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Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   24.01.2026 14:01:10

Italien protestiert gegen Freilassung von Barbesitzer Moretti

Crans-Montana VS (awp/sda) - Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud hat bestätigt, dass sie am Samstagvormittag vom italienischen Botschafter in der Schweiz kontaktiert worden sei. Sie habe ihn informiert, dass der Entscheid zur Freilassung des Barbesitzers von Crans-Montana nicht von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden sei.

Pilloud reagierte damit auf eine Forderung der italienischen Regierung. Diese hatte Gian Lorenzo Cornado, den italienischen Botschafter in der Schweiz, gemäss einer Mitteilung vom Samstag angewiesen, sich "umgehend" mit Pilloud in Verbindung zu setzen und ihr die "tiefe Empörung" der italienischen Regierung über den Entscheid des Zwangsmassnahmengericht vom Vortag zu übermitteln.

Dieses hatte am Freitag entschieden, Barbesitzer Jacques Moretti gegen eine Kaution von 200'000 Franken aus der Untersuchungshaft freizulassen.

Sie habe dem Botschafter erklärt, dass am Freitag das Zwangsmassnahmengericht entschieden habe, schrieb Pilloud auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Gleichzeitig habe sie ihm empfohlen, sich für weitere Informationen an das Gericht oder die Bundesbehörden zu wenden.

"Ich möchte nicht für einen diplomatischen Zwischenfall zwischen unseren beiden Ländern verantwortlich sein", teilte die Generalstaatsanwältin mit. Sie betonte weiter, dass sie keinem möglichen Druck der italienischen Behörden nachgeben werde und habe dem italienischen Botschafter daher geraten, seine Bedenken über den Entscheid an die nationalen Behörden zu richten.

Jacques Moretti besitzt zusammen mit seiner Frau die Bar "Le Constellation" in Crans-Montana. In der Bar war in der Neujahrsnacht ein Feuer ausgebrochen. Dabei kamen 40 Menschen ums Leben, 116 wurden verletzt. Zahlreiche Opfer und Verletzte stammen aus Italien.


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