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Volkswirtschaft   14.09.2026 10:16:15

Schweizern ist Sicherheit beim Sparen wichtiger als Vermögensaufbau

Zürich (awp) - Beim Sparen steht für die Schweizerinnen und Schweizer die Sicherheit an erster Stelle. Der Vermögensaufbau folgt erst mit deutlichem Abstand. Insgesamt präsentiert sich die finanzielle Lage der Bevölkerung laut einer neuen Studie robust.

Die Schweiz bleibt ein Land der Sparer. Knapp 60 Prozent der Bevölkerung haben in den vergangenen zwölf Monaten regelmässig Geld auf die Seite gelegt, wie aus dem am Montag erstmals veröffentlichten "Monitor Finanzkompetenz" der Migros Bank hervorgeht.

Für 43 Prozent der Befragten steht beim Sparen die Sicherheit im Vordergrund: Sie wollen vor allem vermeiden, Geld zu verlieren. Der langfristige Vermögensaufbau folgt mit 31 Prozent. Fast ebenso wichtig ist die Flexibilität: 30 Prozent möchten jederzeit auf ihr Geld zugreifen können.

Mit zunehmendem Alter gewinnt die Sicherheit laut den Studienautoren an Bedeutung. Frauen messen ihr zudem mehr Gewicht bei als Männer. Beim Vermögensaufbau zeigt sich das umgekehrte Bild: Dessen Bedeutung nimmt mit dem Alter ab und ist für Frauen weniger wichtig als für Männer.

Weitere Sparmotive sind die Steueroptimierung (28 Prozent), die Vorbereitung auf die Pensionierung (26 Prozent) und der Schutz vor unerwarteten Ausgaben (25 Prozent). Lediglich 3 Prozent gaben an, gar kein Geld auf die Seite zu legen.

___ Geldsorgen trotz finanzieller Polster

Insgesamt zeigt sich die finanzielle Situation robust. Nur 10 Prozent konnten in den vergangenen zwölf Monaten eine Rechnung wegen Geldmangels erst verspätet bezahlen. 90 Prozent gaben an, mit ihren regelmässigen Zahlungen gut zurechtzukommen.

Eine unerwartete Ausgabe von rund 2500 Franken könnten 86 Prozent stemmen, ohne dafür einen Kredit aufnehmen oder Wertsachen verkaufen zu müssen. Dennoch macht sich laut der Studie fast jeder Zweite häufig Sorgen ums Geld.

___ Zurückhaltung bei der Vorsorge

Mit Vorsorgethemen beschäftigen sich 62 Prozent stark oder sehr stark. Allerdings konzentriert sich das Engagement vor allem auf einfach umsetzbare Massnahmen wie das Sparen in der Säule 3a. Etwas mehr als die Hälfte zahlt regelmässig in die dritte Säule ein. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar zwei Drittel.

Deutlich weniger setzen sich vertieft mit ihrer Vorsorge auseinander. Nur rund ein Drittel hat den Vorsorgeausweis auf mögliche Lücken geprüft. 30 Prozent haben sich mit Nachlass, Testament, Vorsorgeauftrag oder Patientenverfügung beschäftigt und 28 Prozent eine Finanzberatung in Anspruch genommen. Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse haben lediglich 15 Prozent geleistet.

Als häufigsten Grund für ihre Zurückhaltung nannten 38 Prozent fehlendes Geld für zusätzliches Vorsorgesparen. Rund ein Drittel verlässt sich auf AHV und Pensionskasse. Für ein Fünftel ist die Altersvorsorge zu kompliziert.

Für die Studie wurden knapp 3600 Personen ab 18 Jahren in allen Sprachregionen der Schweiz befragt. Die Erhebung fand vom 29. Juni bis 23. Juli 2026 statt.


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