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Unternehmensergebnis   09.07.2026 11:39:14

Barry Callebaut findet nach langer Durststrecke zurück zum Wachstum

Zürich (awp) - Nach mehr als zwei Jahren mit rückläufigen Absatzmengen hat Barry Callebaut die Trendwende geschafft. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 verkaufte der weltgrösste Schokoladenhersteller erstmals wieder mehr Schokolade und Kakaoprodukte als im Vorjahr.

Im dritten Quartal stieg das Absatzvolumen um 5,7 Prozent, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Bilanz der ersten neun Monate von September bis Mai fiel unter dem Strich dennoch negativ aus: Der Absatz lag 2,8 Prozent unter dem Vorjahr, nachdem das Minus zur Halbjahresperiode noch 6,9 Prozent betragen hatte. Insgesamt setzte Barry Callebaut im bisherigen Geschäftsjahr 1,557 Millionen Tonnen Schokolade und Kakaoprodukte ab.

Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten um 12,7 Prozent auf 9,56 Milliarden Franken. Grund dafür waren vor allem die deutlich tieferen Kakaopreise gegenüber dem aussergewöhnlich hohen Vorjahresniveau, die Barry Callebaut aufgrund seines Geschäftsmodells weitgehend an die Kunden weitergibt. Hinzu kamen negative Währungseffekte.

___ Auftragsbuch macht Hoffnung

Der seit Januar amtierende Konzernchef Hein Schumacher spricht von einem anhaltenden Aufwärtstrend. "Wir sehen im vierten Quartal Verbesserungen bei Volumen und Profitabilität und erwarten, dass sich diese Entwicklung auch im nächsten Geschäftsjahr fortsetzt", sagte er an einer Telefonkonferenz. Aus der leicht angehobenen Jahresprognose ergibt sich für das vierte Quartal ein Volumenwachstum von rund 4,5 Prozent.

Die Trendwende hat mehrere Gründe. Das Kakaogeschäft profitierte von tieferen Kakaopreisen, die die Nachfrage nach Kakaoprodukten und Lageraufstockungen der Kunden begünstigten. Gleichzeitig gelang es Barry Callebaut, nach Lieferproblemen die Servicequalität in Nordamerika deutlich zu verbessern und dort das Schokoladengeschäft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Sinkende Verkaufspreise dürften den Konsum nun zusätzlich stützen. Zudem investierten grosse Kunden wieder verstärkt in Innovation, Werbung und Verkaufsaktionen, so der CEO. Das Auftragsbuch lag Ende Mai rund 30 Prozent über dem Vorjahreswert.

___ Umfeld bleibt schwierig

Trotz der Fortschritte bleibt das Umfeld schwierig. Der weltweite Schokoladenmarkt schrumpft weiterhin, eine nachhaltige Erholung erwartet Barry Callebaut nur schrittweise. Für die kommenden 12 bis 18 Monate rechnet der Konzern wieder mit einem jährlichen Volumenwachstum von 1 bis 3 Prozent.

Auch bei der Profitabilität ist Geduld gefragt. Zwar erwartet das Management bereits im vierten Quartal Verbesserungen, die Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde aber bestätigt. Höhere Absatzmengen würden zunächst durch Investitionen ins Gourmetgeschäft, eine Normalisierung der aussergewöhnlich hohen Margen im Kakaogeschäft sowie höhere Energie- und Finanzierungskosten aufgezehrt.

___ Anleger sind skeptisch

Gelassen reagierte Barry Callebaut auf die jüngsten Sorgen um das Wetterphänomen El Niño. Der jüngste Anstieg der Kakaopreise sei teilweise durch Spekulationen ausgelöst worden. Anders als vor zwei Jahren gehe die Branche heute mit hohen Lagerbeständen und einem Angebotsüberschuss in die neue Erntesaison. Deshalb erwartet der Konzern selbst bei einem starken El Niño keine Wiederholung der extremen Marktverwerfungen von 2023/24.

An der Börse standen die Aktien nach den Zahlen unter Druck. Sie notierten am Donnerstagvormittag zeitweise rund 1,4 Prozent tiefer. Analysten werteten die Rückkehr zum Volumenwachstum zwar als wichtigen Wendepunkt, erwarten aber einen holprigen Weg zu nachhaltigem Wachstum. Sie verwiesen wegen der anhaltenden Investitionen und des Margenmixes zudem auf Risiken für die Gewinnentwicklung.


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