Rohstoffe, Warenmärkte
16.07.2026 15:37:11
Aufgrund der geringen Niederschläge hat der Rhein aktuell starkes Niedrigwasser. Dies hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungslage der Schweiz. Viele Waren, darunter auch Treibstoffe, erreichen die Schweiz über Schiffe.
Tankschiffe können aktuell nur noch rund 25 Prozent der Ladung aufnehmen, sofern sie von Rotterdam über den Mittelrhein nach Basel kommen, erklärte ein Reinhäfen-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP am Donnerstag. Bei den Importen über die Raffinerie in Karlsruhe könne noch mehr Ladung aufgenommen werden.
"Für die Versorgung der Schweiz bedeutet dies, dass mehr Schiffsraum für eine gleichbleibende Versorgung notwendig ist und damit die Logistikkosten für den Import deutlich steigen", erläuterte der Sprecher der Rheinhäfen.
Der Touring Club Schweiz (TCS) bezifferte die Auswirkungen für Benzin und Diesel in einer Mitteilung am Donnerstag auf 8,5 Rappen pro Liter. Dies erkläre auch zu einem Teil, warum die Spritpreise in der Schweiz zuletzt wieder gestiegen sind.
___ Mangellage droht nicht
Ein Mangel an Mineralölprodukten ist aber nicht zu befürchten, wie Ueli Bamert, Mediensprecher von Avenergy Suisse, dem Wirtschaftsverband für flüssige Brenn- und Treibstoffe, zu AWP sagte. So würden nur 22 Prozent der Mineralölimporte über den Rhein transportiert. Hinzu kämen 31 Prozent über Schiene und der Löwenanteil von 41 Prozent über Pipelines aus Südfrankreich in die Schweiz. Der Rest kommt über die Strasse ins Land.
"Von einer Mangellage ist keine Rede", sagte Bamert. "Und selbst im unwahrscheinlichen Fall eines kompletten Ausfalls eines Versorgungswegs verfügt die Schweiz immer noch über Pflichtlagerbestände, welche die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl für 4,5 und mit Flugpetrol für 3 Monate garantiert." Eine Freigabe stehe aktuell aber nicht zur Diskussion.
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) stuft die Lage für Energie in der am Donnerstagnachmittag publizierten "Lageübersicht" daher auch unverändert mit der tiefsten Stufe "Keine oder geringe Gefahr" ein. "Die Energieversorgung ist sichergestellt", heisst es. Jedoch werde die Lage aufgrund der Lage im Nahen Osten genau beobachtet. Aktuell seien aber noch keine Massnahmen in Kraft oder geplant.
___ Pflichtlager für Öl nur selten genutzt
Die Pflichtlager wurden in der Vergangenheit nur in Ausnahmefällen genutzt. Zuletzt war dies im Juli 2022 der Fall, als ebenfalls wegen des tiefen Rheinpegels nach einer Trockenperiode kaum noch Treibstoffe die Schweiz über den Rhein erreichten.
Hinzu kamen damals auch noch logistische Probleme bei den ausländischen Bahnen, was den Nachschub von Mineralölprodukten in der Schweiz zusätzlich beeinträchtigte. Auch im Sommer 2018 hatte ein tiefer Rheinpegel für Versorgungsengpässe gesorgt.
___ Keine nachhaltige Entspannung zu erwarten
Trotz des Niedrigwassers im Rhein zeigt sich die Binnenschifffahrt dennoch robust. Es verkehren mehr Schiffe, um die tieferen Frachtraten teilweise zu kompensieren. Zudem weichen Spediteure teilweise auf den Schienenverkehr aus.
Ein kritischer Punkt ist etwa am Rhein bei Kaub etwas südlich von Koblenz. Dort liegt der für Schiffe massgebliche Pegel aktuell bei 45 Zentimetern und damit klar unter der kritischen Schwelle von 77 Zentimetern. Bei anderen Tiefwassern war er in der Vergangenheit sogar unter 30 gefallen, was das Befahren fast unmöglich gemacht hatte.
Für die nächsten Tage ist zunächst wegen erwarteter Niederschläge eine leichte Entspannung auf dem Rhein prognostiziert. An der grundlegenden schwierigen Situation ändere sich aber nichts, hiess es von der deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). In den kommenden Wochen sei aber keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten.
