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Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   24.08.2026 19:59:39

USA verschärfen Iran-Sanktionen - Genfer Rohstoffhändlerin betroffen

Washington/Genf (awp) - Die USA haben ihre Sanktionen gegen den Iran deutlich verschärft. Betroffen von den am Montag angekündigten Massnahmen ist auch die Genfer Rohstoff- und Energiehändlerin Wellbred Trading. Insgesamt setzte das US-Finanzministerium knapp 60 mit dem Iran in Verbindung stehende Unternehmen, Personen und Schiffe auf die Sanktionsliste.

In ihrem "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran will die US-Regierung Teheran möglichst weitgehend von der Weltwirtschaft isolieren. Die neue Operation "Economic Outcast" ziele darauf ab, dem iranischen Regime und den Revolutionsgarden finanzielle Einnahmequellen abzuschneiden, erklärte US-Finanzminister Scott Bessent.

Die Massnahmen richten sich gegen Netzwerke aus den Bereichen Atomtechnik, Raketen, Cybertechnologie und Öl. Unter anderem nehmen die USA Vermittlerfirmen und Schiffe der sogenannten Schattenflotte ins Visier. Das Netzwerk erstreckt sich laut US-Finanzministerium über die Vereinigten Arabischen Emirate, Hongkong, China, Singapur, die Schweiz und weitere Teile Europas.

___ Netzwerk von iranischem Ölhändler

Die in der Schweiz ansässige Wellbred Trading SA gehört laut US-Finanzministerium gemeinsam mit der Muttergesellschaft Wellbred Capital in Singapur und einer Tochter in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu einem Rohstoffhandelsgeschäft mit Öl, Naphtha, Flüssiggas und anderen Petrochemikalien. Die US-Behörden ordnen Wellbred dem Netzwerk des iranischen Ölhändlers Mohammad Hossein Shamkhani zu und erklären, Shamkhani sei letztlich für die Geschäfte der Gruppe verantwortlich.

Wellbred Trading SA habe gezielt in Europa in alternative Energien investiert, laut US-Finanzministerium als Teil ihrer Bemühungen, "als legitimes Unternehmen zu erscheinen". 2024 übernahm die Gesellschaft demnach die französische Speiseölraffinerie La Nivernaise de Raffinage, die nun ebenfalls sanktioniert wird.

Bereits im Frühjahr hatten US-Behörden Verbindungen von Gesellschaften der Wellbred-Gruppe zum Shamkhani-Netzwerk untersucht. Laut damals veröffentlichten US-Gerichtsunterlagen sollen im Januar zudem 7,6 Millionen US-Dollar von einem Schweizer Wellbred-Konto über die USA nach Singapur geflossen sein.

Mit den neuen Massnahmen weiten die USA auch die Möglichkeiten für Sekundärsanktionen aus. Betroffen sein können künftig unter anderem ausländische Firmen und Finanzinstitute, die bestimmte Iran-Geschäfte fortsetzen.


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