Volkswirtschaft
10.09.2026 06:35:13
In den Jahren 2024 und 2025 ist der Umsatz der Branche um durchschnittlich 5,5 Prozent gewachsen, stellt die am Donnerstag präsentierte Studie des Verbandes Swiss Medtech fest. Damit wachse die Medtech-Industrie etwa doppelt so schnell wie die Schweizer Gesamtwirtschaft.
Die rund 1400 Unternehmen der Branche mit einem Umsatz von zuletzt 26 Milliarden Franken beschäftigen den Angaben zufolge knapp 72'000 Personen. Gleichzeitig tragen sie rund 10 Prozent zur industriellen Wertschöpfung und mit 5,5 Milliarden Franken den drittgrössten Beitrag zum Handelsbilanzüberschuss der Schweiz bei.
___ Viele Warnsignale
Gleichzeitig mehrten sich jedoch die Warnsignale für den Standort Schweiz. Bereits heute liege das Umsatzwachstum der Branche unter dem Durchschnittswert der letzten 10 Jahre von 6,4 Prozent.
Und mit 53 Prozent beurteile mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schlechter als vor fünf Jahren. Entsprechend planten 43 Prozent aktuell keine Investitionen mehr - das sei der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung.
Auch die Gründe für Investitionen in der Schweiz verändern sich: Das "klassische" Medtech-Know-how verliere deutlich an Bedeutung und stehe erstmals seit 2018 nicht mehr an oberster Stelle. Gleichzeitig gewinne der Zugang zu Know-how bei neuen Technologien als Grund für Auslandinvestitionen an Gewicht.
Das ist im Urteil des Verbandes ein Hinweis darauf, dass sich nicht nur Kapital, sondern zunehmend auch Innovationskompetenz ins Ausland verlagere.
Auch bei der Beschäftigung zeigt sich eine deutliche Verlangsamung: Netto entstanden zuletzt nur noch rund 200 neue Stellen, deutlich weniger als der Zehnjahresdurchschnitt von rund 1500 Stellen pro Jahr. Für 2026 wird kein Beschäftigungswachstum erwartet.
___ Kostendruck und Zölle als grösste Sorgen
Als grösste Herausforderung nennen die Unternehmen den Kostendruck, der damit die regulatorischen Hürden bei der Marktzulassung von der Spitze verdrängt hat. Hinzu kommen Preisverhandlungen mit Abnehmern, Wettbewerb durch günstigere Auslandsprodukte sowie ein erschwerter Zugang zur Vergütung.
Als grösste Standortnachteile gelten der starke Franken, Handelsbarrieren respektive Zölle sowie hohe Lohnkosten. Positiv bewertet werden dagegen die innenpolitische Stabilität, der Zugang zu Fachkräften und der offene Marktzugang.
Als grösste Chancen sehen die Unternehmen den Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Digitalisierung. KI ist in den Geschäftsprozessen bereits breit verankert: Rund die Hälfte der Unternehmen setze sie ein, weitere 37 Prozent plane dies.
Swiss Medtech fordert von der Politik gezielte Verbesserungen der Standortbedingungen - insbesondere den Abbau unnötiger Bürokratie und den Verzicht auf zusätzliche Belastungen für die Medtech-Unternehmen.
Medtech-Branche warnt vor erodierender Standortattraktivität
Bern (awp) - Die Schweizer Medizintechnikindustrie ist in den letzten beiden Jahren weiter gewachsen. Doch nach Auskunft von Branchenvertretern haben sich die Standortbedingungen spürbar verschlechtert.In den Jahren 2024 und 2025 ist der Umsatz der Branche um durchschnittlich 5,5 Prozent gewachsen, stellt die am Donnerstag präsentierte Studie des Verbandes Swiss Medtech fest. Damit wachse die Medtech-Industrie etwa doppelt so schnell wie die Schweizer Gesamtwirtschaft.
Die rund 1400 Unternehmen der Branche mit einem Umsatz von zuletzt 26 Milliarden Franken beschäftigen den Angaben zufolge knapp 72'000 Personen. Gleichzeitig tragen sie rund 10 Prozent zur industriellen Wertschöpfung und mit 5,5 Milliarden Franken den drittgrössten Beitrag zum Handelsbilanzüberschuss der Schweiz bei.
___ Viele Warnsignale
Gleichzeitig mehrten sich jedoch die Warnsignale für den Standort Schweiz. Bereits heute liege das Umsatzwachstum der Branche unter dem Durchschnittswert der letzten 10 Jahre von 6,4 Prozent.
Und mit 53 Prozent beurteile mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schlechter als vor fünf Jahren. Entsprechend planten 43 Prozent aktuell keine Investitionen mehr - das sei der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung.
Auch die Gründe für Investitionen in der Schweiz verändern sich: Das "klassische" Medtech-Know-how verliere deutlich an Bedeutung und stehe erstmals seit 2018 nicht mehr an oberster Stelle. Gleichzeitig gewinne der Zugang zu Know-how bei neuen Technologien als Grund für Auslandinvestitionen an Gewicht.
Das ist im Urteil des Verbandes ein Hinweis darauf, dass sich nicht nur Kapital, sondern zunehmend auch Innovationskompetenz ins Ausland verlagere.
Auch bei der Beschäftigung zeigt sich eine deutliche Verlangsamung: Netto entstanden zuletzt nur noch rund 200 neue Stellen, deutlich weniger als der Zehnjahresdurchschnitt von rund 1500 Stellen pro Jahr. Für 2026 wird kein Beschäftigungswachstum erwartet.
___ Kostendruck und Zölle als grösste Sorgen
Als grösste Herausforderung nennen die Unternehmen den Kostendruck, der damit die regulatorischen Hürden bei der Marktzulassung von der Spitze verdrängt hat. Hinzu kommen Preisverhandlungen mit Abnehmern, Wettbewerb durch günstigere Auslandsprodukte sowie ein erschwerter Zugang zur Vergütung.
Als grösste Standortnachteile gelten der starke Franken, Handelsbarrieren respektive Zölle sowie hohe Lohnkosten. Positiv bewertet werden dagegen die innenpolitische Stabilität, der Zugang zu Fachkräften und der offene Marktzugang.
Als grösste Chancen sehen die Unternehmen den Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Digitalisierung. KI ist in den Geschäftsprozessen bereits breit verankert: Rund die Hälfte der Unternehmen setze sie ein, weitere 37 Prozent plane dies.
Swiss Medtech fordert von der Politik gezielte Verbesserungen der Standortbedingungen - insbesondere den Abbau unnötiger Bürokratie und den Verzicht auf zusätzliche Belastungen für die Medtech-Unternehmen.
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