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Unternehmensergebnis   25.06.2026 13:43:10

Tui sieht wegen Iran-Krieg ein Comeback der Last-Minute-Ferien

Zürich (awp) - Der Iran-Krieg hat das Buchungsverhalten der Schweizerinnen und Schweizer vor den Sommerferien spürbar verändert. Nach einer Phase der Verunsicherung erlebt Tui nun einen Last-Minute-Boom, wie ihn der Reiseveranstalter seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Gleichzeitig gewinnen Pauschalreisen in unsicheren Zeiten an Bedeutung.

"Wir haben mit dem Beginn des Iran-Kriegs einen starken Einschnitt erlebt. Das hat zu einer Zurückhaltung bei den Kunden geführt", sagte die neue Tui-Schweiz-Chefin Nicole Pfammatter am Donnerstag an einem Mediengespräch.

Inzwischen habe sich das Blatt gewendet: "Jetzt erleben wir wieder eine Buchungswelle und einen Last-Minute-Trend, wie wir ihn seit Jahren nicht mehr gesehen haben."

___ Pauschalreisen gewinnen an Bedeutung

Besonders gefragt seien derzeit Reiseziele im westlichen Mittelmeerraum. Destinationen wie die Türkei und Ägypten hätten wegen ihrer geografischen Nähe zum Konflikt zunächst gelitten, würden inzwischen aber wieder deutlich häufiger gebucht.

Der Konflikt habe auch der Pauschalreise zusätzlichen Schub verliehen. "Sie bietet Sicherheit", so Pfammatter. Gerade in unsicheren Zeiten schätzten die Kundinnen und Kunden Garantien, fixe Preise sowie Unterstützung, falls sich die Lage kurzfristig ändere.

___ Griechenland besonders beliebt

Bei Badeferien ist Griechenland der Top-Favorit. Dahinter folgen Spanien, die Türkei, Italien und Zypern. Auf der Langstrecke führen Thailand, die USA, Tansania, die Dominikanische Republik und die Malediven die Rangliste an.

Trotz der aktuellen Rekordtemperaturen im Juni sieht Tui aber keine grundlegende Verschiebung der Ferienströme in Richtung Norden. Zwar gebe es eine steigende Nachfrage nach sogenannten "Coolcations" in Skandinavien oder anderen kühleren Regionen.

Gemessen am Gesamtmarkt sei der Trend aber wenig ausgeprägt, so Tui-Kommunikationschef Aage Dünhaupt. Ein wesentlicher Grund seien die deutlich höheren Preise im Norden im Vergleich zu klassischen Mittelmeerzielen. All-Inclusive-Ferien seien auf diesem Preisniveau kaum möglich. Gerade für Familien sei ein Urlaub in Skandinavien deutlich teurer als etwa in der Türkei.

___ KI verändert die Ferienplanung

Auch künstliche Intelligenz gewinnt für Tui an Bedeutung. Laut Dünhaupt suchen Kundinnen und Kunden zunehmend nicht mehr nach einem bestimmten Ferienland, sondern nach Erlebnissen - etwa nach guten Möglichkeiten zum Schnorcheln oder kulinarischen Angeboten. KI helfe dabei, passende Reisevorschläge zu liefern.

Noch erfolge die eigentliche Buchung allerdings nicht direkt über KI-Assistenten wie ChatGPT, so Dünhaupt. Diese könnten Nutzer bereits auf passende Tui-Angebote aufmerksam machen. Die Buchung selbst müsse derzeit aber noch auf der Tui-Website erfolgen, da direkte KI-Buchungen rechtlich noch nicht möglich seien.


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