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Volkswirtschaft   02.06.2026 13:21:10

Schweizer Exportzahlen bleiben volatil

Bern/Biel (awp) - Die Schweizer Ausfuhren sind im April kaum vom Fleck gekommen. Während ein schwacher Monat für die Pharmaindustrie die Exporte ausbremste, kamen positive Signale von der Maschinen- und der Uhrenindustrie.

Saisonbereinigt stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat nominal um 0,1 Prozent auf 22,27 Milliarden Franken. Real resultierte hingegen ein Plus von 3,0 Prozent, wie Zahlen des Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit zeigen. Diese Gesamtzahlen sind allerdings mit Vorsicht zu lesen, weil die chemisch-pharmazeutische Industrie den Aussenhandel stark prägt.

Die Exporte dieser Sparte, welche gut die Hälfte des gesamten Handelsvolumens ausmachten, gingen um 3,1 Prozent zurück und lagen damit wieder auf dem Niveau vom Februar. Die Volatilität bei den Pharmaexporten kommt vor allem von grossen, unregelmässigen Lieferungen und Lagerbewegungen, welche die Monatszahlen stark verzerren können.

Das relativiert die schwache Gesamtdynamik: Abseits der volatilen Pharmaeffekte gibt es durchaus robuste Nachfrage, etwa bei Maschinen, Elektronik und Apparaten, deren Exporte um 5,5 Prozent stiegen. Die Industriegüter hatten in den vergangenen Monaten stark mit nachlassender Nachfrage aus dem Ausland zu kämpfen.

Auch die Uhrenfabrikanten haben im April im Vergleich zum März ihren Absatz mit Zeitmessern "Made in Switzerland" um 5 Prozent gesteigert. Seit Jahresbeginn bleibt aber ein Minus von gut 4 Prozent.

___ Sondereffekt bei den Uhren

Ganz ein anderes Bild zeigt sich bei der Uhrenindustrie im Vergleich zu den Vorjahreswerten: Nach dieser Rechnung sanken die Exporte laut dem Uhrenverband FH im April um 16,6 Prozent auf 2,13 Milliarden Franken. Hauptgrund war der US-Markt, wo die Ausfuhren um 56,4 Prozent einbrachen.

"Die Schlagzeile sieht schwach aus, doch die Vergleichsbasis ist durch den zollbedingten Anstieg der US-Lieferungen im Vorjahr stark verzerrt", relativiert Vontobel-Analyst Manuel Lang. Denn im April 2025 noch hatten die Fabrikanten vor dem sich abzeichnenden Zollhammer der US-Regierung ihre Lager in Nordamerika mit Schweizer Luxusuhren aufgefüllt.

Als Folge waren die Uhrenexporte in die USA vor einem Jahr um fast 150 Prozent in die Höhe geschossen. Die Situation sei deshalb "weniger schlecht, als es die ausgewiesenen Zahlen vermuten lassen", schreibt Lang.

Ohne die USA, die dennoch weiterhin den grössten und wichtigsten Markt für Schweizer Exportuhren darstellen, hätten die Uhrenexporte im April um 3 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn um 1,7 Prozent.

___ Asien zeigt Stabilisierung

Umgekehrt ist es in Asien, wo sich die Uhrenexporte von einer tiefen Basis aus erholen. Die Ausfuhren nach China und Singapur stiegen um je 17 Prozent und nach Hongkong um fast 14 Prozent. Lang warnt aber vor zu viel Optimismus: China und Hongkong lägen zusammen weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Im Nahen Osten blieb die Lage fragil: Die Uhrenexporte in die Region gingen um weitere 10,7 Prozent zurück, nachdem es im März ein Minus von 21 Prozent gab. Damit fielen die Exportdaten laut Lang etwas besser aus, als es die Verkaufszahlen der Uhrenhersteller nahelegen würden.

___ Daten bleiben schwer interpretierbar

Insgesamt zeigen die April-Zahlen ein uneinheitliches Bild: Der Schweizer Aussenhandel wird weiter stark von den Pharmaexporten verzerrt. Bei den Uhren wiederum sieht die Schlagzeile schwächer aus als die zugrunde liegende Entwicklung. Die Daten bleiben wegen US-Zoll- und Lagereffekten und volatiler regionaler Nachfrage schwer lesbar.


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