Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst
28.05.2026 12:21:12
"Die digitale Transformation, also die Veränderungen, die durch die Technik, die künstliche Intelligenz durch Computer auf uns zukommen, ist in vollem Gange und verändert unser tägliches Leben", sagte Abraham Bernstein von der Universität Zürich, Präsident der Leitungsgruppe des Forschungsprogramms am Donnerstag vor den Medien.
Im Rahmen des vom Bundesrat beauftragten Nationalen Forschungsprogramms "Digitale Transformation" (NFP 77) haben rund 250 Forschende während fünf Jahren 46 Forschungsprojekte durchgeführt, um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Schweiz zu untersuchen.
Die Ergebnisse zeigen klaren Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen.
___ Defizite im Arbeitsmarkt
Durch den digitalen Wandel verändere sich der Arbeitsmarkt rasend. Digitale Fähigkeiten würden immer wichtiger - nicht nur in offensichtlich technischen Berufen, sondern in der ganzen Breite der Berufswelt, erklärte Conny Wunsch von der Universität Basel.
Sie leitete eines der Forschungsprojekte, die im Rahmen des NFP 77 durchgeführt wurden.
Ein Drittel der Personen in der Schweiz bringt demnach das erwartete Niveau an Fähigkeiten nicht mit. "Das ist eine wichtige Risikogruppe, die in Gefahr läuft, abgehängt zu werden"; so Wunsch. Dabei gebe es starke Unterschiede nach Alter. Unter 30-Jährige haben weniger Lücken, während über 50-Jährige zu zwei Dritteln Defizite aufweisen.
Frauen seien ausserdem häufiger von mangelnden digitalen Fähigkeiten betroffen und investierten weniger in diese Kompetenzen. "Je mehr Frauen abgehängt werden, desto stärker werden Geschlechterunterschiede auf dem Arbeitsmarkt", warnte Wunsch. Unternehmen müssten die Kompetenzen ihrer Belegschaft konsequenter fördern, schlagen die Forschenden vor.
___ Defizite in der Bildung
Auch in der Bildung sehen die Forschenden Defizite: In Schulen blieben digitale Tools laut dem Bericht oft ungenutzt, weil es an strukturierten Ansätzen und der nötigen Weiterbildung für Lehrpersonen fehle, heisst es im Synthesebericht des Forschungsprogramms.
Die blosse Anschaffung von Laptops, Tablets und digitalen Wandtafeln reiche nicht aus, wenn es an nachhaltigen Nutzungskonzepten mangle. Viele der für Lehrpersonen angebotenen Weiterbildungskurse beschränken sich demnach auf rein operative Fertigkeiten - also auf das technische Bedienen eines bestimmten Programms -, anstatt das benötigte technologisch-pädagogische Fachwissen zu vermitteln.
Der Handlungsbedarf beginnt jedoch bereits in der Primarstufe und reicht über alle Lebensphasen hinweg bis weit in den Arbeitsmarkt hinein. Das NFP 77 betont, dass informationstechnische Grundkonzepte von Anfang an explizit unterrichtet werden müssen. Es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass Kinder durch den reinen alltäglichen Konsum und die intuitive Interaktion mit digitalen Geräten automatisch ein tieferes Verständnis für die Infrastruktur des Internets oder die Funktionsweise von Computern entwickeln. Das logische Problemlösen, das sogenannte "Computational Thinking", muss daher über die gesamte Pflichtschulzeit hinweg systematisch im Lehrplan verankert, gefördert und auch überprüft werden.
___ Demokratie und Medien
Digitale Technologien werfen laut den Forschenden ausserdem grundlegende Fragen zum Vertrauen in die Demokratie auf. Ein zentrales Problem stelle hierbei der tiefgreifend veränderte Informationskonsum dar.
Im Durchschnitt konsumieren junge Menschen in der Schweiz aber nur sieben Minuten Nachrichten, sagte Mark Eisenegger von der Universität Zürich. "Da hat keine Tagesschau platz", so der Forscher.
Medienkompetenz darf sich dem Bericht zufolge im digitalen Wandel aber nicht mehr nur auf die klassische Nutzung von Medien beschränken. Es bedürfe heute umfassender Schulungen zu Algorithmen, künstlicher Intelligenz und der grundlegenden Bedeutung, die ein unabhängiger Journalismus für eine funktionierende Demokratie hat.
Ausserdem sollte Staatskunde - also die Bildung zu den politischen Abläufen in der Schweiz - einen höheren Stellenwert gegenüber der reinen Medienkompetenz einnehmen. Der Grund hierfür liegt in den Mustern der politischen Teilhabe: Es ist das grundlegende Interesse an Politik und nicht die Nachrichtennutzung an sich, welches das politische Wissen und die demokratische Partizipation massgeblich fördert.
