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Unternehmensergebnis   22.07.2026 08:02:18

Cicor macht dank Zukäufen klar mehr Umsatz im ersten Halbjahr

Boudry (awp) - Die Industriegruppe Cicor ist im ersten Halbjahr 2026 dank Akquisitionen deutlich gewachsen. Noch markanter stieg der Auftragseingang. Der Gewinn wurde hingegen von Extrakosten im Zusammenhang mit den im Juni angekündigten Massnahmen belastet.

Konkret stieg der Umsatz im ersten Semester um 19,0 Prozent auf 334,1 Millionen Franken, wie der Hersteller von Elektronikkomponenten am Mittwoch mitteilte. Akquisitionen trugen 22,8 Prozent zum Wachstum bei, während sich die Währungen mit einem Minus von 3,8 Prozent niederschlugen.

Organisch ergab sich damit ein Nullwachstum. Cicor betont indes, dass im zweiten Quartal mit einem organischen Plus von 5,3 Prozent die Rückkehr zu eigenem Wachstum gelungen sei. Das erste Quartal sei noch von Einschränkungen in den Lieferketten und von einer begrenzten Verfügbarkeit von Komponenten geprägt gewesen.

Der Auftragseingang kletterte vor allem dank einer starken Nachfrage aus dem Bereich Air & Defense noch markanter in die Höhe. Konkret lag er mit 399,8 Millionen Franken knapp 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit ergab sich per Mitte Jahr ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,2.

Darüber hinaus sicherte sich Cicor in Frankreich neue Bestellungen für Bahninfrastruktur. Erste Aufträge dieser Neukunden werden im Verlauf des Jahres 2026 erwartet. Der daraus resultierende jährliche Umsatzbeitrag dürfte langfristig 20 Millionen Franken übersteigen.

Die Schätzungen der von AWP befragten Analysten wurden damit insbesondere beim Auftragseingang massiv übertroffen.

Effizienzprogramm und Werkverkauf kosten

Im Juni hatte Cicor ein Effizienzprogramm, den Verkauf eines Werks sowie einen Stellenabbau angekündigt. Per Ende Juni seien bereits 80 Prozent des geplanten Abbaus von 220 Stellen umgesetzt worden. Von den im Gesamtjahr erwarteten Umsetzungskosten im mittleren einstelligen Millionenbereich wurden im ersten Halbjahr bereits 3,3 Millionen Franken verbucht, was den Gewinn belastete.

So reduzierte sich der operative Gewinn (EBITDA) um 6,8 Prozent auf 24,7 Millionen Franken und die entsprechende Marge um 2 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent. Um die einmaligen Extrakosten bereinigt lag die Marge bei 8,4 Prozent. Der ausgewiesene Reingewinn nahm um gut 23 Prozent auf 6,5 Millionen ab.

Zum Ausblick heisst es, dass die Rückkehr zu einem positiven organischen Wachstum im zweiten Quartal in Kombination mit dem Rekord-Auftragsbestand die Erwartungen für ein stärkeres zweites Halbjahr stütze. Ausserdem würden im Einklang mit der Strategie weitere Akquisitionen angestrebt.

So hält das Unternehmen auch an den bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 fest. Demnach soll der Umsatz zwischen 700 und 750 Millionen Franken zu liegen kommen und der um Sonderkosten bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA auf 70 bis 80 Millionen Franken. Die entsprechende Marge wird leicht über dem Vorjahreswert (10,5%) erwartet.


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