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Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   27.09.2026 13:32:40

Ernährungsinitiative scheitert klar am Ständemehr

Bern (awp/sda) - Die Schweiz erhält keine erhöhten Ziele für die Selbstversorgung. Die Ernährungsinitiative scheitert am Ständemehr. Alle bisher ausgezählten Kantone lehnen das Begehren ab. Laut den Hochrechnungen von gfs.bern für die SRG dürfte auch das Volks-Nein deutlich sein.

Aus insgesamt 16 Kantonen lagen am frühen Nachmittag die Resultate vor. Das wuchtigste Nein kam mit 81 Prozent aus dem Kanton Schwyz. Den tiefsten Nein-Anteil verzeichnet Neuenburg mit knapp 66 Prozent. Gemäss Hochrechnungen lehnten 72 Prozent der Stimmenden die Initiative ab. Damit ist auch ein deutliches Volks-Nein zu erwarten.

Ein Netto-Selbstversorgungsgrad von siebzig statt wie heute bei 45 Prozent, und das innerhalb von zehn Jahren: Das hätte die Ernährungsinitiative verlangt. An dieser Vorgabe hätten sich die Land- und Ernährungswirtschaft sowie die Konsumentinnen und Konsumenten ausrichten müssen.

___ Sauberes Trinkwasser für alle

Weiter hätte der Bund dafür sorgen müssen, dass alle im Land mit Lebensmitteln und mit sauberem Trinkwasser versorgt sind. Hinter der Initiative stehen Franziska Herren vom Verein "Sauberes Wasser für alle" und sechs weitere Personen. Herren war bereits treibende Kraft hinter der 2021 abgelehnten Trinkwasserinitiative.

Das kleine Komitee musste den Abstimmungskampf weitgehend alleine bestreiten. Denn Umweltverbände hatten sich nach anfänglicher Unterstützung von der Initiative distanziert. Greenpeace Schweiz zum Beispiel gab eine Stimmfreigabe aus, und Stimmfreigabe beschlossen auch die Grünen. Alle anderen Parteien empfahlen ein Nein.

Abstimmungssieger sind die grossen Parteien, der Bauernverband, die Nahrungsmittelindustrie und das Gewerbe. Sie argumentierten, die geforderte Erhöhung des Selbstversorgungsgrads sei utopisch und nur durch drastische Eingriffe in Konsum und Produktion machbar. Die Initiative wolle Konsumentinnen und Konsumenten zu einer hauptsächlich veganen Ernährung zwingen.

Die Initiative schwäche die einheimische Produktion, mache Lebensmittel teurer und führe zu mehr Einkaufstourismus, machte die Gegnerschaft zudem geltend. Die Schweizer Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete wies darauf hin, dass ohne grasfressende Nutztiere zwei Drittel der Landwirtschaftsflächen nicht für die Ernährung genutzt werden könnten.


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