Aktien New York Ausblick: Weitere Rekorde in Sicht - Kursrutsch bei Netflix
NEW YORK (awp international) - Zum Ende einer starken Woche dürfte es für die US-Börsen am Freitag weiter aufwärtsgehen. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor der Startglocke 0,8 Prozent höher bei 48.961 Punkten. Der Nasdaq 100 wird trotz deutlicher Kursverluste von Netflix 0,6 Prozent im Plus bei 26.488 Zählern erwartet. Damit würde der technologielastige Index das nächste Allzeithoch erreichen, er steuert auf ein Wochenplus von mehr als fünf Prozent zu. Auch für den marktbreiten S&P 500 dürfte die Rekordjagd weitergehen.
"Die Hoffnung auf Frieden ist weiterhin da", stellte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners mit Blick auf den Iran-Krieg fest. Möglicherweise sehr langwierige Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran führten aber dazu, dass Energiepreise und Inflationssorgen wieder steigen. Dies mache sich unter anderem in erneut anziehenden Zinsen bemerkbar, welche auch eine grosse Belastung für die Unternehmen seien. Vor diesem Zinshintergrund müssten die Anleger kritisch hinterfragen, ob sie den Iran-Krieg mit neuen Rekorden an den US-Börsen zu früh abgehakt haben, so Altmann.
Zuletzt wurden vor allem die konjunktursensiblen Tech-Aktien von den zunehmenden Anzeichen einer Deeskalation im Iran-Krieg angetrieben. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst ein baldiges Friedensabkommen in Aussicht gestellt. Hinzu kommen solide Unternehmensgewinne in der langsam anrollenden Berichtssaison und die Hoffnung, dass Künstliche Intelligenz die etablierten Geschäftsmodelle der Unternehmen nicht so stark gefährdet wie zuvor befürchtet.
Infolge eines enttäuschenden Ausblicks sackten die Netflix-Aktien vorbörslich um 9,5 Prozent ab. Der Streaming-Riese stellte fürs laufende Quartal weniger operativen Gewinn in Aussicht als von Analysten erwartet. Sie waren von höheren Gewinnen nach der Aufgabe von Netflix im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ausgegangen. Einige Investoren hätten ausserdem auf grössere Aktienrückkäufe und ein höheres Margenziel im Gesamtjahr gehofft, was nun aber beides ausblieb, schrieb Citigroup-Analyst Jason Bazinet.
Auch Alcoa konnte mit Quartalszahlen nicht überzeugen. Der Aluminium-Konzern habe die Erwartungen vor allem beim bereinigten operativen Ergebnis (ber. Ebitda) verfehlt, schrieb JPMorgan-Experte Bill Peterson. Der Aluminiumabsatz leide neben der Saisonalität unter anderem auch unter den Folgen des Iran-Kriegs. Die Prognose bezeichnete Peterson zwar als solide, die Alcoa-Aktien büssten vorbörslich dennoch 1,6 Prozent ein.
Die Papiere von Autoliv schnellten dagegen um 10,8 Prozent nach oben. Der schwedisch-amerikanische Hersteller von Auto-Sicherheitssystemen übertraf im ersten Quartal die Markterwartungen, vor allem im März seien die Geschäfte stark gewesen. Autoliv verwies auf mögliche Vorzieheffekte bei Bestellungen, da Autobauer angesichts des unsicheren Marktumfelds frühzeitig ihre Lagerbestände aufstocken würden.
Eine Kaufempfehlung der Investmentbank Stifel für Onto Innovation trieb derweil die Aktien des Halbleiterunternehmens vorbörslich um 5,9 Prozent an.
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