Aufsichtsbehörden, Regulierungen
18.05.2026 08:05:12
Heute könne die Finma etwa Boni erst dann streichen, wenn bereits öffentliche Gelder eingesetzt wurden. "Auch bei Gewährsverfahren müssen wir sehr aufwendig nachweisen, dass eine konkrete Person tatsächlich verantwortlich war."
Bei der hängigen Regulierung der Grossbank UBS geht es laut Walter letztlich um die Frage: Wie viel tragen die Steuerzahler und wie viel die Aktionäre der Bank? "Das ist eine politische Abwägung", so der Chef der Aufsichtsbehörde.
Die Finma liefere dazu eine fachliche Einschätzung. "Deshalb unterstützen wir das Paket des Bundesrats, weil es sehr gezielt die Probleme adressiert, die sich bei der Credit Suisse gezeigt haben."
Und dabei spiele ausreichend Kapital sehr wohl eine Rolle: Der Ursprung der Krise habe zwar in schlechter Führung, in einer mangelhaften Governance und einem problematischen Geschäftsmodell gelegen. "In der Stabilisierungsphase zeigte sich dann aber zusätzlich ein Kapitalproblem: Beteiligungen waren nicht vollständig mit Kapital unterlegt." Als dort Verluste entstanden seien, habe das die Kapitalisierung des Stammhauses massiv geschwächt. "Dadurch wurde die Handlungsfähigkeit der CS eingeschränkt."
___ Nicht tatenlos bei MBaer
Walter wehrt sich im Interview ausserdem gegen den Vorwurf, bei der kürzlich untergegangenen Bank MBaer tatenlos gewesen zu sein. "Wir hatten das Institut schon länger im Visier." Konkret sei die Bewilligung entzogen worden, bevor die Amerikaner eingegriffen hätten.
Doch die Bank habe vor Gericht die aufschiebende Wirkung wieder erkämpft, so Walter. "Das zeigt: In der heutigen Gesetzgebung haben die Institute und ihre Eigentümer einen sehr starken Rechtsschutz; das geht teilweise zulasten des Schutzes der Kundinnen und Kunden sowie der Reputation des Finanzplatzes.
Finma-Chef will "früher eingreifen können"
Zürich (awp) - Der Chef der Finanzmarktaufsicht Finma will nicht erst handeln dürfen, wenn es zu spät ist. "In der Phase der Stabilität müssen wir früher eingreifen können", sagte Stefan Walter in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen vom Montag. In der Stabilisierungsphase brauche die Finma daher "mehr Handlungsmöglichkeiten".Heute könne die Finma etwa Boni erst dann streichen, wenn bereits öffentliche Gelder eingesetzt wurden. "Auch bei Gewährsverfahren müssen wir sehr aufwendig nachweisen, dass eine konkrete Person tatsächlich verantwortlich war."
Bei der hängigen Regulierung der Grossbank UBS geht es laut Walter letztlich um die Frage: Wie viel tragen die Steuerzahler und wie viel die Aktionäre der Bank? "Das ist eine politische Abwägung", so der Chef der Aufsichtsbehörde.
Die Finma liefere dazu eine fachliche Einschätzung. "Deshalb unterstützen wir das Paket des Bundesrats, weil es sehr gezielt die Probleme adressiert, die sich bei der Credit Suisse gezeigt haben."
Und dabei spiele ausreichend Kapital sehr wohl eine Rolle: Der Ursprung der Krise habe zwar in schlechter Führung, in einer mangelhaften Governance und einem problematischen Geschäftsmodell gelegen. "In der Stabilisierungsphase zeigte sich dann aber zusätzlich ein Kapitalproblem: Beteiligungen waren nicht vollständig mit Kapital unterlegt." Als dort Verluste entstanden seien, habe das die Kapitalisierung des Stammhauses massiv geschwächt. "Dadurch wurde die Handlungsfähigkeit der CS eingeschränkt."
___ Nicht tatenlos bei MBaer
Walter wehrt sich im Interview ausserdem gegen den Vorwurf, bei der kürzlich untergegangenen Bank MBaer tatenlos gewesen zu sein. "Wir hatten das Institut schon länger im Visier." Konkret sei die Bewilligung entzogen worden, bevor die Amerikaner eingegriffen hätten.
Doch die Bank habe vor Gericht die aufschiebende Wirkung wieder erkämpft, so Walter. "Das zeigt: In der heutigen Gesetzgebung haben die Institute und ihre Eigentümer einen sehr starken Rechtsschutz; das geht teilweise zulasten des Schutzes der Kundinnen und Kunden sowie der Reputation des Finanzplatzes.
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