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Unternehmensergebnis   10.02.2026 12:26:10

AMS Osram verbessert Profitabilität und legt neues Sparprogramm auf

Zürich (awp) - AMS Osram schreitet in seinem Transformationsprozess voran. Der Halbleiterhersteller hat die Profitabilität im Schlussquartal verbessert und jüngst den Verkauf vom nicht-optischen Sensorgeschäft an Infineon bekannt gegeben. Nun soll ein weiteres Sparprogramm das Unternehmen agiler machen.

"Trotz widriger Marktbedingungen haben wir den Konzernumbau konsequent voran getrieben und ein solides Fundament für künftiges Wachstum geschaffen", sagte CEO Aldo Kamper am Dienstag an der Bilanzpressekonferenz. Dennoch wird auch 2026 ein Übergangsjahr werden.

___ Umsatz etwas tiefer, Marge steigt

Von Oktober bis Dezember fiel der Umsatz nur leicht um knapp 1 Prozent auf 874 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2025 stand ein Minus von drei Prozent auf 3,32 Milliarden. Das Halbleiter-Kerngeschäft wuchs allerdings um 7 Prozent.

Operativ konnte AMS Osram das Ergebnis wieder verbessern. Der um Transformationskosten bereinigte Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Schlussquartal um 7,3 Prozent auf 161 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich damit um 1,4 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent.

Unter dem Strich verblieb ein bereinigter Reingewinn von 35 Millionen Euro, nach einem kleinen Gewinn von 3 Millionen im Vorjahresquartal. Mit den Transformationskosten wies AMS Osram einen Reinverlust von 20 Millionen Euro aus nach 58 Millionen im Vorjahresquartal. Auch 2026 wird beim unbereinigten Ergebnis noch keine Rückkehr in die schwarzen Zahlen erwartet, mittelfristig sei dies dann aber das Ziel, erklärte CFO Rainer Irle.

___ Neues Sparprogramm

Im Fokus stand neben den Zahlen das neue Sparprogramm mit Namen "Simplify". Dies soll 200 Millionen Euro jährlich bis 2028 einbringen, ihm fallen allerdings weltweit auch rund 2000 Stellen zum Opfer. Dieser Abbau verteile sich etwa hälftig auf Asien und Europa, wobei dort insbesondere Standorte in Deutschland betroffen sind.

CEO Kamper begründet die Notwendigkeit der Einschnitte unter anderem mit der immer preisintensiveren Konkurrenz. Entsprechend soll die Produktion und auch die Weiterentwicklung von etablierten Produkten nach Asien transferiert werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig investiere AMS durch den Fokus auf "Digital Photonics" in neue Wachstumsmärkte.

AMS arbeite auch intensiv am Verkauf der Fabrik Kulim 2 in Malaysia. Es gebe Interessenten, aber es sei noch nicht klar, wann es zu einer Einigung komme, heisst es hierzu.

___ Ausblick noch vorsichtig

Beim Ausblick bleibt AMS noch vorsichtig. Kunden bauten weiterhin nur sehr zögerlich Lagerbestände auf, das Bestellverhalten sei sehr kurzfristig. Für das erste Quartal peilt das Unternehmen einen Umsatz von 710 bis 810 Millionen Euro an. Die bereinigte operative Marge (EBITDA) soll bei 15 Prozent (+/+1,5%) liegen.

Vom US-Dollar wird ein negativer Währungseffekt in Höhe von 50 Millionen Euro erwartet. Neben weiteren Faktoren kämen zudem bei einem Goldpreis von 5000 Dollar je Feinunze Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro hinzu.

Die vergangene Woche ausgegebenen Mittelfristziele bis 2030 (Verschuldungsgrad unter 2, FCF über 200 Mio EUR, adj. EBITDA-Marge im Halbleitersegment mind. 25%) bestätigte das Unternehmen.

Analysten loben neben dem neuen Sparprogramm auch den im Vorjahresvergleich hohen Free Cashflow. Der Ausblick wird hingegen als eher vorsichtig bezeichnet. Nach anfänglich starken Gewinnen stehen die Titel gegen Mittag nur noch mit 0,4 Prozent im Plus.


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