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Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   19.06.2026 16:15:18

Trotz Absage hält die Schweiz an Bürgenstock-Verhandlungen fest

Stans NW/Washington/Teheran (awp/sda) - Auch nach der Absage der Gespräche zwischen den USA und dem Iran für Freitag auf dem Bürgenstock in Nidwalden hält sich die Schweiz für Verhandlungen weiterhin zur Verfügung. US-Vizepräsident Vance und der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf hatten ihre Teilnahme im letzten Moment verschoben.

Die Schweiz bleibe "in ihren Bemühungen zur Förderung des Dialogs voll engagiert", sagte der Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Nicolas Bideau, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vorgesehen war, dass sich Vertreter der USA und des Iran sowie Vermittler aus Pakistan, Katar und Delegationen der anderen betroffenen Länder am Freitag auf dem Bürgenstock treffen.

Der US-amerikanische Vizepräsident J. D. Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hatten ihre Reisen in die Schweiz am Donnerstagabend verschoben. Vance liess durchblicken, es gebe unter anderem logistische Schwierigkeiten auf der iranischen Seite.

___ Hisbollah als möglicher Stolperstein

Bereits am späten Donnerstagabend hatte ein der Hisbollah nahestehender Fernsehsender berichtet, dass die iranische Delegation ihre Reise in die Schweiz wegen israelischer Angriffe im Libanon aussetzen werde. Ein Waffenstillstand in diesem Land ist Teil der am Mittwoch unterzeichneten Vereinbarung.

Ursprünglich hätte bei diesem Treffen das "Memorandum von Islamabad" unterzeichnet werden sollen. Dieses war nach monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Teheran zustande gekommen. US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Massud Peseschkian hatten das Übereinkommen am Mittwochabend elektronisch unterzeichnet.

Gemäss der Vereinbarung müssen sich die USA und der Iran in den nächsten zwei Monaten insbesondere auf die Modalitäten zur Neutralisierung des auf 60 Prozent angereicherten iranischen Urans einigen. Diese Frist erscheint den meisten Experten als zu kurz, da diese Frage bei den Verhandlungen vor zehn Jahren viel Zeit in Anspruch genommen hatte. 2018 waren die USA unter Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgetreten.

___ Einsatz am Bürgenstock läuft weiter

Neben dem Bundesrat geht auch der Kanton Nidwalden von einer Fortsetzung der Verhandlungen auf dem Bürgenstock aus - und zwar in den nächsten Tagen. Der Einsatz laufe momentan weiter, und die Sicherheitsmassnahmen würden fortgesetzt, hiess es am Freitagnachmittag von den Kantonsbehörden auf Anfrage von Keystone-SDA. Dies, "wenngleich der Termin dafür aktuell mit Unsicherheiten verbunden" sei.

Auch die Armee bleibt in Stellung und wurde nicht von ihrem Auftrag entbunden, wie es gleichentags vom Verteidigungsdepartement VBS hiess. Damit bleiben die bis zu 2000 Armeeangehörigen auf dem Bürgenstock in Stellung. Sie unterstützen die Kantonspolizei Nidwalden in den Bereichen Objektschutz, Überwachung, Transport und Logistik.

Das für die Verhandlungen vorgesehene Bürgenstock Resort bleibt abgesperrt. Der Zugang zu den Liegenschaften rund um diese Sicherheitszone wird weiterhin kontrolliert, die Anwohnerinnen und Anwohner erhalten nach einer Personenüberprüfung ein Zugangsdokument, wie der Kanton Nidwalden mitteilte.

Die Wanderwege bleiben gesperrt, und die Standseilbahn verkehrt nicht. Auch das Postauto fährt noch bis Samstagabend den Bürgenstock nicht an und wendet in Obbürgen. Bis dahin bleiben auch die Wander- und Bikewege gesperrt. Die Standseilbahn und der Hammetschwandlift haben ihren Betrieb bis Montag eingestellt.


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