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Volkswirtschaft   14.01.2026 13:24:30

Swiss-Life-Ökonomen: KI-Boom treibt Wachstum - Risiken steigen

Zürich (awp) - Künstliche Intelligenz (KI) ist aus Sicht der Swiss-Life-Ökonomen einer der Wachstumstreiber schlechthin, bringt jedoch steigende Risiken für Anleger auch in der Schweiz mit sich. Hoher Investitionsbedarf, geringe produktive Nutzung und zunehmende Verschuldung könnten zudem die Profitabilität vieler Unternehmen belasten.

Die US-Wirtschaft wachse dank massiver Investitionen in Software und Hardware rund um KI, sagte Swiss-Life-Chefökonom Marc Brütsch am Mittwoch vor Medien in Zürich. Diese überdeckten auch eine zyklische Schwäche, die sich bereits im US-Arbeitsmarkt zeige.

Für 2026 geht das massive Aufrüsten in KI weiter, wie das Beispiel der fünf grossen US-"Hyperscaler" Oracle, Meta, Alphabet, Microsoft und Amazon zeigt. Deren KI-Investionen sollen 2026 um 36 Prozent auf über 600 Milliarden US-Dollar steigen - nach +73 Prozent in 2025 und +63 Prozent in 2024.

Die massiven Investitionen könnten allerdings rasch obsolet werden, falls effizientere Technologien enstünden, oder die Nachfrage nach generativer KI deutlich hinter den Prognosen zurückblieben, sagte Swiss-Life-Finanzmarktexperte José Antonio Blanco. "Es ist möglicherweise wie bei den Eisenbahnen im 19. Jahrhundert: Da wurde sehr viel investiert und gebaut innert kurze Zeit, und danach waren viele Firmen wieder weg."

___ Risiko einer "plötzlichen Wende"

Es bestehe das Risiko, dass die Technik plötzlich "eine Wende" mache. "Vielleicht ist die generative KI rasch überholt, wenn es andere Lösungen gibt, die billiger und effizienter sind."

Erst wenig mehr als 30 Prozent der Firmen nutzen einer Umfrage zufolge KI produktiv. Der grosse Rest testet lediglich Anwendungen. Der hohe Investitionsbedarf und eine zögerliche Umsetzung belasten die Profitabilität. In den kommenden Jahren dürfte sich die Einführung laut Swiss Life jedoch deutlich beschleunigen, wobei Unternehmen zunehmend auf spezialisierte und kostengünstige Open-Source-Modelle statt auf grosse KI-Konzerne setzen könnten.

Ein Risiko im KI-Boom sehen die Swiss-Life-Ökonomen in der Finanzierung. Die Investitionen in KI-Technologie seien bislang vor allem über Private Equity und interne Mittel finanziert worden. Für den weiteren Ausbau dürften Unternehmen jedoch vermehrt auf zusätzliche Verschuldung angewiesen sein. Häufig dafür genutzte Zweckgesellschaften ("Special Purpose Vehicles") erschwerten dabei die Transparenz und erhöhten im Fall eines Einbruchs des KI-Booms die Ansteckungsrisiken.


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