Aktien New York: Gewinne trotz Nahost-Konflikt - Starker Arbeitsmarkt
NEW YORK (awp international) - Ungeachtet wieder zunehmender Spannungen im Nahost-Konflikt sind die US-Aktienmärkte mit Gewinnen in den Handel am Freitag gestartet. Dabei erklommen der S&P 500 und der Nasdaq 100 erneut Rekordhochs. Der US-Arbeitsmarktbericht für April fiel merklich besser als erwartet aus.
Der Dow Jones Industrial stieg um 0,2 Prozent auf 49.706 Punkte. Damit deutet sich für den US-Leitindex ein Wochengewinn von rund 0,4 Prozent an. Der marktbreite S&P 500 legte am Freitag um 0,8 Prozent auf 7.393 Zähler zu. Für den Nasdaq 100 ging es zuletzt um 1,6 Prozent auf 29.020 Punkte aufwärts. Dies deutet für den technologielastigen Auswahlindex auf ein Wochenplus von rund 4,7 Prozent hin.
Commerzbank-Experte Christoph Balz erwartet nach dem Arbeitsmarktbericht keine baldige Leitzinssenkung der US-Notenbank. Die Mitglieder der Fed dürften sich in ihrer mehrheitlich gehaltenen Einschätzung bestätigt sehen, dass der Arbeitsmarkt im Moment das geringere Problem sei. "Dagegen verfehlt die Fed ihr Inflationsziel seit fünf Jahren, und die steigenden Energiepreise sorgen aktuell für einen weiteren Teuerungsschub", schreibt Balz. "Es ist daher erst gegen Jahresende mit einer Zinssenkung zu rechnen, auch wenn sie von Präsident Trump immer wieder gefordert wird."
Im Nahost-Konflikt meldeten iranische Medien erneut Explosionen an der Südküste des Persischen Golfs. Die USA hatten Ziele auf dem Festland angegriffen. Der Iran hatte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Anleger machen sich aber dennoch weiter Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts und setzen wie zuletzt vor allem auf US-Technologiewerte. Eckhard Schulte von MainSky Asset Management sieht in diesen eine "Gewinnmaschine" getrieben von der weiter gehenden "KI-Revolution".
Viele Aktien aus dem Chipsektor bleiben vor diesem Hintergrund begehrt. Besonders auffällig waren die Papiere von Akamai Technologies mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent. Der Cloud-Computing-Dienstleister hatte seine diesjährige Gewinnzielspanne nach oben hin eingegrenzt. Ausserdem wurde ein Grossauftrag im Bereich der Cloud-Infrastrukturen eingefädelt.
Schlechte Nachrichten kamen aus dem Software-Bereich von Cloudflare und The Trade Desk , deren Kurse um 23 beziehungsweise 5,2 Prozent absackten. Das auf Sicherheits-Dienste spezialisierte Unternehmen Cloudflare enttäuschte mit dem Umsatzausblick und sorgte mit angekündigten Stellenstreichungen für Aufmerksamkeit. Der Werbemarkt-Dienstleister The Trade Desk enttäuschte auch mit Zahlen und Ausblick.
Einen Kursabschlag von 8,4 Prozent verbuchten die Titel von Expedia . Analyst John Colantuoni von Jefferies Research verwies auf eine enttäuschende Buchungsprognose des Online-Reiseportals für das zweite Quartal. Richard Clarke von Bernstein schrieb mit Blick auf bestätigte Jahresziele, dass diese nach dem guten ersten Quartal eine schwächere zweite Jahreshälfte implizierten.
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