Volkswirtschaft
07.05.2026 11:34:13
Die Zahl der Logiernächte sank im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent auf 3,2 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. Bei den ausländischen Gästen gingen die Übernachtungen um 4,8 Prozent auf 1,6 Millionen zurück und auch bei den Schweizer Gästen resultierte mit ebenfalls 1,6 Millionen Logiernächten ein Minus von 5,7 Prozent.
Trotz des schwachen März ergibt sich für das erste Quartal insgesamt noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Schweiz Tourismus spricht in einer Medienmitteilung vom Donnerstag denn auch eher von einer Normalisierung als von einem eigentlichen Einbruch. Der Rückgang sei nicht allein auf den Iran-Konflikt zurückzuführen, heisst es. Eine wichtige Rolle hätten auch Kalendereffekte gespielt, etwa die Verschiebung der Sportferien in mehreren Kantonen.
___ Uneinheitliche Entwicklung
Mit Blick auf die Herkunftsländer zeigte sich im März ein gemischtes Bild. Aus Deutschland, dem wichtigsten Auslandsmarkt, reisten zwar leicht mehr Gäste in die Schweiz. Diese blieben jedoch im Durchschnitt kürzer, sodass die Zahl der Logiernächte um gut 7 Prozent zurückging. Die Nachfrage aus den USA und aus Frankreich sowie aus weiteren europäischen Ländern blieb hingegen weitgehend stabil.
Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen die Nachfrage aus Asien. Besonders stark betroffen waren Indien, Südkorea und Teile Südostasiens. Gerade Indien litt dabei unter den Auswirkungen des Nahostkonflikts, da viele Flugverbindungen nach Europa über Drehkreuze im Mittleren Osten führen.
Am stärksten wirkte sich der Irankonflikt auf den israelischen Markt aus: Die Zahl der Logiernächte sank dort wegen der Aussetzung von Flugverbindungen um mehr als die Hälfte. Überraschenderweise deutlich zulegen konnten dagegen Gäste aus der Golfregion. So erhöhte stieg etwa die Zahl der Übernachtungen aus Saudi-Arabien im März um rund 76 Prozent. Schweiz Tourismus erklärt dies auch mit dem sogenannten Ramadan-Effekt: Während der Ramadan, in dem kaum gereist wird, im Vorjahr vollständig in den März gefallen war, lag er 2026 nur teilweise in diesem Monat.
___ Robuster Ausblick
Besonders robust bleibt laut Branchenverband die Luxushotellerie. Häuser wie das "The Dolder Grand" oder das "Bürgenstock Resort" berichteten weiterhin von stabilen Buchungen. Teilweise profitierten Luxusdestinationen sogar von Verlagerungen internationaler Reisen aus dem Nahen Osten.
Ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist auch der breit diversifizierte Gästemix. So stammten 2025 rund 48 Prozent der Gäste aus der Schweiz, knapp 29 Prozent aus Europa und rund 23 Prozent aus Fernmärkten. "Ein breiter Gästemix wirkt wie ein Portfolio: Ist ein Markt rückläufig, kompensieren andere", so ST-Chef Martin Nydegger.
Für die Sommersaison zeigt sich Schweiz Tourismus insgesamt vorsichtig optimistisch und erwartet trotz geopolitischer Unsicherheiten eine stabile Nachfrage. Im Gesamtjahr 2026 rechnet die Organisation derzeit mit einem moderaten Rückgang der Hotelübernachtungen von 2 bis 3 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2025. Selbst in einem ungünstigen Szenario werde maximal ein Minus von 7 Prozent erwartet, heisst es.
Schweizer Hotels im März mit Dämpfer nach Rekordstart
Neuenburg (awp) - Die Schweizer Hotellerie hat im März 2026 auf Monatssicht erstmals seit November 2025 wieder weniger Übernachtungen gezählt. Die Aussichten auf das Gesamtjahr bleiben laut dem Branchenverband Schweiz Tourismus aber trotz des Iran-Konflikts weiterhin gut.Die Zahl der Logiernächte sank im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent auf 3,2 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. Bei den ausländischen Gästen gingen die Übernachtungen um 4,8 Prozent auf 1,6 Millionen zurück und auch bei den Schweizer Gästen resultierte mit ebenfalls 1,6 Millionen Logiernächten ein Minus von 5,7 Prozent.
Trotz des schwachen März ergibt sich für das erste Quartal insgesamt noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Schweiz Tourismus spricht in einer Medienmitteilung vom Donnerstag denn auch eher von einer Normalisierung als von einem eigentlichen Einbruch. Der Rückgang sei nicht allein auf den Iran-Konflikt zurückzuführen, heisst es. Eine wichtige Rolle hätten auch Kalendereffekte gespielt, etwa die Verschiebung der Sportferien in mehreren Kantonen.
___ Uneinheitliche Entwicklung
Mit Blick auf die Herkunftsländer zeigte sich im März ein gemischtes Bild. Aus Deutschland, dem wichtigsten Auslandsmarkt, reisten zwar leicht mehr Gäste in die Schweiz. Diese blieben jedoch im Durchschnitt kürzer, sodass die Zahl der Logiernächte um gut 7 Prozent zurückging. Die Nachfrage aus den USA und aus Frankreich sowie aus weiteren europäischen Ländern blieb hingegen weitgehend stabil.
Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen die Nachfrage aus Asien. Besonders stark betroffen waren Indien, Südkorea und Teile Südostasiens. Gerade Indien litt dabei unter den Auswirkungen des Nahostkonflikts, da viele Flugverbindungen nach Europa über Drehkreuze im Mittleren Osten führen.
Am stärksten wirkte sich der Irankonflikt auf den israelischen Markt aus: Die Zahl der Logiernächte sank dort wegen der Aussetzung von Flugverbindungen um mehr als die Hälfte. Überraschenderweise deutlich zulegen konnten dagegen Gäste aus der Golfregion. So erhöhte stieg etwa die Zahl der Übernachtungen aus Saudi-Arabien im März um rund 76 Prozent. Schweiz Tourismus erklärt dies auch mit dem sogenannten Ramadan-Effekt: Während der Ramadan, in dem kaum gereist wird, im Vorjahr vollständig in den März gefallen war, lag er 2026 nur teilweise in diesem Monat.
___ Robuster Ausblick
Besonders robust bleibt laut Branchenverband die Luxushotellerie. Häuser wie das "The Dolder Grand" oder das "Bürgenstock Resort" berichteten weiterhin von stabilen Buchungen. Teilweise profitierten Luxusdestinationen sogar von Verlagerungen internationaler Reisen aus dem Nahen Osten.
Ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist auch der breit diversifizierte Gästemix. So stammten 2025 rund 48 Prozent der Gäste aus der Schweiz, knapp 29 Prozent aus Europa und rund 23 Prozent aus Fernmärkten. "Ein breiter Gästemix wirkt wie ein Portfolio: Ist ein Markt rückläufig, kompensieren andere", so ST-Chef Martin Nydegger.
Für die Sommersaison zeigt sich Schweiz Tourismus insgesamt vorsichtig optimistisch und erwartet trotz geopolitischer Unsicherheiten eine stabile Nachfrage. Im Gesamtjahr 2026 rechnet die Organisation derzeit mit einem moderaten Rückgang der Hotelübernachtungen von 2 bis 3 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2025. Selbst in einem ungünstigen Szenario werde maximal ein Minus von 7 Prozent erwartet, heisst es.
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