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Volkswirtschaft   20.01.2026 16:01:10

WEF 2026: Politeliten fordern am WEF Einheit in den aktuellen Krisenzeiten

Davos GR (awp/sda) - Bundespräsident Guy Parmelin will die Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam mit internationalen Partnern angehen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will nicht das Recht des Stärkeren siegen lassen und auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Chinas Vize-Premierminister He Lifeng sprachen sich am WEF in Davos für mehr Austausch aus.

Parmelin bedankte sich in seiner Eröffnungsrede am Weltwirtschaftsforum (WEF) für die internationale Unterstützung und Solidarität bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS. Es sei eindrucksvoll, in welchem Masse die Katastrophe Energien mobilisieren und über alle Widrigkeiten hinweg vereinen konnte, sagte er am Dienstagvormittag im Davoser Kongresszentrum.

Diese Einheit müsse über einzelne Ereignisse hinausgehen, so dramatisch sie auch sein mögen. Er wünsche sich eine solche Einheit zwischen den Ländern, damit tragfähige und dauerhafte Lösungen für die "Herausforderungen unserer Zeit" gefunden würden.

Davon gäbe es einige - als Beispiele nannte er die Ukraine und Gaza, den Sudan und jene in Venezuela und im Iran. Das WEF und seine hochrangigen Gäste in diesem Jahr würden jedoch bezeugen, dass die Welt bereit sei, im Dialog die Institutionen zu stärken und damit die Herausforderungen zu bewältigen.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht wolle die Schweiz auf internationale Beziehungen setzen, sagte der Wirtschaftsminister weiter. In Zeiten von Protektionismus setze Bern auf den freien Handel und den Ausbau der Handelsbeziehungen. In dieser Hinsicht traf der Bundespräsident den chinesischen Vize-Premierminister He Lifeng.

___ China fordert mehr Austausch statt Streit

He Lifeng forderte in seiner Ansprache während der Eröffnungszeremonie mehr Austausch. Im vergangenen Jahr habe die Wirtschaftsbeziehung zwischen seinem Land und den USA Aufs und Abs erlebt. Lösungen sollten nicht durch Konfrontation, sondern durch Beratungen gesucht werden.

Die Volksrepublik sei ein Handelspartner aller Länder und kein Rivale, sagte der Chinese weiter. Parallel mahnte er in seiner Rede, dass das multilaterale Handelssystem vor ernsthaften Herausforderungen stehe. Bestimmte Nationen verstiessen mit einseitigen Praktiken und Handelsabkommen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation, erklärte er, ohne einzelne Länder zu nennen.

___ Ironie und Entschlossenheit Macrons

Der französische Präsident Emmanuel Macron wurde in diesem Zusammenhang deutlicher. Er pochte bei seiner Rede im Davoser Kongresszentrum auf die Abschaffung der Zölle zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Er bedauerte den Einsatz des "Zwangsmittels", sollte US-Präsident Donald Trump seine Zusatzzölle beibehalten.

Weiter rief er dazu auf, den Multilateralismus zu fördern. Die Welt erlebe einen "Wandel hin zu einer Welt ohne Regeln, in der das Völkerrecht mit Füssen getreten wird und in der das einzige Gesetz, das zu zählen scheint, das des Stärkeren ist", sagte Macron. Sogenannte "imperiale Ambitionen" kehrten zurück.

Zuvor begrüsste Macron mit Sonnenbrille und Ironie seine Zuhörerschaft in Davos mit den Worten: "Wie schön ist es doch, in diesen Zeiten des Friedens und der Unvorhersehbarkeit hier zu sein".

___ US-Zolldrohung nennt von der Leyen einen "Fehler"

Wie China betonte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Wichtigkeit von Freihandelsabkommen. Sie erwähnte dabei das kürzlich unterzeichnete Abkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Weitere Abkommen seien etwa mit Indien oder Thailand geplant.

Wie Frankreich kritisierte sie die Zolldrohungen aus Washington im Zusammenhang mit der Grönlandkrise. Sie nannte sie "einen Fehler" und befürchtete in eine "gefährliche Abwärtsspirale zu stürzen". Sie meinte, dass die EU "fest, vereint und mit Augenmass" reagieren würde.

Sie erinnerte zudem an den im Juli 2025 getroffenen Handelsdeal zwischen den USA und der EU. "Ein Deal ist ein Deal. Und wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten."

Trump kündigte nach Entsendung einiger Militärs aus Europa nach Grönland an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren der betroffenen Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen. Macron will hierzu einen G7-Gipfel am Donnerstag in Paris einberufen. Am Donnerstagabend soll in Brüssel zudem ein EU-Sondergipfel zum Umgang mit Trumps Zolldrohungen stattfinden.


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