Tiefer Rhein-Pegel: Höhere Treibstoffpreise, aber kein Mangel
Zürich (awp) - Die vergleichsweise geringen Niederschläge in diesem Sommer haben den Wasserstand am Rhein deutlich sinken lassen. Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist zwar sichergestellt, aber die Preise könnten steigen.Aufgrund der geringen Niederschläge hat der Rhein aktuell starkes Niedrigwasser. Dies hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungslage der Schweiz. Viele Waren, darunter auch Treibstoffe, erreichen die Schweiz über Schiffe.
Tankschiffe können aktuell nur noch rund 25 Prozent der Ladung aufnehmen, sofern sie von Rotterdam über den Mittelrhein nach Basel kommen, erklärte ein Reinhäfen-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP am Donnerstag. Bei den Importen über die Raffinerie in Karlsruhe könne noch mehr Ladung aufgenommen werden.
"Für die Versorgung der Schweiz bedeutet dies, dass mehr Schiffsraum für eine gleichbleibende Versorgung notwendig ist und damit die Logistikkosten für den Import deutlich steigen", erläuterte der Sprecher der Rheinhäfen.
Der Touring Club Schweiz (TCS) bezifferte die Auswirkungen für Benzin und Diesel in einer Mitteilung am Donnerstag auf 8,5 Rappen pro Liter. Dies erkläre auch zu einem Teil, warum die Spritpreise in der Schweiz zuletzt wieder gestiegen sind.
___ Mangellage droht nicht
Ein Mangel an Mineralölprodukten ist aber nicht zu befürchten, wie Ueli Bamert, Mediensprecher von Avenergy Suisse, dem Wirtschaftsverband für flüssige Brenn- und Treibstoffe, zu AWP sagte. So würden nur 22 Prozent der Mineralölimporte über den Rhein transportiert. Hinzu kämen 31 Prozent über Schiene und der Löwenanteil von 41 Prozent über Pipelines aus Südfrankreich in die Schweiz. Der Rest kommt über die Strasse ins Land.
"Von einer Mangellage ist keine Rede", sagte Bamert. "Und selbst im unwahrscheinlichen Fall eines kompletten Ausfalls eines Versorgungswegs verfügt die Schweiz immer noch über Pflichtlagerbestände, welche die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl für 4,5 und mit Flugpetrol für 3 Monate garantiert." Eine Freigabe stehe aktuell aber nicht zur Diskussion.
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) stuft die Lage für Energie in der am Donnerstagnachmittag publizierten "Lageübersicht" daher auch unverändert mit der tiefsten Stufe "Keine oder geringe Gefahr" ein. "Die Energieversorgung ist sichergestellt", heisst es. Jedoch werde die Lage aufgrund der Lage im Nahen Osten genau beobachtet. Aktuell seien aber noch keine Massnahmen in Kraft oder geplant.
___ Pflichtlager für Öl nur selten genutzt
Die Pflichtlager wurden in der Vergangenheit nur in Ausnahmefällen genutzt. Zuletzt war dies im Juli 2022 der Fall, als ebenfalls wegen des tiefen Rheinpegels nach einer Trockenperiode kaum noch Treibstoffe die Schweiz über den Rhein erreichten.
Hinzu kamen damals auch noch logistische Probleme bei den ausländischen Bahnen, was den Nachschub von Mineralölprodukten in der Schweiz zusätzlich beeinträchtigte. Auch im Sommer 2018 hatte ein tiefer Rheinpegel für Versorgungsengpässe gesorgt.
___ Keine nachhaltige Entspannung zu erwarten
Trotz des Niedrigwassers im Rhein zeigt sich die Binnenschifffahrt dennoch robust. Es verkehren mehr Schiffe, um die tieferen Frachtraten teilweise zu kompensieren. Zudem weichen Spediteure teilweise auf den Schienenverkehr aus.
Ein kritischer Punkt ist etwa am Rhein bei Kaub etwas südlich von Koblenz. Dort liegt der für Schiffe massgebliche Pegel aktuell bei 45 Zentimetern und damit klar unter der kritischen Schwelle von 77 Zentimetern. Bei anderen Tiefwassern war er in der Vergangenheit sogar unter 30 gefallen, was das Befahren fast unmöglich gemacht hatte.
Für die nächsten Tage ist zunächst wegen erwarteter Niederschläge eine leichte Entspannung auf dem Rhein prognostiziert. An der grundlegenden schwierigen Situation ändere sich aber nichts, hiess es von der deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). In den kommenden Wochen sei aber keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 16.07.2026 18:15:15 | Aktien Schweiz Schluss: SMI am Ende mit moderaten Verlusten |
Betroffene Instrumente
N/A