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Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   05.10.2026 17:43:29

Tamedia streicht weitere 34 Stellen in den News-Redaktionen

Zürich (awp/sda) - Das Verlagshaus Tamedia hat am Montag eine weitere Abbaurunde angekündigt: 34 Vollzeitstellen werden gestrichen. Betroffen sind 41 Mitarbeitende in den News-Redaktionen in Zürich, Bern, Basel, Lausanne und Genf.

Von den 41 Mitarbeitenden, die gehen müssen, entfallen 28 auf die Redaktionen in der Deutschschweiz und neun auf jene der Westschweiz. Vier weitere gehören dem Print-Desk an, wie Tamedia mitteilte.

Bis Ende Oktober würden die Betroffenen in Gesprächen über ihre Entlassung informiert. In der Westschweiz läuft dazu noch ein Konsultationsverfahren. Bereits am Montagnachmittag wurden mit den Mitarbeitern erste Gespräche zu möglichen Frühpensionierungen geführt.

Der Kahlschlag, der von vielen Mitarbeitenden befürchtet wurde, blieb damit aus. Ursprünglich war die Rede davon, dass sogar jede dritte Stelle gestrichen würde.

___ Rückläufiger Werbemarkt als Grund

Als Grund für die Entlassungen gab Tamedia die "sich ändernde Nutzung von Medienangeboten und die Erwartungen der Leserschaft" an. Zudem sei der Werbemarkt nach wie vor stark rückläufig.

Um die publizistische Stärke zu erhalten und die Redaktion in die Zukunft zu führen, wolle sich Tamedia laufend erneuern, heisst es in der Mitteilung. Dazu sollen Aufgaben gebündelt, Administration reduziert und Prozesse vereinfacht und automatisiert werden. Zudem setze Tamedia auf den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Tamedia hatte im Jahr 2024 zugesichert, bis Ende September 2026 keine weiteren Journalistinnen und Journalisten zu entlassen. In den Redaktionen wurden damals 55 Vollzeitstellen abgebaut, 30 in der Deutschschweiz und 25 in der Westschweiz. Nun erfolgte die Ankündigung des nächsten Abbaus in der zweiten Oktoberwoche.

___ Kritik an der Kündigungswelle

Der Berufsverband Impressum kritisiert die Pläne von Tamedia. Der Personalabbau schwäche die Presse, die für die demokratische Debatte unverzichtbar sei, teilte Impressum mit. "Warum fehlt den Medien offensichtlich eine wirtschaftliche Weitsicht mit einem kalkulierbaren Risiko?", wird Franca Siegfried vom Vorstand Zürcher Presseverein zitiert.

Impressum kündigt Solidaritätsaktionen entsprechend den Wünschen der Medienschaffenden an. Zudem fordert Impressum nicht nur die Einleitung einer Konsultationsphase in der Westschweiz, sondern auch ein ähnliches Vorgehen in der Deutschschweiz, trotz fehlendem Gesamtarbeitsvertrag.

Auch die Gewerkschaft Syndicom kritisierte die von Tamedia angekündigte Reorganisation mit der Entlassung von 41 Arbeitnehmenden scharf. Syndicom fordert "einen Abbaustopp, eine echte Konsultation der Mitarbeitenden und ihrer Verbände sowie einen guten Sozialplan", wie es in einer Stellungnahme hiess.

"Tamedia muss diesen Entscheid überdenken", wird Syndicom-Vizepräsidentin Stephanie Vonarburg in der Mitteilung zitiert. Und weiter: "Nachdem das Deutschschweizer Personal seit Monaten in nichtssagenden Personalinfos hingehalten wurde, kommt nun mitten in den Herbstferien dieser Abbauhammer. Wir verlangen einen Marschhalt und nach den Herbstferien die Eröffnung eines Konsultationsverfahrens, auch in der Deutschschweiz.


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