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17.02.2026 13:24:28
Zu diesem Schluss kommt Compenswiss, der Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und Erwerbsersatzordnung (EO). Das verwaltete Vermögen wuchs per Ende 2025 auf 50,6 Milliarden Franken an, gegenüber 46,1 Milliarden Franken im Vorjahr.
Schweizer und besonders amerikanische Aktien sowie Goldanlagen und die Absicherungen gegen den schwachen Dollar hätten massgeblich zum Ergebnis mit einer Nettorendite von 6,34 Prozent beigetragen, sagte Compenswiss-Direktor Eric Breval am Dienstag in Bern vor den Medien. "Es war alles in allem ein gutes Jahr." Makroökonomisch betrachtet, gehe es der Welt besser, als man denken könnte.
___ Zeit ist Geld
Die Reservefonds für AHV und IV könnten allerdings schon demnächst angezapft werden müssen. Bei der AHV ist weiterhin offen, wie die im März 2024 an der Urne gutgeheissene 13. AHV-Rente finanziert werden soll. Erstmals ausbezahlt wird der Rentenzuschlag im kommenden Dezember.
Schon ab dem laufenden Jahr geht der Bund von einem negativen AHV-Umlageergebnis aus - die AHV muss dann mehr auszahlen, als sie einnimmt. Gründe sind neben der Rentenerhöhung die steigende Zahl von Pensionierten und die höhere Lebenserwartung. Was der Bundesrat für die Finanzierung der 13. Rente vorsieht, reicht nicht.
Die Finanzierung der 13. AHV-Rente liegt bei der zuständigen Ständeratskommission. Compenswiss-Verwaltungsratspräsident Manuel Leuthold warnte davor, sich Zeit zu lassen. Je mehr die Zusatzfinanzierung hinausgezögert würde, desto teurer werde sie. Schrumpfe der Ausgleichsfonds, werde auch die Rendite kleiner.
___ Tiefe Rendite auf flüssigen Mitteln
Ein Problem sind die flüssigen Mittel, welche der Ausgleichsfonds wegen der angespannten Finanzlage der AHV und IV erhöhen muss. Per Ende 2025 betrugen diese 4,6 Milliarden Franken, gegenüber 2,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Die darauf erzielte Nettorendite ist mit 0,46 Prozent ein Vielfaches tiefer als jene auf dem Anlagevermögen.
"Die AHV und die IV werden durch die umfangreichen Liquiditätsreserven belastet", schreibt Compenswiss. Das führt dazu, dass das aktuelle Ergebnis zwar als "solid", "robust" und "positiv" bezeichnet wird, die Lage für diese zwei der drei grossen Sozialversicherungen aber angespannt bleibt.
Leuthold präzisierte: "Kurzfristig könnte sich das AHV-Vermögen stabilisieren, doch die gesetzliche Vorgabe, einen Fondsbestand von hundert Prozent der jährlichen Ausgaben zu gewährleisten, wird wegen der 13. AHV-Rente immer schwieriger einzuhalten sein." Eine zusätzliche Finanzierung bleibe deshalb unerlässlich.
___ Warnen als Aufgabe
Auch für die IV verschlechtern sich die Finanzperspektiven laut dem Bund deutlich. Gründe dafür sind die stetig steigende Zahl neuer Renten sowie die anhaltende Unsicherheit über die Rückzahlung der IV-Schuld von 10,3 Milliarden Franken an die AHV. "In fünf bis zehn Jahren ist der IV-Fonds leer", sagte Leuthold.
Auch hier plädieren die Compenswiss-Verantwortlichen für rasche Lösungen. Wenn sich die Ausgaben erhöhen, müssen die Einnahmen gesichert werden. Um genügend Liquidität für die IV zu haben, verkauft Compenswiss im laufenden Jahr Vermögenswerte von rund 35 Millionen Franken pro Monat.
"Das wahre Risiko ist nicht die Volatilität des Marktes, sondern die Liquidität der Sozialversicherungen", sagte Leuthold. Er sei kein Politiker. Seine Aufgabe sei es aber, zu warnen.
Um die langfristige Zahlungsfähigkeit der Versicherung zu gewährleisten, den IV-Fonds auf die gesetzlich vorgegebene Höhe aufzustocken und mittelfristig den Schuldenabbau einzuleiten, hatte der Bundesrat vergangene Woche die Leitlinien zu einem Reformpaket beschlossen.
Dieses zielt auch darauf ab, junge Erwachsene stärker zu unterstützen und zu begleiten. Sollte dies nicht genügen, schlägt der Bundesrat eine Zusatzfinanzierung vor. Als Ultima Ratio sollen die Lohnbeiträge um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöht werden.
