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30.10.2026 14:00:00
Die Ruag MRO veröffentlichte am Freitag den in ihrem Auftrag von der Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey erstellten Untersuchungsbericht. Unter die Lupe nahm die Kanzlei die mehr als zwanzig Jahre seit 2002. Dabei ging es um Geschäfte mit Leopard-1-Panzern und Panzer-Bestandteilen, aber nicht nur.
Die Vorwürfe im Bericht sind happig. Die Rede ist von teilweise schwerwiegenden Compliance-Verstössen und strukturellen Kontrollschwächen und einer "Business-First"-Kultur. Kontrollen seien missachtet worden, und Whistleblower-Hinweisen sei nicht ausreichend nachgegangen worden.
___ Mehrere Strafanzeigen
Es wurden mehrere Strafanzeigen eingereicht wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses und weiterer Delikte. Die Verfahren seien mehrfach ergänzt worden, hiess es.
Zudem fordert Ruag MRO von zehn Personen Schadenersatz in Höhe von insgesamt 51 Millionen Euro, plus Zinsen. Durch den Weiterverkauf von niederländischen Panzerteilen unter Marktwert entstand ihr gemäss Bericht ein finanzieller Schaden von 46,9 Millionen Euro. Hinzu kommen 4 Millionen Euro Verlust durch den Verkauf von 22 Panzergetrieben an Firmen aus dem Umfeld eines Mitarbeiters.
Bis auf ein erstinstanzliches Urteil gegen einen ehemaligen Ruag-Mitarbeiter wegen Vorteilsgewährung in Deutschland sind die Strafverfahren noch hängig. Dass diese Verurteilung noch nicht rechtskräftig ist, liegt an der Berufung der zuständigen Staatsanwaltschaft gegen das Urteil.
Verantwortlichkeitsklagen gegen frühere Ruag-Organe, zum Beispiel den Verwaltungsrat, seien aufgrund der aktuell vorliegenden Erkenntnisse nicht geplant, heisst es im Bericht. Dass sich das aufgrund der Erkenntnisse aus den laufenden Straf- und Zivilverfahren noch ändert, wird aber nicht ausgeschlossen.
Die untersuchten Geschäfte gingen teilweise in die Zeit vor der Entflechtung der Ruag in eine Rüstungssparte (Ruag MRO) und eine Technologiesparte (Ruag International) 2020 zurück. Das schreibt Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli in seiner im Bericht enthaltenen Stellungnahme.
___ "Wenig aufbereitete Prozesse"
Die danach neu konstituierte Ruag MRO habe wesentliche Konzernfunktionen wie Governance, Risikomanagement und Compliance neu aufbauen müssen. Problematische Geschäftsbeziehungen und involvierte Mitarbeitende und die Unternehmenskultur des früheren Ruag-Konzerns seien auf "noch wenig ausgereifte Prozesse" getroffen.
Die im Bericht festgestellten Verstösse gegen die Compliance und Kontrollschwächen anerkenne der Verwaltungsrat von Ruag MRO ohne Vorbehalt, schreibt Rötheli. Aufgrund der Untersuchung seien umfassende Massnahmen beschlossen worden. Diese seien in Umsetzung.
Strafanzeigen und Millionen-Schadenersatzklage bei Ruag MRO
Bern (awp/sda) - Der bundeseigene Rüstungsbetrieb Ruag MRO hat geschäftliche Ungereimtheiten untersuchen lassen. Der Bericht nennt eine Reihe strafrechtlich relevanter Vorfälle. Mehrere Strafverfahren laufen. Zehn Personen sollen insgesamt 51 Millionen Euro Schadenersatz leisten.Die Ruag MRO veröffentlichte am Freitag den in ihrem Auftrag von der Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey erstellten Untersuchungsbericht. Unter die Lupe nahm die Kanzlei die mehr als zwanzig Jahre seit 2002. Dabei ging es um Geschäfte mit Leopard-1-Panzern und Panzer-Bestandteilen, aber nicht nur.
Die Vorwürfe im Bericht sind happig. Die Rede ist von teilweise schwerwiegenden Compliance-Verstössen und strukturellen Kontrollschwächen und einer "Business-First"-Kultur. Kontrollen seien missachtet worden, und Whistleblower-Hinweisen sei nicht ausreichend nachgegangen worden.
___ Mehrere Strafanzeigen
Es wurden mehrere Strafanzeigen eingereicht wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses und weiterer Delikte. Die Verfahren seien mehrfach ergänzt worden, hiess es.
Zudem fordert Ruag MRO von zehn Personen Schadenersatz in Höhe von insgesamt 51 Millionen Euro, plus Zinsen. Durch den Weiterverkauf von niederländischen Panzerteilen unter Marktwert entstand ihr gemäss Bericht ein finanzieller Schaden von 46,9 Millionen Euro. Hinzu kommen 4 Millionen Euro Verlust durch den Verkauf von 22 Panzergetrieben an Firmen aus dem Umfeld eines Mitarbeiters.
Bis auf ein erstinstanzliches Urteil gegen einen ehemaligen Ruag-Mitarbeiter wegen Vorteilsgewährung in Deutschland sind die Strafverfahren noch hängig. Dass diese Verurteilung noch nicht rechtskräftig ist, liegt an der Berufung der zuständigen Staatsanwaltschaft gegen das Urteil.
Verantwortlichkeitsklagen gegen frühere Ruag-Organe, zum Beispiel den Verwaltungsrat, seien aufgrund der aktuell vorliegenden Erkenntnisse nicht geplant, heisst es im Bericht. Dass sich das aufgrund der Erkenntnisse aus den laufenden Straf- und Zivilverfahren noch ändert, wird aber nicht ausgeschlossen.
Die untersuchten Geschäfte gingen teilweise in die Zeit vor der Entflechtung der Ruag in eine Rüstungssparte (Ruag MRO) und eine Technologiesparte (Ruag International) 2020 zurück. Das schreibt Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli in seiner im Bericht enthaltenen Stellungnahme.
___ "Wenig aufbereitete Prozesse"
Die danach neu konstituierte Ruag MRO habe wesentliche Konzernfunktionen wie Governance, Risikomanagement und Compliance neu aufbauen müssen. Problematische Geschäftsbeziehungen und involvierte Mitarbeitende und die Unternehmenskultur des früheren Ruag-Konzerns seien auf "noch wenig ausgereifte Prozesse" getroffen.
Die im Bericht festgestellten Verstösse gegen die Compliance und Kontrollschwächen anerkenne der Verwaltungsrat von Ruag MRO ohne Vorbehalt, schreibt Rötheli. Aufgrund der Untersuchung seien umfassende Massnahmen beschlossen worden. Diese seien in Umsetzung.
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