Unternehmensergebnis
28.10.2026 13:49:14
In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Plus von 5 Prozent.
Der Wachstumsmotor waren erneut Biosimilars. Die günstigeren Nachahmer biologischer Medikamente legten in den ersten neun Monaten um 19 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zu.
Das klassische Generikageschäft kam dagegen kaum vom Fleck: Der Umsatz sank währungsbereinigt um 1 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Zu schaffen machte der Sparte unter anderem der anhaltende Preisverfall bei wichtigen Penicillin-Wirkstoffen.
___ Mehr Nachfrage als Ware
Besonders bei den Biosimilars zeigte sich ein Problem, das auf den ersten Blick paradox wirkt: Die Nachfrage war so stark, dass Sandoz nicht überall schnell genug liefern konnte. Im dritten Quartal kam es deshalb vorübergehend zu Engpässen. In Deutschland drückten zudem schwierigere Marktbedingungen auf die Preise.
"Die Nachfrage hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte der Sandoz-Chef Richard Saynor im Gespräch mit AWP. Weil die Produktion biologischer Medikamente lange im Voraus geplant werden müsse, habe Sandoz die Kapazitäten trotz eines Ausbaus nicht rasch genug hochfahren können.
Das schmälere kurzfristig das Umsatzwachstum. Langfristig sieht das Management darin aber eine Chance: Mehr verkaufte Biosimilars stärken das Geschäft, zumal diese Produkte höhere Margen erzielen. "Je schneller die Biosimilars wachsen, desto besser ist das für uns", sagte Finanzchef Remco Steenbergen.
___ Weniger Umsatz, mehr Marge
Für das Gesamtjahr rechnet Sandoz neu mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent. Bislang hatte das Unternehmen ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Hauptgründe für die Anpassung sind die begrenzten Lieferkapazitäten bei Biosimilars und der stärkere Preisdruck in Deutschland.
Gleichzeitig hebt Sandoz das Ziel für die Kern-EBITDA-Marge auf 23,0 bis 23,5 Prozent an. Bisher hatte der Konzern einen Anstieg um rund einen Prozentpunkt gegenüber den 21,7 Prozent von 2025 in Aussicht gestellt. Der Grund: Der Umsatzmix wird profitabler, und auch im operativen Geschäft läuft es besser. Die höhere Marge soll den Effekt des etwas bescheideneren Umsatzausblicks mehr als ausgleichen.
___ Penicillin bleibt ein Sorgenkind
Sorgen bereitet Saynor auch der Preisdruck bei Penicillin. Er warnt, dass die Herstellung des wichtigen Antibiotikums in Europa zunehmend unwirtschaftlich werde. Politische Regeln für kritische Medikamente seien deshalb entscheidend. Ohne ausreichende Unterstützung sei die europäische Penicillin-Produktion "ernsthaft gefährdet", sagte der CEO.
An der Börse fällt die Reaktion auf die Zahlen eher verschnupft aus, wie das Kursminus von 2,9 Prozent zeigt. Allerdings sind die Aktien des SMI-Neulings im bisherigen Jahresverlauf der mit Abstand grösste Gewinner. Analysten raten denn auch, mögliche Rücksetzer eher als Kaufgelegenheit im Hinblick auf eine starke langfristige Wachstumsstory betrachten.
Sandoz erlebt Biosimilar-Boom mit Lieferproblemen
Basel (awp) - Die Generika-Spezialistin Sandoz Mal kann dieses Mal mit ihren Zahlen nicht recht überzeugen. Nicht nur, dass sie nicht ganz so deutlich gewachsen ist, wie etwa die Analysten im AWP-Konsens erwartet hatten, auch der angepasste Ausblick auf das Geschäftsjahr will nicht recht überzeugen.In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Plus von 5 Prozent.
Der Wachstumsmotor waren erneut Biosimilars. Die günstigeren Nachahmer biologischer Medikamente legten in den ersten neun Monaten um 19 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zu.
Das klassische Generikageschäft kam dagegen kaum vom Fleck: Der Umsatz sank währungsbereinigt um 1 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Zu schaffen machte der Sparte unter anderem der anhaltende Preisverfall bei wichtigen Penicillin-Wirkstoffen.
___ Mehr Nachfrage als Ware
Besonders bei den Biosimilars zeigte sich ein Problem, das auf den ersten Blick paradox wirkt: Die Nachfrage war so stark, dass Sandoz nicht überall schnell genug liefern konnte. Im dritten Quartal kam es deshalb vorübergehend zu Engpässen. In Deutschland drückten zudem schwierigere Marktbedingungen auf die Preise.
"Die Nachfrage hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte der Sandoz-Chef Richard Saynor im Gespräch mit AWP. Weil die Produktion biologischer Medikamente lange im Voraus geplant werden müsse, habe Sandoz die Kapazitäten trotz eines Ausbaus nicht rasch genug hochfahren können.
Das schmälere kurzfristig das Umsatzwachstum. Langfristig sieht das Management darin aber eine Chance: Mehr verkaufte Biosimilars stärken das Geschäft, zumal diese Produkte höhere Margen erzielen. "Je schneller die Biosimilars wachsen, desto besser ist das für uns", sagte Finanzchef Remco Steenbergen.
___ Weniger Umsatz, mehr Marge
Für das Gesamtjahr rechnet Sandoz neu mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent. Bislang hatte das Unternehmen ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Hauptgründe für die Anpassung sind die begrenzten Lieferkapazitäten bei Biosimilars und der stärkere Preisdruck in Deutschland.
Gleichzeitig hebt Sandoz das Ziel für die Kern-EBITDA-Marge auf 23,0 bis 23,5 Prozent an. Bisher hatte der Konzern einen Anstieg um rund einen Prozentpunkt gegenüber den 21,7 Prozent von 2025 in Aussicht gestellt. Der Grund: Der Umsatzmix wird profitabler, und auch im operativen Geschäft läuft es besser. Die höhere Marge soll den Effekt des etwas bescheideneren Umsatzausblicks mehr als ausgleichen.
___ Penicillin bleibt ein Sorgenkind
Sorgen bereitet Saynor auch der Preisdruck bei Penicillin. Er warnt, dass die Herstellung des wichtigen Antibiotikums in Europa zunehmend unwirtschaftlich werde. Politische Regeln für kritische Medikamente seien deshalb entscheidend. Ohne ausreichende Unterstützung sei die europäische Penicillin-Produktion "ernsthaft gefährdet", sagte der CEO.
An der Börse fällt die Reaktion auf die Zahlen eher verschnupft aus, wie das Kursminus von 2,9 Prozent zeigt. Allerdings sind die Aktien des SMI-Neulings im bisherigen Jahresverlauf der mit Abstand grösste Gewinner. Analysten raten denn auch, mögliche Rücksetzer eher als Kaufgelegenheit im Hinblick auf eine starke langfristige Wachstumsstory betrachten.
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