Volkswirtschaft
03.09.2026 11:06:22
Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) legte in der Periode von April bis Juni 2026 auf bereinigter Basis gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent zu, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Eine erste Schätzung von Mitte August wurde damit bestätigt.
Damit hat sich das Wachstum deutlich beschleunigt. In den beiden Vorquartalen waren lediglich Wachstumsraten von je 0,5 Prozent beobachtet worden, im dritten Quartal 2025 war die Schweizer Wirtschaft sogar noch geschrumpft. Ein höheres Wachstum als nun gab es letztmals im Jahr 2021, im Zuge der Erholung nach der Corona-Krise.
___ Nachhol- oder Vorholeffekte?
Der Hauptgrund für das hohe Wachstum im zweiten Quartal war laut Felicitas Kemeny, Leiterin des Ressorts Konjunktur beim Seco, die Chemie- und Pharmaindustrie. "Diese steuerte 0,7 Prozentpunkte zum Wachstum bei", sagte sie.
Ob es sich dabei um tatsächliches Wachstum oder bloss um Vor- oder Nachholeffekte handelte, sei anhand der vorliegenden Daten schwer zu beurteilen, so die Expertin. "Tatsache ist aber, dass sich die Branche schon in den letzten Quartalen sehr volatil entwickelt hat." So habe zum Beispiel im Vorquartal ein deutliches Minus resultiert.
Das hohe Quartalswachstum der gesamten Schweizer Wirtschaft könne daher nicht mit einem Boom gleichgesetzt werden, so Kemeny. Positiv ist laut der Seco-Ökonomin gleichwohl, dass abgesehen von Chemie und Pharma das Wachstum relativ breit abgestützt gewesen sei.
Die Wertschöpfung habe in zahlreichen weiteren Branchen zugenommen. Auch die Binnennachfrage sei nach einem schwachen Jahresauftakt wieder gewachsen.
___ Revision der Prognose?
Für das Gesamtjahr sagten die Ökonomen des Seco bislang ein Wachstum von lediglich 0,9 Prozent voraus. In zwei Wochen wird die nächste Prognose veröffentlicht. Eine Anhebung sei nach den guten Werten zum zweiten Quartal denkbar, so Kemeny. Denn das Ausmass des BIP-Anstiegs sei eine Überraschung gewesen.
Allerdings warnte sie vor allzu hohen Erwartungen: Ein Frühindikator zur Wirtschaftsentwicklung habe zuletzt nicht ganz an die guten Werte der letzten Zeit anknüpfen können.
Andere Experten sind euphorischer: "Es läuft in diesem Jahr gut für die Schweizer Konjunktur", meint VP-Bank-Chefökonom Thomas Gitzel. Die europäische Industrie zeige gerade eine "erstaunliche Erholung", erklärt er sich die Entwicklung. "Auch wenn sich der starke BIP-Zuwachs des zweiten Quartals nicht in dieser Grösse so schnell wiederholen dürfte, die Wachstumsraten werden vorerst robust bleiben", so seine Prognose.
Schweizer Wirtschaft wächst schnell - dank Pharma und Chemie
Bern (awp) - Die Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 wie erwartet mit hohem Tempo gewachsen. Das Wachstum war breit abgestützt. Einen Extraschub gab es von der Chemie- und Pharmaindustrie.Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) legte in der Periode von April bis Juni 2026 auf bereinigter Basis gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent zu, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Eine erste Schätzung von Mitte August wurde damit bestätigt.
Damit hat sich das Wachstum deutlich beschleunigt. In den beiden Vorquartalen waren lediglich Wachstumsraten von je 0,5 Prozent beobachtet worden, im dritten Quartal 2025 war die Schweizer Wirtschaft sogar noch geschrumpft. Ein höheres Wachstum als nun gab es letztmals im Jahr 2021, im Zuge der Erholung nach der Corona-Krise.
___ Nachhol- oder Vorholeffekte?
Der Hauptgrund für das hohe Wachstum im zweiten Quartal war laut Felicitas Kemeny, Leiterin des Ressorts Konjunktur beim Seco, die Chemie- und Pharmaindustrie. "Diese steuerte 0,7 Prozentpunkte zum Wachstum bei", sagte sie.
Ob es sich dabei um tatsächliches Wachstum oder bloss um Vor- oder Nachholeffekte handelte, sei anhand der vorliegenden Daten schwer zu beurteilen, so die Expertin. "Tatsache ist aber, dass sich die Branche schon in den letzten Quartalen sehr volatil entwickelt hat." So habe zum Beispiel im Vorquartal ein deutliches Minus resultiert.
Das hohe Quartalswachstum der gesamten Schweizer Wirtschaft könne daher nicht mit einem Boom gleichgesetzt werden, so Kemeny. Positiv ist laut der Seco-Ökonomin gleichwohl, dass abgesehen von Chemie und Pharma das Wachstum relativ breit abgestützt gewesen sei.
Die Wertschöpfung habe in zahlreichen weiteren Branchen zugenommen. Auch die Binnennachfrage sei nach einem schwachen Jahresauftakt wieder gewachsen.
___ Revision der Prognose?
Für das Gesamtjahr sagten die Ökonomen des Seco bislang ein Wachstum von lediglich 0,9 Prozent voraus. In zwei Wochen wird die nächste Prognose veröffentlicht. Eine Anhebung sei nach den guten Werten zum zweiten Quartal denkbar, so Kemeny. Denn das Ausmass des BIP-Anstiegs sei eine Überraschung gewesen.
Allerdings warnte sie vor allzu hohen Erwartungen: Ein Frühindikator zur Wirtschaftsentwicklung habe zuletzt nicht ganz an die guten Werte der letzten Zeit anknüpfen können.
Andere Experten sind euphorischer: "Es läuft in diesem Jahr gut für die Schweizer Konjunktur", meint VP-Bank-Chefökonom Thomas Gitzel. Die europäische Industrie zeige gerade eine "erstaunliche Erholung", erklärt er sich die Entwicklung. "Auch wenn sich der starke BIP-Zuwachs des zweiten Quartals nicht in dieser Grösse so schnell wiederholen dürfte, die Wachstumsraten werden vorerst robust bleiben", so seine Prognose.
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