.

Der Verkauf kommt nicht völlig überraschend. Das Unternehmen hatte im letzten Frühling angekündigt, "strategische Optionen für bestimmte Unternehmensteile mit angestrebten Erlösen von deutlich über 500 Millionen Euro" zu prüfen. Hintergrund war die noch immer hohe Schuldenlast des Konzerns. Vor kurzem kolportierte dann die "Finanz und Wirtschaft" das Gerücht, Infineon komme zum Handkuss.

___ Verschuldungsgrad sinkt auf 2,5

Mit dem Deal reduziert sich Verschuldung nun deutlich. Der Pro-forma-Verschuldungsgrad sinke von 3,3 auf 2,5, so die Mitteilung. Neben dem eigentlichen Verkaufspreis spiele hier auch eine Wandelanleihen-Transaktion eine Rolle.

Nach dem Verkauf sei AMS Osram zudem fokussierter, so das Communiqué weiter. Das Unternehmen sei nun ein führender Anbieter im Bereich Digital Photonics - mit Fokus auf intelligente optische Halbleiter für Lichtemission und Sensorik.

Das stabile traditionelle Automobil-Lampengeschäft inklusive des Ersatzlampengeschäfts verbleibt laut den Angaben allerdings im Konzern. Es soll mit seinem stetigen Free-Cash-Flow das Wachstum im Halbleitergeschäft unterstützen.

Der Konzern gibt sich daher neue Mittelfristziele. Bis 2030 sollen im Bereich Semiconductors jährliche Wachstumsraten im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erzielt werden. Und es werde ein bereinigter EBITDA von mindestens 25 Prozent angepeilt. Ausserdem solle auf Gruppenebene eine Free Cash Flow von über 200 Millionen Euro erzielt werden. Und der Verschuldungsgrad solle auf unter 2 sinken.

___ Zwei Fliegen mit einer Klappe

Mit dem Verkauf des nichtoptischen Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäfts schlage AMS Osram "zwei Fliegen mit einer Klappe", lässt sich CEO Aldo Kamper zitieren: "Wir reduzieren

unsere Verschuldung deutlich schneller als geplant und formen den führenden Anbieter in Digital Photonics."

Damit sei das Unternehmen optimal positioniert, um von entscheidenden Marktdurchbrüchen in Digital Photonics zu profitieren - in der Automobilindustrie, bei Augmented-Reality-Brillen, in der Biosensorik, in der Robotik oder bei optischen Datenverbindungen für KI-Rechenzentren.

Für das angelaufene Jahr 2026 dämpft das Unternehmen allerdings die Erwartungen. So werde das bereinigte EBITDA des Konzerns vorübergehend niedriger ausfallen - aufgrund

der Veräusserungen und eines zeitweisen Kostenüberhangs, wie es in der Mitteilung weiter heisst.


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