News story
Markt und Börse   19.05.2026 22:36:02

Aktien New York Schluss: Erneut Gewinnmitnahmen - auch bei der Nasdaq

NEW YORK (awp international) - Die US-Börsen haben am Dienstag weitere Gewinnmitnahmen verzeichnet. Der techlastige Auswahlindex Nasdaq 100 schaffte es kurzzeitig knapp ins Plus, schloss dann aber 0,61 Prozent tiefer bei 28.818,84 Punkten. Mit dem dritten Verlusttag in Folge nach einem Rekordhoch verpuffte erst einmal die Hoffnung, dass die zuletzt pausierende Erholungsrally, die vom Thema Künstliche Intelligenz (KI) getragen wurde, weitergehen könnte.

Der marktbreite S&P 500 steht seit seiner Bestmarke vom vergangenen Donnerstag ebenfalls unter Druck. Für ihn ging es am Dienstag letztlich um 0,67 Prozent auf 7.353,61 Punkte nach unten. Der Leitindex Dow Jones Industrial - zu Wochenbeginn einziger Gewinner - verabschiedete sich 0,65 Prozent schwächer mit 49.363,88 Punkten. Sein Rekord datiert noch aus dem Februar und damit vor dem Beginn des Iran-Kriegs.

Zu den kurzlebigen KI-Hoffnungen am Dienstag passte ein Rückblick der US-Bank JPMorgan auf die jährliche hauseigene Investorenkonferenz zu den globalen Finanzmärkten vergangene Woche. In der Wahrnehmung der Anleger, die von positiven Erwartungen dominiert würden, seien Investitionen in KI ein wesentlich stärkerer Markttreiber als geopolitische Risiken oder Stagflationsgefahren, schrieben die Experten. Als existenzielle Bedrohung gelte nicht mehr die Politik, sondern die Angst, beim Thema KI den Anschluss zu verpassen.

Ähnlich grundsätzlich positiv für die Börsen liest sich die jüngste globale Monatsumfrage der Bank of America unter zahlreichen Fondsmanagern. Demnach hat sich die Investorenstimmung auf das höchste Niveau seit Februar erholt, und die professionellen Vermögensverwalter haben ihre Barmittelbestände zugunsten von Aktien so stark reduziert wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

Dass US-Präsident Donald Trump zunächst auf einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran verzichtet hat, hatte den Kursen indes schon am Montag wenig Auftrieb gegeben. Das gilt auch für iranische Medienberichte, wonach die USA dazu bereit seien, Ölsanktionen gegen den Iran vorübergehend auszusetzen. Die Ölpreise sind seitdem zwar etwas gesunken, liegen aber weiter auf einem sehr hohen Niveau, was Inflationsängste schürt. "Die Anleger sehnen ein Ende des Konflikts im Nahen Osten herbei", sagte Dan Coatsworth, Marktstratege beim britischen Anbieter von Online-Investmentplattformen AJ Bell.

Im Nasdaq 100 fanden die wichtigen Halbleitertitel keine gemeinsame Richtung. Während etwa Qualcomm und Broadcom 3,9 beziehungsweise 2,3 Prozent einbüssten, verteuerten sich Micron und Intel um 2,5 beziehungsweise 2,4 Prozent. Nvidia sanken letztlich um 0,8 Prozent. Der KI-Chip-Riese legt am Mittwoch nach Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Zahlen für das erste Quartal vor.

Im Dow legten die anfangs schwachen Aktien von Home Depot nach einem Tief seit November 2023 eine Trendwende hin und gewannen 0,9 Prozent. Die Baumarktkette hatte im ersten Quartal erneut die Zurückhaltung der Kunden zu spüren bekommen. Ergebnisseitig schlug sie sich aber besser als gedacht.

Dass die Alphabet - Tochter Google zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone Rechenzentren für KI aufbauen will, half den Aktien beider Unternehmen indes wenig, wie die Kursverluste von jeweils mehr als 2 Prozent zeigten. Auch die Meldung, dass Google seine über Jahrzehnte kaum veränderte Suchmaske für die KI-Ära weiterentwickelt, verpuffte am Markt.

Amer Sports stiegen hingegen um 2,1 Prozent. Der Hersteller von Sportartikeln hob die Jahresprognose an. Zudem übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen.

Hyperliquid Strategies profitierten von Gerüchten, wonach die US-Börsenaufsicht den Handel mit Krypto-Versionen von Aktien vorbereite: Die Titel zogen um 12,4 Prozent an.

Die Papiere von Agilysys legten einen Kurssprung von 12,5 Prozent hin, nachdem der Software-Anbieter für das Gastgewerbe Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt hatte. Die Aktien des Vermögensverwalters XP gaben indes nach Geschäftszahlen um 3,9 Prozent nach.


Zum gleichen Thema

Betroffene Instrumente

N/A