Schweiz muss laut Forschungsbericht bei der Digitalisierung handeln
Bern (awp/sda) - Die Schweiz muss bei der Digitalisierung handeln. Ein grossangelegtes Forschungsprogramm zeigt: Ob KI uns nützt oder schadet, entscheidet nicht die Software, sondern der Faktor Mensch. Die Forschenden fordern ein Umdenken in Schulen, Medien und auf dem Arbeitsmarkt."Die digitale Transformation, also die Veränderungen, die durch die Technik, die künstliche Intelligenz durch Computer auf uns zukommen, ist in vollem Gange und verändert unser tägliches Leben", sagte Abraham Bernstein von der Universität Zürich, Präsident der Leitungsgruppe des Forschungsprogramms am Donnerstag vor den Medien.
Im Rahmen des vom Bundesrat beauftragten Nationalen Forschungsprogramms "Digitale Transformation" (NFP 77) haben rund 250 Forschende während fünf Jahren 46 Forschungsprojekte durchgeführt, um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Schweiz zu untersuchen.
Die Ergebnisse zeigen klaren Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen.
___ Defizite im Arbeitsmarkt
Durch den digitalen Wandel verändere sich der Arbeitsmarkt rasend. Digitale Fähigkeiten würden immer wichtiger - nicht nur in offensichtlich technischen Berufen, sondern in der ganzen Breite der Berufswelt, erklärte Conny Wunsch von der Universität Basel.
Sie leitete eines der Forschungsprojekte, die im Rahmen des NFP 77 durchgeführt wurden.
Ein Drittel der Personen in der Schweiz bringt demnach das erwartete Niveau an Fähigkeiten nicht mit. "Das ist eine wichtige Risikogruppe, die in Gefahr läuft, abgehängt zu werden"; so Wunsch. Dabei gebe es starke Unterschiede nach Alter. Unter 30-Jährige haben weniger Lücken, während über 50-Jährige zu zwei Dritteln Defizite aufweisen.
Frauen seien ausserdem häufiger von mangelnden digitalen Fähigkeiten betroffen und investierten weniger in diese Kompetenzen. "Je mehr Frauen abgehängt werden, desto stärker werden Geschlechterunterschiede auf dem Arbeitsmarkt", warnte Wunsch. Unternehmen müssten die Kompetenzen ihrer Belegschaft konsequenter fördern, schlagen die Forschenden vor.
___ Defizite in der Bildung
Auch in der Bildung sehen die Forschenden Defizite: In Schulen blieben digitale Tools laut dem Bericht oft ungenutzt, weil es an strukturierten Ansätzen und der nötigen Weiterbildung für Lehrpersonen fehle, heisst es im Synthesebericht des Forschungsprogramms.
Die blosse Anschaffung von Laptops, Tablets und digitalen Wandtafeln reiche nicht aus, wenn es an nachhaltigen Nutzungskonzepten mangle. Viele der für Lehrpersonen angebotenen Weiterbildungskurse beschränken sich demnach auf rein operative Fertigkeiten - also auf das technische Bedienen eines bestimmten Programms -, anstatt das benötigte technologisch-pädagogische Fachwissen zu vermitteln.
Der Handlungsbedarf beginnt jedoch bereits in der Primarstufe und reicht über alle Lebensphasen hinweg bis weit in den Arbeitsmarkt hinein. Das NFP 77 betont, dass informationstechnische Grundkonzepte von Anfang an explizit unterrichtet werden müssen. Es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass Kinder durch den reinen alltäglichen Konsum und die intuitive Interaktion mit digitalen Geräten automatisch ein tieferes Verständnis für die Infrastruktur des Internets oder die Funktionsweise von Computern entwickeln. Das logische Problemlösen, das sogenannte "Computational Thinking", muss daher über die gesamte Pflichtschulzeit hinweg systematisch im Lehrplan verankert, gefördert und auch überprüft werden.
___ Demokratie und Medien
Digitale Technologien werfen laut den Forschenden ausserdem grundlegende Fragen zum Vertrauen in die Demokratie auf. Ein zentrales Problem stelle hierbei der tiefgreifend veränderte Informationskonsum dar.
Im Durchschnitt konsumieren junge Menschen in der Schweiz aber nur sieben Minuten Nachrichten, sagte Mark Eisenegger von der Universität Zürich. "Da hat keine Tagesschau platz", so der Forscher.
Medienkompetenz darf sich dem Bericht zufolge im digitalen Wandel aber nicht mehr nur auf die klassische Nutzung von Medien beschränken. Es bedürfe heute umfassender Schulungen zu Algorithmen, künstlicher Intelligenz und der grundlegenden Bedeutung, die ein unabhängiger Journalismus für eine funktionierende Demokratie hat.
Ausserdem sollte Staatskunde - also die Bildung zu den politischen Abläufen in der Schweiz - einen höheren Stellenwert gegenüber der reinen Medienkompetenz einnehmen. Der Grund hierfür liegt in den Mustern der politischen Teilhabe: Es ist das grundlegende Interesse an Politik und nicht die Nachrichtennutzung an sich, welches das politische Wissen und die demokratische Partizipation massgeblich fördert.
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