Trotz Milliardengewinn wird es für AHV und IV finanziell eng
Bern (awp/sda) - Die Ausgleichsfonds der Sozialversicherungen AHV, IV und EO haben 2025 zum dritten Mal in Folge ein positives Anlageergebnis erzielt. Doch das finanzielle Gleichgewicht von AHV und IV bleibt mittelfristig gefährdet.Zu diesem Schluss kommt Compenswiss, der Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und Erwerbsersatzordnung (EO). Das verwaltete Vermögen wuchs per Ende 2025 auf 50,6 Milliarden Franken an, gegenüber 46,1 Milliarden Franken im Vorjahr.
Schweizer und besonders amerikanische Aktien sowie Goldanlagen und die Absicherungen gegen den schwachen Dollar hätten massgeblich zum Ergebnis mit einer Nettorendite von 6,34 Prozent beigetragen, sagte Compenswiss-Direktor Eric Breval am Dienstag in Bern vor den Medien. "Es war alles in allem ein gutes Jahr." Makroökonomisch betrachtet, gehe es der Welt besser, als man denken könnte.
___ Zeit ist Geld
Die Reservefonds für AHV und IV könnten allerdings schon demnächst angezapft werden müssen. Bei der AHV ist weiterhin offen, wie die im März 2024 an der Urne gutgeheissene 13. AHV-Rente finanziert werden soll. Erstmals ausbezahlt wird der Rentenzuschlag im kommenden Dezember.
Schon ab dem laufenden Jahr geht der Bund von einem negativen AHV-Umlageergebnis aus - die AHV muss dann mehr auszahlen, als sie einnimmt. Gründe sind neben der Rentenerhöhung die steigende Zahl von Pensionierten und die höhere Lebenserwartung. Was der Bundesrat für die Finanzierung der 13. Rente vorsieht, reicht nicht.
Die Finanzierung der 13. AHV-Rente liegt bei der zuständigen Ständeratskommission. Compenswiss-Verwaltungsratspräsident Manuel Leuthold warnte davor, sich Zeit zu lassen. Je mehr die Zusatzfinanzierung hinausgezögert würde, desto teurer werde sie. Schrumpfe der Ausgleichsfonds, werde auch die Rendite kleiner.
___ Tiefe Rendite auf flüssigen Mitteln
Ein Problem sind die flüssigen Mittel, welche der Ausgleichsfonds wegen der angespannten Finanzlage der AHV und IV erhöhen muss. Per Ende 2025 betrugen diese 4,6 Milliarden Franken, gegenüber 2,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Die darauf erzielte Nettorendite ist mit 0,46 Prozent ein Vielfaches tiefer als jene auf dem Anlagevermögen.
"Die AHV und die IV werden durch die umfangreichen Liquiditätsreserven belastet", schreibt Compenswiss. Das führt dazu, dass das aktuelle Ergebnis zwar als "solid", "robust" und "positiv" bezeichnet wird, die Lage für diese zwei der drei grossen Sozialversicherungen aber angespannt bleibt.
Leuthold präzisierte: "Kurzfristig könnte sich das AHV-Vermögen stabilisieren, doch die gesetzliche Vorgabe, einen Fondsbestand von hundert Prozent der jährlichen Ausgaben zu gewährleisten, wird wegen der 13. AHV-Rente immer schwieriger einzuhalten sein." Eine zusätzliche Finanzierung bleibe deshalb unerlässlich.
___ Warnen als Aufgabe
Auch für die IV verschlechtern sich die Finanzperspektiven laut dem Bund deutlich. Gründe dafür sind die stetig steigende Zahl neuer Renten sowie die anhaltende Unsicherheit über die Rückzahlung der IV-Schuld von 10,3 Milliarden Franken an die AHV. "In fünf bis zehn Jahren ist der IV-Fonds leer", sagte Leuthold.
Auch hier plädieren die Compenswiss-Verantwortlichen für rasche Lösungen. Wenn sich die Ausgaben erhöhen, müssen die Einnahmen gesichert werden. Um genügend Liquidität für die IV zu haben, verkauft Compenswiss im laufenden Jahr Vermögenswerte von rund 35 Millionen Franken pro Monat.
"Das wahre Risiko ist nicht die Volatilität des Marktes, sondern die Liquidität der Sozialversicherungen", sagte Leuthold. Er sei kein Politiker. Seine Aufgabe sei es aber, zu warnen.
Um die langfristige Zahlungsfähigkeit der Versicherung zu gewährleisten, den IV-Fonds auf die gesetzlich vorgegebene Höhe aufzustocken und mittelfristig den Schuldenabbau einzuleiten, hatte der Bundesrat vergangene Woche die Leitlinien zu einem Reformpaket beschlossen.
Dieses zielt auch darauf ab, junge Erwachsene stärker zu unterstützen und zu begleiten. Sollte dies nicht genügen, schlägt der Bundesrat eine Zusatzfinanzierung vor. Als Ultima Ratio sollen die Lohnbeiträge um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöht werden.
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