Zurich reicht verbindliches Angebot für britische Beazley ein
Zürich (awp) - Die Zurich legt im Übernahmepoker um den Spezialversicherer Beazley ein verbindliches Angebot vor. Gemeinsam mit den Briten will der Konzern am Weltmarkt zu einem bedeutenden Player aufsteigen. Zur Finanzierung der Milliardenübernahme ist auch eine Kapitalerhöhung geplant.
An den bisherigen Angebotsbedingungen ändere sich nichts, schrieb die Zurich in einer Mitteilung vom Montagnachmittag. Demnach bietet die Gruppe den Beazley-Aktionären inklusive der zu erwartenden Dividendenzahlung der Briten insgesamt 1335 Pence je Aktie. Der Kaufpreis liege damit bei 10,9 Milliarden US-Dollar.
Bereits im Februar hatte sich die Zurich mit dem Verwaltungsrat von Beazley im Grundsatz über die finanziellen Rahmenbedingungen einer Übernahme geeinigt. Aus regulatorischer Sicht hatte sich die Gruppe dazu verpflichtet, bis am 4. März eine verbindliche Offerte vorzulegen oder sich aus dem Bieterverfahren zurückzuziehen.
An der Londoner Börse rückten die Beazley-Aktien am Montag nach Bekanntwerden des verbindlichen Angebotes mit einem Tagesplus von 1,9 Prozent weiter auf 1291 Pence das Stück vor. Am Anfang des Jahres hatten die Titel lediglich gut 800 Pence gekostet. Die Zurich-Papiere verloren am Montag 1 Prozent. So viel gaben sie allerdings bereits im frühen Handel nach.
Kapitalerhöhung geplant
Finanzieren will Zurich die Akquisition mit bestehenden Barmitteln in Höhe von rund 3,0 Milliarden Dollar, neuen Schuldeninstrumenten über 2,9 Milliarden sowie einer Kapitalerhöhung und Aktienplatzierung im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren über rund 5,0 Milliarden Dollar als Bruttoerlös. Die neuen Aktien werden nur an professionelle Anleger ausgegeben.
Unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen erwartet der Versicherer einen Abschluss der Übernahme von Beazley im zweiten Halbjahr 2026.
Gemeinsam mit den Briten will die Zurich laut eigenen Angaben einen weltweit führenden Anbieter von Spezialversicherungen in Sparten wie Cyber, Infrastruktur oder erneuerbare Energien aufbauen. Das Prämienvolumen soll gegen 15 Milliarden US-Dollar betragen, dabei stammen gut 9 Milliarden aus den entsprechenden Bereichen der Zurich.
"Erheblicher Mehrwert für die Aktionäre"
Mit dem Zukauf führt die Zurich laut den Angaben zwei sich gut ergänzende Geschäftsbereiche zusammen. Das schaffe für die Aktionäre "erheblichen Mehrwert". So verspricht sich der Versicherungskonzern diesbezüglich bis 2029 jährliche Kosteneinsparungen vor Steuern von rund 150 Millionen US-Dollar.
Hinzu kämen Kapitalsynergien: Innerhalb der ersten zwei Jahre nach Abschluss soll eine einmalige Kapitalentnahme von rund 1 Milliarde Dollar möglich sein. Mittelfristig rechnet Zurich zudem mit zusätzlichen Umsatzsteigerungspotenzialen von über 1 Milliarde jährlich.
Finanziell wird die Übernahme gemäss den Plänen vom ersten Jahr an nach Abschluss den bereinigten Gewinn je Aktie (Core EPS) im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern. Mittelfristig peilt die Zurich eine zweistellige Kapitalrendite an.
Der Deal soll die Erreichung der bestehenden Finanzziele der Zurich für 2025 bis 2027 beschleunigen, hiess es weiter. Die Transaktion führe zudem auf Pro-forma-Basis zu einer geschätzten Reduktion der SST-Quote um rund 30 Prozentpunkte. Darauf aufbauend bleibe die Dividendenpolitik der Zurich unverändert.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
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| Zurich Insur Gr N | 575.00 |
-5.60
-0.96%
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606.80 | 540.80 | 377'310.00 |