Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung
28.02.2026 16:29:09
Die Schweiz ist in den seit Jahrzehnten schwelenden Nahostkonflikt insofern involviert, als dass sie seit 1980 im Rahmen eines Schutzmachtmandats die Interessen der USA im Iran vertritt. Auch aktuell sei der "Kanal" für die beiden Parteien aktiv und stehe in beiden Richtungen zur Verfügung, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Das EDA machte keine Angaben, ob und in welcher Form der "Kanal" derzeit genutzt wird. Aber das Departement betonte, dass die Schweizer Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran einsatzfähig bleibe. "Unsere Guten Dienste stehen den beteiligten Parteien weiterhin zur Verfügung", hiess es in einer Stellungnahme.
___ Einhaltung des Völkerrechts gefordert
Die Schweiz reagierte am Samstag mit Besorgnis auf die jüngste Eskalation und verlangte in einem Statement auf der Plattform X die "uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts, einschliesslich der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts" und die Rückkehr zur Diplomatie.
Man rufe alle Parteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur sei zu schützen und die Lage unverzüglich zu deeskalieren. "Gewalt ist keine Lösung" ergänzte Bundesrat Beat Jans am Parteitag der SP in Biel.
Noch diese Woche verhandelten die USA und der Iran in Genf - erfolglos, wie sich nach dem israelisch-amerikanischen Angriff am Samstag gegen den Iran zeigte. Die Schweiz nahm in Genf nur die Gastgeberrolle ein. Als Vermittlerin zwischen den beiden Parteien fungierte der Oman.
___ Botschaftspersonal im Iran reduziert
Das Schweizer Botschaftspersonal in Teheran sei bereits in den letzten Tagen von 14 auf 10 Personen reduziert worden, hiess es auf Anfrage beim EDA weiter. Botschafterin Nadine Olivieri Lozano sei vor Ort und die Botschaft sei derzeit "operationell". Nähere Angaben, auch zu konkreten Massnahmen und Vorkehrungen zum Schutz des Personals, machte das EDA nicht.
Auch die Schweizer Botschaft in Tel Aviv in Israel bleibt gemäss dem EDA in Betrieb. Für Israel hat der Bund verschärfte Reisewarnungen erlassen. Es wird neue generell von Reisen in das Land abgeraten. Dieselbe Warnung gilt für den Iran bereits seit August 2024.
Am Samstagvormittag waren auf TravelAdmin fünf Personen als Reisende im Iran und 20 Personen In Israel registriert. Das EDA hielt fest, dass es keine organisierten Ausreisen für Schweizer Staatsangehörige durchführe. Letztere seien angehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen. Es seien die vorhandenen kommerziellen Transportmittel zu nutzen, wenn man die Länder und die Region verlassen möchte.
___ Swiss strich total 16 Flüge
Auswirkungen hat die Eskalation auch auf den weltweiten Flugbetrieb. Die Swiss fliegt wegen der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran vorerst bis am 7. März nicht mehr nach Israel, wie sie am Samstag mitteilte. Weil die meisten Lufträume in der Region geschlossen sind, annullierte die Schweizer Fluggesellschaft auch die Flüge vom Samstag und Sonntag nach Dubai (VAE).
Von und nach Tel Aviv seien insgesamt 14 Flüge betroffen, präzisierte die Swiss. Für das Unternehmen stehe die Sicherheit ihrer Besatzungen und Passagiere jederzeit an erster Stelle. Auf dieser Basis sei der Entscheid getroffen worden. Am Samstag wären gemäss dem Flugplan von Zürich aus zwei Flüge nach Tel Aviv angesetzt gewesen.
___ Demonstration gegen das Regime in Bern
Derweil versammelten sich vor der iranischen Botschaft in Bern rund 200 Personen zu einer spontanen Demonstration. Die Menschen forderten den Sturz des iranischen Regimes. Nicht nur Flaggen der iranischen Monarchie-Opposition waren zu sehen, sondern gar solche aus Israel. Im Kampf gegen die Mullahs seien Israel und die iranische Opposition Freunde, sagte ein Aktivist zu Keystone-SDA.
