US-Investor Ackman will Universal Music Group übernehmen - Aktie steigt
WILMINGTON/HILVERSUM (awp international) - Der US-Investor Bill Ackman will mit seiner Investmentfirma Pershing Square Capital den Musikkonzern Universal Music (UMG) in einem komplexen Deal für rund 56 Milliarden Euro übernehmen. Die Pläne von Pershing Square sehen vor, den weltgrössten Musikkonzern mit dem in den USA ansässigen Akquisitionsvehikel SPARC Holdings zu verschmelzen, wie die Beteiligungsgesellschaft am Dienstag mitteilte.
Pershing bietet insgesamt 30,40 Euro je UMG-Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 78 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor Bekanntwerden des Angebots am Donnerstag. Die Aktionäre von UMG sollen 9,4 Milliarden Euro in bar erhalten, was 5,05 Euro je Aktie entspricht, sowie 0,77 Aktien einer neuen Gesellschaft für jede gehaltene UMG-Aktie, wie Pershing Square mitteilte.
An der Börse legte die Aktie von UMG zuletzt um rund elf Prozent zu. Seit Jahresbeginn hat sie nach wie vor 14 Prozent an Wert verloren. Zum Schlusskurs am Donnerstag lag die Marktkapitalisierung bei 31,4 Milliarden Euro. Die Titel des Grossaktionärs Vivendi kletterten zuletzt ebenfalls um elf Prozent.
Die Universal Music Group hat eine breite Palette von Künstlern unter Vertrag. Dazu zählen Stars wie Taylor Swift, Lady Gaga oder Billie Eilish sowie deutsche Künstler wie etwa Clueso. Vertreter von Universal Music und Grossaktionär Vivendi lehnten eine Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg ab.
Der Deal würde einen US-Börsengang erzwingen, den UMG bislang hinausgezögert hat. Das Management hatte einen Plan zur Notierung der Aktie in New York im vergangenen Monat wegen des unsicheren Marktumfelds verschoben. Der US-Investor Ackman sucht nach Wegen, den Aktienkurs zu steigern. In einem Brief an den UMG-Verwaltungsrat schrieb er, die Aktie leide unter einer nicht voll ausgenutzten Bilanz und Unsicherheit.
"Der Aktienkurs von UMG hat sich aufgrund einer Kombination von Faktoren schlecht entwickelt, die nichts mit der operativen Entwicklung des Musikgeschäfts zu tun haben und die sich mit dieser Transaktion allesamt adressieren lassen", so Ackman. Die Vorschläge von Pershing Square zur Verwendung der Ressourcen und zur Verschuldung von UMG könnten in den kommenden fünf Jahren rund 15 Milliarden Euro für Investitionen, Übernahmen und Aktienrückkäufe freisetzen, hiess es in einem Brief Ackmans an die UMG-Gremien.
Unsicherheit stiftet laut Ackman auch die Frage nach den Plänen des französischen Milliardärs Vincent Bollore. Dessen Familienholding Bollore SE ist mit mehr als 18 Prozent grösster UMG-Aktionär, hinzu kommen rund 13 Prozent über seine Medienholding Vivendi. Der chinesische Tech-Konzern Tencent hält etwa 11 Prozent.
Ohne die Unterstützung Bollores habe der Vorstoss allerdings wenig Aussicht auf Erfolg, schrieb Analyst Nicolas Marmurek von Square Global. Man bezweifle, dass Bollore die Konditionen akzeptiere. Wäre er eingebunden, würde er die Transaktion empfehlen. Es handle sich vielmehr um einen Schritt von Pershing Square, den Plan direkt vor die Aktionäre zu bringen. Ackman war im vergangenen Jahr unter Berufung auf andere Verpflichtungen vom UMG-Verwaltungsrat zurückgetreten.
Bollore hatte 2021 die Abspaltung und Börsennotierung von UMG in Amsterdam initiiert und damit das wertvollste Stück seines Vivendi-Medienkonzerns an den Markt gebracht.
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