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Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst   04.06.2026 11:56:12

Schweizer Arbeitsmarkt bleibt im unsicheren Umfeld robust

Bern (awp) - In der Schweiz zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin von seiner robusten Seite. Seit Ausbruch des Nahost-Kriegs vor gut drei Monaten und den damit verbundenen Folgen ist die Arbeitslosigkeit nicht in die Höhe geschnellt. Jüngst ging sie sogar zurück. Das hat allerdings saisonale Gründe.

Ende Mai waren schweizweit in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) mit 140'275 Personen 2627 weniger als im April als arbeitslos gemeldet, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag bekanntgab. Ende Februar, also zu Kriegsbeginn, waren gut 151'000 Arbeitslose bei den RAV registriert.

Für den Rückgang macht Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, in erster Linie saisonale Faktoren geltend. Mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr ging die Arbeitslosigkeit - wie jedes Jahr - vor allem in der Baubranche und in der Gastronomie zurück.

Das zeigt sich auch mit Blick auf die Arbeitslosenquote: Die ist von Februar bis April in kleinen Schritten von 3,2 bis auf 3,0 Prozent gesunken und verharrte im Mai auf diesem Niveau. Um saisonale Faktoren bereinigt stieg die Quote zuletzt aber leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an.

___ Zurückhaltung bei Firmen

Vom jüngsten Anstieg der bereinigten Arbeitslosenquote lasse sich noch kein Trend ableiten, betonte Cosandey. "Vielmehr bewegen wir uns im Rahmen der vom Seco gemachten Jahresprognose." Die Seco-Ökonomen gehen für das Gesamtjahr 2026 von einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent aus, was leicht über dem Mehrjahresschnitt von 2,8 Prozent liegt.

Die Situation in der Schweizer Wirtschaft und auch am Arbeitsmarkt bleibe aber angesichts der angespannten geopolitischen Weltlage von Unsicherheit geprägt, so Cosandey. "Die Firmen sind etwas vorsichtiger geworden." Bei Abgängen von Mitarbeitenden sei es gut möglich, dass die Arbeitgeber mit der Neubesetzung der frei gewordenen Stelle zuwarten.

Die insgesamt weiterhin stabile Lage am Arbeitsmarkt unterstreichen die Daten zur Kurzarbeit, wobei aber definitive Zahlen zu den effektiv abgerechneten Kurzarbeitsentschädigungen nur mit einer Verzögerung von drei Monaten vorliegen. Im Februar, also noch vor Kriegsbeginn, ging die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Personen gegenüber Januar um 1333 auf 12'066 zurück.

Damit bewege sich die Kurzarbeit nach wie vor auf einem leicht erhöhten Niveau, wovon mit rund 80 Prozent weiterhin vor allem Firmen aus der Maschinen- und Uhrenindustrie betroffen seien, sagte Cosandey. Zuletzt hätten sich aber vermehrt Unternehmen aus den Bereichen Verkehr und Transport dazu angemeldet, was mit den höheren Sprit- und Kerosinpreisen zusammenhängen könne.

___ Systemprobleme ebben weiter ab

Eine stetige Verbesserung stellt Cosandey mit Blick auf die IT-Probleme fest, die ab Jahresbeginn mit der Einführung des neuen Auszahlungssystems Asal 2.0 auftraten. Das System sei stabil und funktioniere zuverlässig. "Mit den Auszahlungen von Arbeitslosenentschädigungen sind wir seit März auf Kurs."

Auch habe man die Zahl der noch nicht bearbeiteten Neuanmeldungen laufend reduziert, dies dank der von Mitarbeitenden der Arbeitslosenkassen geleisteten Überstunden und der gestiegenen Systemgeschwindigkeit, so Cosandey weiter. Zudem hätten die Kassen ihre Ressourcen mit neuem Personal verstärkt.


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