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Aufsichtsbehörden, Regulierungen   05.07.2026 16:06:08

Finma-Präsidentin will mehr Transparenz und Bussen aussprechen können

Zürich (awp) - Finma-Präsidentin Marlene Amstad möchte mehr Transparenz bezüglich Regelverstössen von Banken schaffen können. "Wir schliessen im Durchschnitt 40 Enforcement-Verfahren pro Jahr ab. Über gerade einmal 5 Prozent der abgeschlossenen Fälle dürfen wir die Öffentlichkeit informieren", sagte Amstad im Interview mit der "NZZ am Sonntag" (Ausgabe vom 5. Juli). Auf allen anderen wichtigen Finanzplätzen liege dieser Wert zwischen 95 und 100 Prozent.

Es gehe dabei nicht um Bagatellen, fuhr Amstad fort. "Ein Drittel der Verfahren betrifft Geldwäscherei. Es geht um Menschenhandel und Terrorfinanzierung - alles Dinge, mit denen der Schweizer Finanzplatz nichts zu tun haben will." Sie wirbt auch dafür, dass die Finma künftig Bussen verhängen kann. Eine Regelverletzung sei ein Versuch, sich dem fairen Wettbewerb zu entziehen, sagte sie. Eine Busse stelle diesen wieder her.

Es sei ein Unterschied, ob ein Institut die Busse im Ausland bezahlt oder ob sie von der Aufsichtsbehörde ausgesprochen wird, die einer Bank auch die Lizenz ausstellt, so Amstad allfälligen Wirkung von Bussen im Heimmarkt. "Das ist dann eine gelbe Karte für die Bank. Zudem glaube ich nicht, dass ausgerechnet in einer Branche, deren Geschäft das Geld ist, eine Strafzahlung keinen Effekt haben soll."

Klare Verbesserungen fordert Amstad auch mit Blick auf die Länge eines Verfahrens. Eine Massnahme der Finma gegen ein Institut könne erst dann durchgesetzt werden, wenn entweder das Institut sie akzeptiert oder die Entscheidung des Gerichts rechtskräftig ist. "Das kann sehr lange dauern. Wichtig wäre, dass wir auch hier internationalen Standards folgen." Bei der aufschiebenden Wirkung zu einer von der Finma verfügten Massnahme brauche es Verbesserungen. Und die Institute hätten auch dann noch die Möglichkeit, jede Verfügung über zwei Instanzen gerichtlich anfechten zu können.


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