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Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst   21.04.2026 14:03:15

Finma legt an Tempo zu und erhöht Personal

Bern (awp) - Die Finanzmarktaufsicht Finma hat in ihrer Aufsichtstätigkeit im vergangenen Jahr an Tempo zugelegt und mehr Verfahren gegen Finanzinstitute und Personen abgeschlossen. Dabei hat sie auch die Zahl der Mitarbeitenden klar ausgebaut.

Die Finma habe ihre Tätigkeit 2025 in einem anspruchsvollen Umfeld ausgeübt, in dem sich finanzielle und nicht-finanzielle Risiken deutlich zugespitzt hätten, erklärte Finma-Direktor Stefan Walter am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz der Aufsichtsbehörde. Entsprechend sei nicht zuletzt die Früherkennung von Risiken im Fokus gestanden.

___ Keine aktive Kommunikation

Die Zahl der sogenannten Enforcement-Verfahren gegen Finanzinstitute und gegen natürliche Personen stieg derweil weiter an: Die Finma schloss im vergangenen Jahr 55 solcher Verfahren ab nach 38 im Jahr 2024. Zudem führte sie 785 Enforcement-Abklärungen (Vorjahr 733) durch.

Die Verfahren erfolgten dabei weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Finma verfüge derzeit über "sehr eingeschränkte gesetzliche Voraussetzungen für eine aktive Kommunikation", erinnerten die Verantwortlichen. In einigen Fällen sei die Behörde gerichtlich an der Kommunikation gehindert worden.

___ Zahlreiche Kontrollen bei UBS

Die Behörde führte zudem 113 Vor-Ort-Kontrollen bei Banken durch, 43 bei Versicherungen und 20 im Bereich Asset Management. Dabei fanden die Kontrollen mehrheitlich bei den grösseren Finanzinstituten statt. Im Fokus stand mit der UBS das grösste Schweizer Institut: Hier führte die Finma insgesamt 42 Vor-Ort-Kontrollen durch.

Zu den Schwerpunkten der Aufsichtstätigkeit gehörte im vergangenen Jahr aber auch der Schweizer Hypothekarmarkt. Dabei habe sich gezeigt, dass mehrere Banken die "prinzipienbasierte Regulierung" bei der Vergabe von Hypothekarkrediten teilweise zu stark ausgereizt hätten, so Walter. Die Finma habe daher die betroffenen Institute aufgefordert, ihr Risikomanagement zu stärken und bei einigen Banken zusätzliche Eigenmittelzuschläge angeordnet.

___ Wieder langsameres Stellenwachstum

Die intensive Aufsichtstätigkeit führte zu einer klaren Aufstockung des Personals bei der Finanzmarktbehörde. So betrug die Anzahl der unbefristeten Vollzeitstellen 2025 durchschnittlich 617 gegenüber 554 im Jahr davor. Die Finma-Verantwortlichen verwiesen zur Begründung auf die neuen Risiken, vertiefte Vor-Ort-Kontrollen und auch neue Aufgaben: So beaufsichtige die Behörde neu etwa auch rund 10'000 Versicherungsvermittler.

Im laufenden Jahr dürfte sich das Stellenwachstum laut dem Finma-Direktor aber wieder verlangsamen. Verwaltungsratspräsidentin Marlene Amstad verwies zudem auf den strategischen Entscheid der Finma, dass die Stellenzahl auch langfristig dreistellig bleiben werde. "Niemand muss sich vor dem Monster Finma fürchten." Die Finanzierung der Finma erfolgt vollumfänglich durch die Beaufsichtigten selbst.

___ Mehr Werkzeuge erwünscht

Gleichzeitig plädierten die Finma-Verantwortlichen einmal mehr für die Erweiterung der Kompetenzen. Der Werkzeugkasten der Finma bestehe heute aus einem "Hammer", nämlich dem Enforcement, und aus einer "roten Karte", nämlich dem Lizenzentzug sowie dem Berufs- und Tätigkeitsverbot, sagte Amstad. "Was wir aber noch brauchen, sind gesetzliche Werkzeuge, die präventive Wirkung entfalten."

So brauche es eine verbindliche juristische Festlegung der Verantwortlichkeiten. Des Weiteren brauche es die Befugnis, Bussen zu erteilen, was für Amstad dem Erteilen einer "gelben Karte" entspricht. Und schliesslich müsse die Behörde auch Kunden, Investoren und Mitarbeitende informieren können, wenn ein Institut in grober Weise gegen Regeln verstossen habe.

Der Bundesrat hatte neue Instrumente für die Finma in seinem "Too-Big-To-Fail"-Bericht aufgenommen. In der Bankenbranche und bei Branchenverbänden sind die Vorschläge zu erweiterten Kompetenzen bisher allerdings mit Skepsis und Ablehnung aufgenommen worden.


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