Schweiz fordert Rückkehr zur Diplomatie
Bern (awp/sda) - Die Schweiz hat nach der jüngsten Eskalation in Nahost "tief besorgt" reagiert, sich aber grundsätzlich zurückhaltend geäussert. Sie forderte von allen Parteien Zurückhaltung und eine Deeskalation der Lage.Die Schweiz ist in den seit Jahrzehnten schwelenden Nahostkonflikt insofern involviert, als dass sie seit 1980 im Rahmen eines Schutzmachtmandats die Interessen der USA im Iran vertritt. Auch aktuell sei der "Kanal" für die beiden Parteien aktiv und stehe in beiden Richtungen zur Verfügung, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Das EDA machte keine Angaben, ob und in welcher Form der "Kanal" derzeit genutzt wird. Aber das Departement betonte, dass die Schweizer Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran einsatzfähig bleibe. "Unsere Guten Dienste stehen den beteiligten Parteien weiterhin zur Verfügung", hiess es in einer Stellungnahme.
___ Einhaltung des Völkerrechts gefordert
Die Schweiz reagierte am Samstag mit Besorgnis auf die jüngste Eskalation und verlangte in einem Statement auf der Plattform X die "uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts, einschliesslich der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts" und die Rückkehr zur Diplomatie.
Man rufe alle Parteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur sei zu schützen und die Lage unverzüglich zu deeskalieren. "Gewalt ist keine Lösung" ergänzte Bundesrat Beat Jans am Parteitag der SP in Biel.
Noch diese Woche verhandelten die USA und der Iran in Genf - erfolglos, wie sich nach dem israelisch-amerikanischen Angriff am Samstag gegen den Iran zeigte. Die Schweiz nahm in Genf nur die Gastgeberrolle ein. Als Vermittlerin zwischen den beiden Parteien fungierte der Oman.
___ Botschaftspersonal im Iran reduziert
Das Schweizer Botschaftspersonal in Teheran sei bereits in den letzten Tagen von 14 auf 10 Personen reduziert worden, hiess es auf Anfrage beim EDA weiter. Botschafterin Nadine Olivieri Lozano sei vor Ort und die Botschaft sei derzeit "operationell". Nähere Angaben, auch zu konkreten Massnahmen und Vorkehrungen zum Schutz des Personals, machte das EDA nicht.
Auch die Schweizer Botschaft in Tel Aviv in Israel bleibt gemäss dem EDA in Betrieb. Für Israel hat der Bund verschärfte Reisewarnungen erlassen. Es wird neue generell von Reisen in das Land abgeraten. Dieselbe Warnung gilt für den Iran bereits seit August 2024.
Am Samstagvormittag waren auf TravelAdmin fünf Personen als Reisende im Iran und 20 Personen In Israel registriert. Das EDA hielt fest, dass es keine organisierten Ausreisen für Schweizer Staatsangehörige durchführe. Letztere seien angehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen. Es seien die vorhandenen kommerziellen Transportmittel zu nutzen, wenn man die Länder und die Region verlassen möchte.
___ Swiss strich total 16 Flüge
Auswirkungen hat die Eskalation auch auf den weltweiten Flugbetrieb. Die Swiss fliegt wegen der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran vorerst bis am 7. März nicht mehr nach Israel, wie sie am Samstag mitteilte. Weil die meisten Lufträume in der Region geschlossen sind, annullierte die Schweizer Fluggesellschaft auch die Flüge vom Samstag und Sonntag nach Dubai (VAE).
Von und nach Tel Aviv seien insgesamt 14 Flüge betroffen, präzisierte die Swiss. Für das Unternehmen stehe die Sicherheit ihrer Besatzungen und Passagiere jederzeit an erster Stelle. Auf dieser Basis sei der Entscheid getroffen worden. Am Samstag wären gemäss dem Flugplan von Zürich aus zwei Flüge nach Tel Aviv angesetzt gewesen.
___ Demonstration gegen das Regime in Bern
Derweil versammelten sich vor der iranischen Botschaft in Bern rund 200 Personen zu einer spontanen Demonstration. Die Menschen forderten den Sturz des iranischen Regimes. Nicht nur Flaggen der iranischen Monarchie-Opposition waren zu sehen, sondern gar solche aus Israel. Im Kampf gegen die Mullahs seien Israel und die iranische Opposition Freunde, sagte ein Aktivist zu Keystone-SDA.
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